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Hausen am Tann "Eine Katastrophe"

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Viele Hausener Bürger sind gestern zur Gemeinderatssitzung ins Floriansstüble gekommen und kritisieren den Abbau auf dem Plettenberg. Die Gemeinde habe dadurch nur Nachteile. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

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Hausen a. T. (bv). Erweiterung des Abbaugebiets Plettenberg, Wasserableitung, Sprengungen, Hangrutschungen, Emissionen und vor allem der Abbau der östlichen Traufs: Diese Themen stoßen den Hausenern sauer auf. Mehr als 40 Bürger waren gestern zur Gemeinderatssitzung ins Floriansstüble gekommen und stellten den Holcim-Vertreter viele kritische Fragen.

Bürgermeister Heiko Lebherz fasste nach der zweieinhalbstündigen Aussprache die Situation so zusammen: "Wir sind sehr sensibel und begleiten das weitere Verfahren kritisch, um nicht noch mehr Nachteile für die Gemeinde zu erhalten." Denn Hausen habe schon durch den jetzigen Abbau Benachteiligungen wie Erschütterungen und Lärm zu ertragen. "Zur Not werden wir auch eigene Gutachten in Auftrag geben", betonte der Bürgermeister.

Holcim-Werksleiter Dieter Schillo gab immerhin die Zusage, dass man bei einer Alternativlösung, der auch die Genehmigungsbehörde zustimmen müsse, auf den Abbau der Kulisse oder Teilen davon verzichten könnte. Es müsste dann aber ungefähr die gleiche Menge an abbaufähigem Kalkstein an anderer Stelle gefördert werden. Auch weitere Zugeständnisse schloss Schillo nicht aus, etwa was den Abstand zum Trauf oder zur Albvereinshütte angeht. Er machte aber auch unmissverständlich klar, dass Holcim auf die Erweiterung angewiesen sei. So sei mit dieser der Zementwerk-Betrieb bis 2055 gewährleistet. Derzeit reiche das genehmigte Abbaugebiet bis 2029.

Weil Hausen durch den Abbau nur Nachteile habe, forderte Stefan Buhmann Holcim auf, zusammen mit der Gemeinde "Ausgleichsmaßnahmen" durchzuführen. "Damit erhöht die Firma die Akzeptanz in der Bevölkerung." Gregor Sieber forderte Schillo dazu auf, bei den Genehmigungsbehörden selbst zu beantragen, die Kulisse stehen zu lassen. Weil deren Abbau jedoch schon genehmigt sei und mit der Süd-Erweiterung nichts zu tun habe, müsste in diesem Fall laut Schillo das alte Verfahren neu aufgerollt werden.

Thematisiert wurde ebenfalls, dass die Gemeinden Dotternhausen und Hausen am Tann beim Abbau der Kulisse andere Prioritäten setzten: Dotternhausen wolle diesen schnell haben, Hausen hingegen später. "Aber was ist wichtiger", fragte Karin Schewe, "dass auf dem Berg bald wieder gewandert werden kann oder die klimatischen Veränderungen, mit denen Hausen nach dem Abbau zu kämpfen hat?"

Für Christine Edelmann und Rudolf Matyas war es wichtig festzustellen, dass die jetzt neu zu erstellenden Gutachten in Sachen Sprengerschütterungen, Lärm, Kleinklima, Wind, Staub, Hydro-Geologie, Standsicherheit der Außenböschungen und Flora-Fauna mit dem genehmigten Abbau des Traufs nicht zu tun haben. Diese Gutachten, bestätigte Schillo, gingen vom Status quo aus, also davon, dass der genehmigte Bereich inklusive Kulisse abgebaut sei. Einige Gutachten lägen bereits vor mit dem Ergebnis, dass alle vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden. Er gab aber zu, dass Sprengerschütterungen spürbar seien. Diese könnten aufgrund der Messungen aber nicht zu Schäden an den Häusern führen, "auch wenn im Schrank die Gläser klirren". Hinsichtlich der Wasserableitung gab er Entwarnung: Das System sei auf ein hundertjährliches Hochwasser ausgelegt und funktioniere. Durch die vermehrte Verbrennung von Ersatzbrennstoffen würden die CO2-Emissionen reduziert, führte er auf Nachfrage aus.

Zuvor hatten einige Bürger Luft abgelassen. Hinsichtlich des Traufabbaus war die Rede von einer Verschandelung der Landschaft: "Das ist eine Katastrophe. Aber was mit uns 500 Hausenern passiert, interessiert kein Schwein." So wird eine Veränderung des Kleinklimas befürchtet mit mehr Wind, Staub und Lärm. Als Frechheit wurden die bisherigen Rekultivierungsmaßnahmen bezeichnet, und es wurde die Neutralität der Gutachter in Frage gestellt, die von Holcim bezahlt würden.

 
 

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