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Hechingen Klare Abfuhr für Klinik-Initiative

Tina Mauthe, vom 30.11.2010 06:31 Uhr
Eine frostige Abfuhr erfuhr der Hechinger Wunsch, vom Landkreis eine weitere Kompensation für die Krankenhausschließung zu erhalten.  Foto:  Rath
Eine frostige Abfuhr erfuhr der Hechinger Wunsch, vom Landkreis eine weitere Kompensation für die Krankenhausschließung zu erhalten. Foto: Rath

Hechingen - Keine medizinische Notfallversorgung für Hechingen, und auch keine weiteren Kreisverwaltungs-Arbeitsplätze als Ersatz für die Klinik – eindeutig hat gestern der Kreistags-Ausschuss die Resolution des Hechinger Gemeinderats abgelehnt.

Die endgültige Entscheidung trifft zwar der Kreistag am 13. Dezember, aber die Debatte im Verwaltungs- und Finanzausschuss gestern war eine Vorentscheidung. Die von Bürgermeister Jürgen Weber und dem Klinikförderverein angestrebte Einrichtung einer Notfall-Ambulanz nach Schließung der Hechinger Klinik ist chancenlos. Alle Räte außer Weber sehen zu viele rechtliche und finanzielle Hinderungsgründe für so eine Lösung.

Anders sieht es mit dem Wunsch aus, den frei werdenden Westflügel nach dem Auszug der Klinik so umzubauen, dass weitere Kreisbeschäftigte dort einziehen können. Hier stehen die Freien Wähler hinter Weber. Aus den restlichen Fraktionen aber gibt es keine Rückendeckung. So erhielt dieser Antrag sechs Ja-Stimmen. 16 Räte stimmten mit Nein.

"Es geht um den ganzen Mittelbereich"

Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger hatte sich zuvor vehement in die Debatte geworfen und darauf hingewiesen, man dürfe den Bewohnern des Mittelbereichs Hechingen nicht das Gefühl vermitteln, sie würden im Kreis schlechter behandelt als andere. Durch die Klinik-Schließungsentscheidung sei diese Idee bei einigen durchaus entstanden. Eine klare Aussage, dort langfristig investieren zu wollen, würde dem entgegen wirken. Und Krüger wies auch darauf hin: "Es geht nicht nur um Hechingen, es geht um den ganzen Mittelbereich".

Der Vorwurf, Hechingen werde benachteiligt, rief erbitterten Protest vor allem aus Reihen der CDU hervor. "Es gibt schon eine Kompensation", wies Edmund Merkel auf zusätzliche Berufsschul-Einrichtungen und die über 90 Kreis-Arbeitsplätze hin, die bereits in der Klinik angesiedelt wurden. Auch FDP-Rat Dietmar Foth sah dies so. Die Albstädter CDU-Kreisrätin Heidi Schmid-Lorch sah Hechingen sogar durch seine Nähe zu Tübingen und Stuttgart als bestgelegene Kommune im Landkreis. Albstadt habe eine viel höhere Arbeitslosenquote, wetterte sie. Aber immer werde nur in Hechingen gejammert.

Auch Landrat Pauli geriet sichtlich in Rage. Was Hechingen zusätzlich erhalte, werde stets kleingeredet, das Negative überbetont. "Damit gießen Sie immer wieder Öl ins Feuer". Angemerkt wurde auch, dass eine sofortige Entscheidung, die frei werdenden Klinikräume in Büros umzubauen, eventuelle Interessenten an einer medizinischen Nutzung abblocken würde.

Kommentare (1)
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NOV
30
15:06 Uhr, geschrieben von Sonja W.
Recht hat er !!!!
der Bisinger Bürgermeister Joachim Krüger. Deshalb stimme ich ihm uneingeschränkt zu. Und zu Frau Schmid-Lorch kann ich nur sagen: Ball flach halten. Was ich von ihren Aussagen konkret halte, darf ich hier besser nicht schreiben. Nur soviel: im Jammern ist Albstadt doch auch nicht sooo schlecht nicht wahr ? Dann die Nähe Albstadts zu Sigmaringen und Ravensburg :-))...... sehen Sie liebe Frau, auch ein Albstädter Senior möchte nicht zig km fahren um seine stationär im KH liegenden Angehörigen zu besuchen. Darin unterscheiden sich Hechinger (natürlich samt Mittelbereich) und Albstädter Bürger wenig.
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