Von Karlheinz Hoffmann

Königsfeld. Das erstmals stattfindende Neujahrskonzert begeisterte die Besucher im Haus des Gastes. Die kleine Besetzung des Johann-Strauß-Festival-Orchester zog alle Register ihres Könnens.

Jean Paul Mathé, der das Orchester 1995 gegründet hat, führte äußerst charmant und mit viel Humor durch das Programm. Lustige Anekdoten einzelner Komponisten oder kleine Geschichten lösten sich so ab mit einem Feuerwerk der Melodien. Schon die Ouvertüre zur Oper Carmen zeigte, welches Potenzial in der kleinen Besetzung des Orchesters vorhanden ist.

Gesanglich wurde das Orchester in hervorragender Weise von den Sopranistinnen Ingrid Frey und Adelinde Bohn sowie Tenor Boris Krasovz ergänzt. Sie waren einzeln oder im Duett zu hören. Sehr angetan waren die Zuhörer hier von den beiden Damen mit dem Lied "Miau". Auch das Duett von Boris Krasovz und Adelinde Bohn "Lippen schweigen" zog die Besucher in ihren Bann. Solistisch trat René Kubelik, der Dirigent des Orchesters, zweimal mi seiner Violine in Erscheinung. Besonders beim "Csárdás" begeisterte er durch seine Fingerfertigkeit. Musikalisch bot der Abend alles ,was die Männer in der Familie Strauß komponiert hatten. "Rosen aus dem Süden" und die "Tritsch Tratsch Polka" erklangen unter anderem im ersten Teil des Konzertes.

Im zweiten Teil gab es neben "An der schönen blauen Donau" (dem "Walzer aller Walzer" wie ihn Jean Paul Mathé ankündigte) auch die "Pizzicato Polka" zu hören. Hier wird die Violine ohne Bogen nur mit den Fingern gespielt. Mit der Schnellpolka "Ohne Sorgen" von Joseph Strauß endete das Programm.

Nach der dritten Zugabe dem "Radetzky Marsch" gab es stehende Ovationen für die Musiker. Jean Paul Mathé meinte, nun sei aber Schluss. Er hatte noch ein Stück extra für Königsfeld einstudiert. Alle Besucher waren neugierig, was jetzt noch kommt. Die Musiker setzten an und spielten nur einen Ton. Damit endete humorvoll ein äußerst gelungener Konzertabend.