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Loßburg Der Testturm taugt auch als Wachturm

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Der Stoff, aus dem seine Mundartgeschichten gemacht sind, besteht aus vergnüglichen Kuriositäten, dem Schwäbischen und einigen wenigen Utensilien; seine Betrachtungen gibt er mit Humor, kritischem Blick und einer schnellen Zunge zum Besten: Heinrich del Cores neues Programm "Ganz arg wichtig" machte den Gästen einen Riesenspaß. Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

460 Zuschauer erlebten am Samstagabend den Kabarettisten Heinrich del Core bei der Herbstcomedy des SV Betzweiler. Der Rottweiler Kleinkünstler zeigt in seinem neuen Programm "Ganz arg wichtig" das alltägliche Leben, wie es gleich um die Ecke stattfindet.

Loßburg-Betzweiler. Schon drei Wochen vor der Veranstaltung war der Abend restlos ausverkauft. "Das ist wirklich außergewöhnlich", freute sich SV-Vorstandsmitglied Andreas Reich, der die Gäste, darunter Bürgermeister Christoph Enderle und Ortsvorsteher Hans Ulrich Wössner, in der bis zum letzten Platz besetzten Heimbachhalle willkommen hieß.

Die eigentliche Tournee beginne im Januar, für ihn sei es quasi ein Heimspiel und für die Gäste "eine tolle Möglichkeit, die Vorpremiere zu verfolgen", meinte der "schwäbische Halbitaliener". Wunderbar gelang es ihm, mit aktuellem aus seiner Heimatstadt das Publikum in seine Welt hineinzuziehen – sprachlich und emotional.

Der Rottweiler Testturm, von dessen 236 Meter hoher Plattform die Besucher in die Schweiz blicken können, ("Wer will das schon?"), könne der geplanten JVA als Wachturm dienen, war da etwa zu hören. Aber auf der durch Bürgerentscheid zu erwartenden 950 Meter langen Hängebrücke müsse Oma, wenn sie im Mai mit ihrem Rollator loslaufe, ihre Wintersachen mitnehmen.

Mit selbst Erlebtem, etwa bei der Grünen-Wahlparty in Stuttgart oder beim Familienurlaub im italienischen Lipari, brachte del Core in bewährter Manier das Publikum zum Lachen, indem er eine Pointe nach der anderen setzte.

"Das Schwäbische hat etwas Erotisierendes, finden Sie nicht?", erklärte der Komödiant die Dialektbewertung, bei der die Schwaben die Nase vorn haben und die Badener das Schlusslicht spielen. "Die Umfrage war in Stuttgart, muss man fairerweise sagen." Vielfältig waren die beleuchteten Aspekte. Sie reichten vom wenig aktiven Weihnachtsbaumkauf über die Rentnergruppe, die mächtig Kondition auf E-Bikes gibt, bis zu Erlebnissen als Gast im Norddeutschen: Mit der Aufforderung "Kommet, mir ganget" oder der Zeitansage "Fünf vor Dreiviertel Zwölf" konnte der Italo-Schwabe in Hamburg eben nicht punkten.

Weihnachtsgeschichte in einer neuen Form

Natürlich kamen auch Kirche und Politik nicht zu kurz: Als Ministrant bekam, wer frech war, eine Kopfnuss oder musste in der ersten Reihe sitzen, erinnerte sich del Core. "Ich hab aber nicht auf einem Schoß sitzen müssen."

Auch die Beziehung seiner Frau zur 1200 Euro teuren Küchenallzweckwaffe Thermomix, die Lebenswünsche junger Leute, festgehalten in der Abiturzeitschrift seiner Tochter, und die Ausgabenfreudigkeit der Gattin sorgten für beste Unterhaltung: "Blut wächst nach, Geld nicht", erklärte der Schwabe seine eigene Spendenbereitschaft und sein Zutun bei den jährlichen Blutspendeaktionen.

Für Lacher sorgte ebenso die Weihnachtsgeschichte, die in neuer Fassung entfaltete, dass es den befristeten Wohnsitz bei "Ochs und Esel im Stall" heute im Mehrfamilienhaus auch noch gibt, dass aber der "Krippenplatz" für den kleinen Jesus nicht mehr kostenlos ist. Die Tierschutz-App, die eine Krötenwanderung nach Griechenland verspricht, die Betrachtungen zu "Tennis-Arm" und "Ski-Sack", Alkoholsensoren, die die Autofahrt verhindern, und das von Papa gesponserte "Auslandsjahr mit Mama" sorgten ebenfalls für reichlich Gelächter.

Am Ende widmete sich Heinrich del Core den Tücken der Technik. Was High-Tech im Badezimmer alles kann, beschrieb der Künstler köstlich, berührend, witzig – und auf jeden Fall eines Nachschlags wert. Rund 30 Helfer bewirteten die Gäste mit schwäbischen Leckereien, während der preisgekrönte Comedian mit seinem neuen, sehr kurzweiligen Programm begeisterte.

 
 
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