Haiterbach Gern sangen sie gemeinsam im Kirchenchor

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Hannelore und Gotthilf Stöhr aus Beihingen feiern heute Diamantene Hochzeit. Foto: Rennig Foto: Schwarzwälder-Bote

Haiterbach-Beihingen. Als Hannelore Stöhr vor 60 Jahren die Heiratsurkunde unterzeichnete – damals brauchte sie als Minderjährige noch die Einwilligung des Vaters zur Eheschließung – musste sie nicht lange zögern, denn fortan trug sie den gleichen Nachnamen. Heute begeht sie, kurz nach ihrem 80. Geburtstag, mit ihrem Mann Gotthilf das Fest der diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar meint, dass nicht zuletzt die für beide schweren Jahre in der Jugend zu großem Verständnis füreinander und zum harmonischen Zusammenhalt über sechs Jahrzehnte beigetragen haben.

Hannelore Nagel wurde 1936 als jüngste von drei Schwestern in Isny geboren, und als ihre Mutter tragischerweise noch im Kindsbett verstarb, übernahm die Calwer Tante die Fürsorge für die Mädchen.

Neue Heimat gefunden

Nach dem frühen Tod auch des Vaters fand die kleine Hannelore, kaum drei Jahre alt, dann in Beihingen eine neue Heimat und wurde von der Familie Stöhr adoptiert: Ihr Vater war der Patenonkel ihres späteren Mannes. Überall, wo sie gebraucht wurde, packte Hannelore Stöhr später mit an, vor allem in der Landwirtschaft. Über die Familie kannte sie den jungen Gotthilf Stöhr schon länger, doch es sollte noch eine Weile dauern, bis die beiden jungen Leute zueinander kamen.

Gotthilf Stöhr, 1931 in Beihingen in eine Schar von sieben Geschwistern hinein geboren, erlernte den Beruf des Schreiners. Bereits in der Lehrzeit verlor der junge Mann durch einen Arbeitsunfall vier Finger seiner linken Hand, und da es damals keine Umschulungsmöglichkeiten gab, arbeitete er weiter in seinem Beruf – bis zur Rente. Schon mit 23 Jahren hatte Gotthilf Stöhr begonnen, das Haus zu bauen, in das das Paar dann nach der Hochzeit 1956 einziehen konnte und das später Heimat für die fünf Kinder der Familie wurde. Noch heute lebt das Ehepaar dort.

Seit seinem 19. Lebensjahr hatte sich Gotthilf Stöhr mit Herzblut der Imkerei gewidmet. Heute führt Sohn Joachim die Tradition fort, während die Blumenliebhaberin Hannelore Stöhr sich um Haus und Garten kümmerte. Auch im VfR Beihingen war Gotthilf Stöhr aktiv, darunter viele Jahre als Kassier. Beide sangen über 20 Jahre lang gerne im Beihinger Kirchenchor und bedauern, dass dieser mangels Nachwuchs nicht mehr existiert.

Frühere Urlaubsreisen

Während das Ehepaar früher durchaus auch verreiste, zum Beispiel nach Griechenland oder Spanien, möchten sie im Alter die Strapazen nicht mehr auf sich nehmen und freuen sich eher an einem ruhigen Leben, zu dem nicht nur seit Jahrzehnten die Lektüre des "Schwarzwälder Bote" gehört, sondern vor allem auch lebhafter Kontakt zu den Kindern, die alle in der Nähe wohnen. Erst vor kurzem erblickte das achte Urenkelchen das Licht der Welt. Den besonderen Hochzeitstag möchte das Jubelpaar im Kreise der Familie verbringen, gemeinsam mit 16 Enkeln und acht Urenkeln.

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