Kreis Rottweil - "Wir haben es satt", so hieß die Demo, die Ulrike von Kutzleben-Hausen letzte Woche in Berlin besuchte. Bewusste Ernährung ist eines der Themen, das der Vorsitzenden des BUND Regionalverbands am Herzen liegt.Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) versteht sich gemäß einer Selbstbeschreibung "als treibende gesellschaftliche Kraft für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland". Ulrike von Kutzleben-Hausen aus Deißlingen ist Teil dieses bundesweiten Verbands.

Der BUND ist in Deutschland in Orts-, Kreis- und Landesverbände gegliedert. Diese stehen unter dem Dach des Bundesverbandes, der sich weltweit der Organisation Freunde der Erde angeschlossen hat.

Schon seit fast 20 Jahren ist von Kutzleben-Hausen in der Ortsgruppe Deißlingen-Lauffen aktiv. Sie selbst ist Gründungsmitglied und Deißlinger Teil der Vorstandsdoppelspitze. Sie hat in Freiburg Erdkunde und Biologie studiert und kam schon während ihres Studiums mit dem Schwerpunkt Ökologie mit umweltpolitischen Themen in Berührung. Ihr Studium und die damalige Atomkraft-Diskussion gaben den Anstoß für ihr bis heute andauerndes ehrenamtliches Engagement in Sachen Umwelt.

Nachdem Studium wohnte die Pädagogin in Schonach, wo sie erstmals für den BUND tätig wurde. Als sie nach Deißlingen zog, war es ihr ein Anliegen auch dort eine Ortsgruppe zu gründen. Für von Kutzleben-Hausen besteht eine "Notwendigkeit" andere Denkweisen aufzuzeigen und auf umweltpolitische Themen hinzuweisen. Mitstreiter gab es in Deißlingen und Lauffen von Anfang an und mit Ulrich Maurer, der anderen Hälfte des Doppelvorstands, leitet sie bis heute die Ortsgruppe.

Seit Mai 2012 ist die 58jährige Deißlingerin Vorsitzende des Regionalverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg und verwendet viel Freizeit für diese Tätigkeit. Alle zwei Wochen findet eine Vorstandssitzung statt und durchschnittlich ein Tag pro Woche widmet sie der Arbeit für den BUND.

Der BUND in der Region hat eine Geschäftsstelle in Schwenningen mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer. Verschiedene Themen werden von den ehrenamtlichen Mitgliedern bearbeitet. So wird zum Beispiel das Schwenninger Moos renaturiert. Hier geht es um Artenschutz und die Reduzierung des CO 2-Ausstoßes. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit Schulen. Immer wieder besuchen Schulklassen das Umweltzentrum in Schwenningen, um selbst an der Landschaftspflege oder anderen Aktionen teilzuhaben. Die Umweltbildung ist ein wichtiges Standbein. Von Kutzleben-Hausen fasst es so zusammen: "Nur was man kennt, kann man schützen." Eine zunehmend wichtige Fragestellung ist die nach dem Lebensstil. Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern? Haben wir nicht eigentlich schon genug? Es ist der Vorsitzenden ein Anliegen, dass über diese Themen eine breite gesellschaftliche Diskussion entsteht.

Seit dem Beginn ihrer Tätigkeit für den BUND sieht von Kutzleben-Hausen durchaus Erfolge. So habe sich die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Früher, vor 20 Jahren, sei man noch kritisch begleitet worden, heute sei es keine Seltenheit, dass Menschen bei ihr anrufen und ein umweltpolitisches Anliegen vortragen.

Eine wichtige Dimension für ihr eigenes Engagement sieht Ulrike von Kutzleben-Hausen in der politischen Fokussierung des BUND. Ihrer Meinung nach, werden Konflikte in größeren, globalen Zusammenhängen betrachtet. Das macht für sie den BUND speziell und daher zur passenden Organisation.

Bewusste Ernährung spielt für Ulrike von Kutzleben-Hausen eine wichtige Rolle. Wie viel Fleisch ist nötig? Sollte man nicht bevorzugt regionale Produkte verwenden? In ihrem Garten setzt von Kutzleben-Hausen ihre theoretischen Standpunkte in die Praxis um. So isst ihre Familie Eier von den eigenen Hühnern, regionales sowie saisonales Obst und Gemüse aus dem Garten.