Loßburg Auch überzeugter Nein-Sager tritt an
Schwarzwälder-Bote, 29.12.2012 04:00 Uhr
Jens Martinek kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Loßburg. Foto: AugustinFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Claus Wiegert Loßburg. Christoph Enderle hat gestern seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters in Loßburg wie bereits angekündigt abgegeben. Und es gibt einen weiteren Kandidaten für die Wahl am 27. Januar: Jens Martinek aus Rübeland in Sachsen-Anhalt.Mit weiteren Interessenten hat Manfred Hauser, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, zwar Gespräche geführt, wie der stellvertretende Bürgermeister auf Anfrage des Schwarzwälder Boten bestätigte. Ein dritter Kandidat ist bisher allerdings nicht in Sicht.
Jens Martinek hat gestern seine Bewerbung abgeschickt, wie er sagt. Der 41-Jährige kandidiert für die Partei "Nein-Idee", deren Bundesvorsitzender er ist.
Nein sagen würde Martinek auch im Fall seiner Wahl in Loßburg: "Sollte es mir gelingen, die Mehrheit der Stimmen zu erreichen, werde ich das Amt des Bürgermeisters in Loßburg nicht annehmen", teilt der beruflich Selbstständige mit. "Ich möchte eine Wahlalternative für all diejenigen sein, denen keiner der anderen Kandidaten zusagt." Diese Menschen hätten bisher nur die Möglichkeit gehabt, ihren Unmut durch Wahlboykott oder das Ungültigmachen des Stimmzettels auszudrücken. Da dieses Handeln keinerlei Auswirkungen auf das Wahlergebnis habe, werde diesen Menschen also keine Wahlmöglichkeit eingeräumt. Martinek: "Ich möchte diesen unhaltbaren Zustand in unserer sogenannten ›repräsentativen‹ Demokratie beenden und allen Wahlbeteiligten eine Alternative bieten, die sich auch im Ergebnis auswirkt."
Würde eine Mehrheit der Wähler sich für Martinek, also für die Nichtbesetzung des Amts entscheiden, meint der Bewerber, müssten die anderen Kandidaten bei der dann anstehenden Neuwahl ihre Angebote an die Wähler neu überdenken, um dann eventuell gewählt zu werden. Wer nicht wählen gehe, schmeiße seine Stimme weg, sagte Martinek im Gespräch mit unserer Zeitung. Er tritt gleich bei fünf Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg an, und es können, wie Martinek sagt, "noch ein paar mehr werden".
Enderle lobt sachliches Klima im Gemeinderat
Christoph Enderle, Kämmerer der Gemeinde Waldachtal, hat bereits viele Gespräche in Loßburg geführt, unter anderem auch mit den sechs Ortsvorstehern und Vertretern der Gemeinderatsfraktionen.
"Dass ich parteilos bin und bleiben möchte, wird allseits akzeptiert", meint Enderle zu dem Zuspruch, den er über die Fraktionsgrenzen im Gemeinderat hinweg erfahren habe. Der Kandidat lobt das sachliche Klima, das am Loßburger Ratstisch herrsche: "Ob Freie Wähler, CDU oder SPD – ich gewinne den erfreulichen Eindruck, dass alle miteinander nach der jeweils besten Lösung für die Gesamtgemeinde suchen."
Würde er gewählt, will Enderle Begonnenes fortführen und dann nach und nach auch eigene Akzente setzen. Der Bewerber möchte "die gesunde und intakte Gemeinde weiter voranbringen". Worauf es der Bevölkerung und ihm dabei ankommt, darüber will der 36-jährige Diplom-Verwaltungswirt in seinen Wahlveranstaltungen sprechen, die Enderle nach Dreikönig in den Ortsteilen der Gesamtgemeinde anbietet. Das erste Bürgergespräch mit dem Kandidaten beginnt am Montag, 7. Januar, um 20 Uhr im Hotel Bären in Loßburg. Ein weiteres ist am Mittwoch, 9. Januar, ab 20 Uhr im Gasthaus Sonne in Schömberg.




Star
So ist nun der Mann nun bekannt!
Na denn...
Herr Martinek hat einen für mich etwas sonderbar anmutenden Ansatz für seine Bewerbung. Es geht ihm nicht um das eigentliche Thema 'Wir wählen einen Bürgermeister' für Loßburg. Dennoch steht es ihm frei, mit seiner (Quasi)-Kandidatur den Ablehnern eine Wahlmöglichkeit zu geben, die eigentlich nur Zählfunktion hat. Er möchte nicht unser Bürgermeister sein, bewirbt sich aber darum, das ist schon ein Widerspruch in sich. Das war es dann auch schon, da er nichts für unsere Gemeinde/Gemeinschaft leisten möchte. Als Demokraten können wir diesen Anti-Kandidaten locker verkraften, und nach der Wahl seinen Namen einfach wieder vergessen. Es ist an uns, ihm seine Bedeutungslosigkeit in dieser Sache zu zeigen. Eifrig aufregen über sein Nein-Spiel aus der Ferne muß ich mich nicht. Vielmehr ist es schade, dass der ernsthafte Kandidat keinen Mitbewerber zu haben scheint. Das kann zu einer niedrigen Wahlbeteiligung führen, weil die Sache ja von Vorneherein klar zu sein scheint. Schade für Herrn Enderle und für Loßburg, sieht es dann doch so aus, als ob das Interesse am neuen Schultes klein wäre. Daher gehe ich frohen Mutes einen Bewerber wählen, der für uns arbeiten will, kann und 'Ja sagt zu Loßburg'.
Verbaler Unsinn
So einen verbalen Unsinn, wie dieser Herr Martinek von sich läßt kann nur ein Mensch sein, der nicht weiß, was er sonst so mit seiner Freizeit tun kann! Aber wenn wunderts...mich nicht! So was gehört einfach nicht zugelassen!