Horb-Rexingen - Nach wie vor bewegen die geplanten Windkrafträder im Forstgebiet "Großer Hau" die Bürger, Gegner und Befürworter. Letztere scheint es in Rexingen nicht zu geben.

In der öffentlichen Ortschaftsratsitzung am vergangenen Mittwoch lehnte das Gremium einstimmig unter Vorsitz des stellvertretenden Ortvorstehers Wolfgang Essig den sachlichen Teilflächennutzungsplan (TNP) "Windenergie" ab.

Ortsvorsteherin Birgit Sayer verließ sofort nach Beginn der öffentlichen Sitzung aus Befangenheitsgründen den Ratstisch und setzte sich unter die zahlreich erschienenen, interessierten Besucher.

Mensch sollte im Mittelpunkt der Planungen stehen

Vom Fachbereich Stadtentwicklung war dessen Leiter Peter Klein anwesend, der den TNP noch einmal im Detail erläuterte. Bis zum 12. Dezember liegt der Plan öffentlich aus, dass Anregungen und Einwendungen aus der Bürgerschaft in die Abwägung einfließen können. Auch wenn die Eignungsflächen im "Großen Hau" aufgrund artenschutzrechtlicher Konflikte von Klein deutlich reduziert wurden, reicht das den Räten in Rexingen nicht aus. Noch immer wäre ein Windpark bis zu fünf Anlagen möglich.

Nach wie vor versichert das Gremium, Windkraftanlagen zu unterstützen, doch nicht auf dem "Großen Hau". Essig warf der Stadtverwaltung vor, die sachlichen Einwendungen in Bezug auf Arten- und Landschaftsschutz nicht ernst genug zu nehmen.

Mitglieder des Gremiums berichten von Ängsten und Sorgen der Bürger und der Zerstörung eines Waldes, der generationenübergreifend gepflegt wurde. Der Mensch, so Essig, sollte im Mittelpunkt der Planungen stehen. Was mache es für einen Sinn, gegen den Willen der Bürger den Windpark zu errichten?

Rat Jürgen Schmitt betonte, die Summe aller Einsprüche und Anregungen müssten nicht nur einfach "abgewogen" werden, sondern sozial-politisch betrachtet werden. Er bezweifelt, dass die Wirtschaftlichkeit der geplanten Anlagen den Eingriff in die Natur rechtfertigt. Rat Wilfried Wüstholz führte noch einmal an, dass der "Große Hau" zum Naherholungsgebiet der Bürger zählt und vor allem auch die Mitglieder des Sportvereins sowie Spaziergänger die Waldwege rund um den großen Hau nutzen. Der Rat befürchtet weiterhin, dass der Wald durch den Eingriff zerstört wird und vor allem durch erhöhten "Sturmwurf" gefährdet ist.

Auch wenn anderen Ortes ein Ausgleich für die gerodeten Flächen entstehen würde, nutze dies dem "Großen Hau" nichts mehr, selbst wenn diese sich auf städtischem Grund befinden.

Klein versicherte, dass alle derzeit möglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse im TNP berücksichtigt wurden. Der Planungsanlass sei aufgrund des Ausbauwunsches des Bundes und des Landes entstanden, und weil die Stadt Horb den Wunsch hat, klimaneutralen Strom zu erzeugen. Und ja, die Stadt habe Interesse an den Einnahmen der Windkraft.

Klein sagte, dass nichts "eingetütet" sei und alle Anregungen, Wünsche und Einwendungen sowie die Unterschriftenliste der Rexinger Bürger gegen das Vorhaben zur Kenntnis genommen wurden.

Die emotionalen Wertungen und Anregungen abzuwägen, sei Aufgabe des Gemeinderates; er halte sich als Planer an gesetzliche Regelungen und belegbare Erkenntnisse. Der Ausbau der Feldwege zum Bau und zur Wartung der Anlagen sei Sache des Betreibers.

Spätestens hier sind, wenn der TNP vom Gemeinderat abgesegnet wird und vom Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigt wird, die ersten großen Schwierigkeiten zu erwarten.

Verschiedenste Fragen aus der Bürgerschaft lassen dies mehr als nur vermuten. Denn schließlich werden von Privater Hand Land und Überfahrtsrechte benötigt.