Hechingen Gauselfingen ein Glücksgriff für Huskys

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Die beiden Hundesenioren Linus (links) und Luna genießen alle Streicheleinheiten, die sie von der ehrenamtlichen Helferin Astrid Kirmse kriegen können. Sie sind zwei von elf Hunden, die in der neuen Gauselfinger Nothilfe-Station für Polarhunde ein temporäres Zuhause gefunden haben. Fotos: Brenner Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Julia Brenner Burladingen-Gauselfingen. Vor gut einem Monat wurde neben dem Gauselfinger Hasle-Sportgelände eine Aufnahmestation für Polarhunde eröffnet. Wie kommen nun Husky und Co. ausgerechnet nach Gauselfingen und wer steckt hinter der Sache? Der Schwarzwälder Bote hat sich vor Ort umgesehen.Bei der Eröffnung der Notfallstation für Polarhunde vor rund einem Monat war auf dem Gelände das Interesse der Besucher riesig. Hinter dem Verein "Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt" verbergen sich unter anderem der Vorsitzende Günter Schwartze und seine Frau Monica, die den Verein vor genau 20 Jahren ins Leben gerufen haben und seither mit ihrem ganzen Herzblut dafür sorgen, dass vernachlässigte Polarhunde wieder Anschluss und ein neues Zuhause finden. 314 Mitglieder hat der Verein insgesamt. Eines davon ist auch Astrid Kirmse aus Sigmaringen, die sich ehrenamtlich um die Tiere kümmert.

Für den 72-jährigen Günter Schwartze ist die Rettung der Hunde eine zeitaufwendige Aufgabe, aber auch seine Leidenschaft. Zweimal pro Woche kommt er aus Freudenstadt auf die Station, die den Hunden mit Freilaufgehegen, Unterbringungscontainern und Untersuchungsraum viel Platz bietet.

Die Begeisterung für Hunde lag sowohl bei Günter als auch bei Monica Schwartze von Kind auf in der Familie. Das Faible für Polarhunde, "das kam von meiner Frau", meint Günter Schwartze. Mit dem Interesse für die schönen Tiere, kam aber auch die bittere Erkenntnis: Viele Leute schaffen sich einen Polarhund an, weil er toll aussieht, können sich dann nicht kümmern und geben den Hund in ein Tierheim oder vernachlässigen ihn. "Vom Modehund zum Wegwerfhund", so krass formuliert es Schwartze.

"Polarhunde sind sehr anspruchsvoll, oft schwierig", meint der Vorsitzende des Vereins. Die Hunde seien Rudel- und Familienhunde, aber auch sehr eigenwillig und freiheitsliebend und müssten daher ständig an der Leine bleiben. "Da kann es sein, Sie sind dann nur noch am Joggen", warnt Schwartze, "die ersten vier Jahre kann so ein nordischer Hund eine richtige kleine Katastrophe sein, das ist wie bei Kleinkindern." Deshalb seien die Tiere, obwohl sehr liebenswürdig, keine "Anfängerhunde". "Andererseits sind nordische Hunde überhaupt nicht aggressiv und riechen nicht nach Hund!"

In Horb war der Vertrag ausgelaufen

Wie kommt nun ein Verein mit Sitz in Freudenstadt nach Gauselfingen? "Wir mussten unsere Station in Horb aufgeben, nachdem der Pachtvertrag ausgelaufen ist", erklärt Schwartze, etwas Neues zu finden sei schwer gewesen. Mit der ehemaligen Reithalle außerhalb Gauselfingens hat der Verein nun einen wahren Glückskauf gemacht. "Hier fühlt sich niemand gestört und man kann mit den Hunden wunderbar laufen gehen".

Um die Tiere kümmern sich täglich zwei festangestellte Tierpflegerinnen. Interessenten für die Hunde kommen aus ganz Deutschland. "Seit wir hier sind, haben wir schon fünf Hunde vermittelt", so der Vereinsvorsitzende. Die neuen Besitzer würden sorgfältig geprüft und müssten hohe Anforderungen erfüllen. Die Mitarbeiter des Vereins, die bundesweit verteilt sind, schauen sich das potenzielle neue Zuhause ihrer Hunde vorher an.

Elf Hunde sind momentan in Gauselfingen untergebracht. 24 sind genehmigt, "aber wir wollen die Hunde hier nicht stapeln, sondern erfolgreich vermitteln", meint Schwartze. Besonders am Herzen liegt den Schwartzes derzeit die Vermittlung der beiden freundlichen Hundesenioren Linus und Luna. Die beiden zehn Jahre alten Husky-Border-Mischlinge hängen sehr aneinander und wurden von ihrem früheren Frauchen stark vernachlässigt.

Alle zu vermittelnden Hunde stellt der Verein auch auf seiner Internetseite vor.

Weitere Informationen: http://www.polarhunde-nothilfe.com

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