Horb a. N. Bühne für Kultur, Natur und Historie

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Von Eberhard Wagner

Zu einem Bürgertreff über aktuelle Themen des Projekts "Schwerpunktgemeinde" hatten der Ortschaftsrat Rexingen und seine Projektgruppe sowie das Heimatbuch-Team am Sonntag in die Johanniterhalle eingeladen.

Horb-Rexingen. Zahlreiche Bürger waren der Einladung gefolgt. Ortsvorsteherin Birgit Sayer begrüßte die Anwesenden und freute sich, die Bürger über den aktuellen Stand zum Thema "Schwerpunktgemeinde" und auch über das bewilligte Leader-Projekt zu informieren.

Zu diesem Zweck war auch der freie Architekt Martin Wypior aus Stuttgart vor Ort. Dieser erläuterte noch einmal den Verlauf der vorangegangenen Planungen bis hin zur Bewilligung der Fördermittel für Rexingen.

Die erste Infoveranstaltung im vergangenen Jahr habe sich gelohnt: 20 Beratungen wurden im Anschluss vorgenommen und bereits acht Förderanträge gestellt, die auch alle bewilligt wurden. Bei den Anträgen handelte es sich unter anderem um Umnutzung, Abbruch und Modernisierungen von Gebäuden. Insgesamt 224 170 Euro Fördergeld stehen hierfür zur Verfügung. Wypior ermunterte die Bürger, auch weiterhin ELR-Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Anhand eines Ortsplans zeigte der Architekt den Bürgern die Standorte der geplanten Maßnahmen. So kommt auch der Bereich gegenüber der Synagoge in Frage, bei dem die Erschaffung neuer Parkplätze ins Auge gefasst wird. Auch der Bereich um die Johanniterhalle ist in diesem Plan erfasst worden.

Der "Rexipfad" bekommt ein "Waldtelefon"

Wypior gab bekannt, das am 12. März ein weiteres Treffen der Projektgruppe stattfinden wird, bei dem die Planung der Prioritäten in Rexingen auf der Agenda stehen wird.

Die im Zusammenhang mit der Schwerpunktgemeinde Rexingen entstandene Projektgruppe entwickelte auch die Idee und das Konzept für die "Rexinger Themenwege", das vom Vorsitzenden der Projektgruppe, Gerd Falkenstein, vorgestellt wurde.

Geplant ist es, sechs verschiedene Themen entlang speziell ausgewiesener Wege zu behandeln, wobei die Besucher nicht nur über Infotafeln, sondern zusätzlich über QR-Codes weitere Informationen abrufen können.

So soll es einen Kultur- und Naturweg, einen Weg zur jüdischen Geschichte, einen Pfad zum Naturschutzgebiet Osterhalde, einen Walderlebnisweg, einen Panoramaweg und einen "Rexipfad" (Waldlehrpfad für Kinder) geben. Bei letzterem ist auch die Überlegung, dem Lehrpfad einige "Schmankerl", wie etwa ein Waldtelefon oder eine Weitsprunggrube hinzuzufügen. Falkenstein erläuterte den interessierten Bürgern ausführlich, wie es zu den einzelnen Bereichen kam und welchen Zweck diese erfüllen sollen. Und bei der Planung für die "Rexinger Themenwege" wird es nicht bleiben: In der Auswahlsitzung des Vereins "Regionalentwicklung Bürger, Kultur, Land, Oberer Neckar" Ende Januar haben die Mitglieder des Leader-Auswahlausschusses dem Projektantrag der Themenwege ihre Zustimmung erteilt. Ein Erfolg für den Ort, denn somit bekommt das geplante Projekt als kommunale Maßnahme einen Zuschuss von 60 Prozent. Über das Leader-Projekt informierte auch Bürgermeister Jan Zeitler.

Ein weiterer Punkt der Veranstaltung betraf das "Rexinger Heimatbuch", welches unter der Leitung von Andrea Dettling entsteht. Mit Interesse folgten die Bürger dem Bericht Dettlings, die über die Gliederung des Buches und auch den Stand ihrer Arbeit informierte. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten seither über 20 Autoren systematisch daran, die Heimatgeschichte zu verschiedenen Themen aufzuschreiben. Mit fachkundiger Unterstützung des Historikers Hans-Peter Müller aus Empfingen konnten viele neue Details aus den Akten und Dokumenten des Ortsarchivs sowie der Staatsarchive ausgewertet und den einzelnen Autoren zur Verfügung gestellt werden. So wird die interessante Ortsgeschichte Kapitel für Kapitel aufgearbeitet und für eine Veröffentlichung vorbereitet.

Auch wenn bereits die ersten Kapitel abgeschlossen sind, ist aufgrund der hohen Zahl der ehrenamtlichen Laienautoren ein konkreter Termin zum Abschluss des Buches nicht möglich. Dettling hofft jedoch, dass das Buch im Jahr 2017 oder 2018 erscheinen wird.

Familienstammbäume erregen Interesse

Passend zum Thema Heimatbuch konnten die Bürger vor und nach der Veranstaltung Tafeln begutachten, auf denen Dokumente, Bilder und Berichte zu den Kapiteln Wirtschaft, Gewerbe, Handel, Fremdenverkehr in Rexingen und Häusergeschichte aufgezeigt wurden. Interessant für die Bürger gestalteten sich auch die aufgehängten Stammbäume der Familien Dettling und Sayer.

OV Sayer nahm im Anschluss die Gelegenheit wahr, den Anwesenden die Rexinger Homepage im Internet zu präsentieren, für die ebenfalls Andrea Dettling zuständig ist. Hier finden sich zu allen Bereichen ausführliche Informationen rund um die Ortschaft. "Hineinschauen lohnt sich – es gibt immer etwas Neues zu entdecken", verspricht Sayer. Sie bedankte sich auch offiziell bei allen Bürgerinnen und Bürgern, den Rexinger Vereinen mit ihren Mitgliedern sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. "Bei den Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung wird einem bewusst, wie viele Menschen sich Jahr für Jahr in unserer Gemeinde nicht nur für ihr Hobby, sondern gleichzeitig auch für das Allgemeinwohl einsetzen. Ihnen allen möchte ich heute danken."

Am Ende der Veranstaltung bestand für die Bürger noch die Möglichkeit, sich in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen zu unterhalten und auszutauschen.

Nachdem auch in Rexingen mehrere Flüchtlingsgruppen untergebracht sind, nutzte Sayer den Anlass für eine Begegnung zwischen Bürgern und Flüchtlingen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Asylkreises unterstützten diese Aktion und berichteten bereitwillig über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen.

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