Haigerloch - Eine Schlägerei zwischen Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Skinheads am Rande einer Fasnetveranstaltung in Trillfingen am 7. Januar hat höchstwahrscheinlich nächstes Frühjahr oder im Sommer ein gerichtliches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat jetzt Anklage erhoben und will vier Skinheads wegen gefährlicher Körperverletzung zur Rechenschaft ziehen. Dies bestätigte die Behörde auf Nachfrage unserer Zeitung.

"Schlägerei, Skinheads, Auto als Waffe benutzt": Solche Schlagworte genügten, um den 1400-Einwohner-Flecken Trillfingen über Nacht bundesweit mit einem Ereignis in die Schlagzeilen zu bringen, dessen Ursachen, Hintergründe und Verlauf jedoch bis heute weitgehend verborgen geblieben sind.

Vermutlich wissen Polizei und Justiz nach entsprechenden Zeugenvernehmungen in den vergangenen Monaten inzwischen mehr, als in der Öffentlichkeit bekannt ist, über eines gibt es aber nichts zu rätseln: Es war mächtig was los in Trillfingen, in den frühen Stunden des Sonntagmorgens – so zwischen drei und fünf Uhr – als es nach dem Showtanz des Narrenvereins nur wenige hundert Meter von der Turnhalle entfernt auf offener Straße zur Sache ging. Gegenüber standen sich offenbar zwischen 20 und 30 junger Leute auf der einen Seite und sieben Skinheads auf der anderen Seite; fünf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 17 und 34 Jahren; vier davon aus dem Zollernalbkreis.

Offenbar muss es schon vor der Schlägerei zu Provokationen und fremdenfeindlichen Äußerungen gekommen sein. Dieser Konflikt setzte sich dann außerhalb der Turnhalle fort; vermutlich auch befeuert vom getrunkenen Alkohol. Die Auseinandersetzung gipfelten schließlich darin, dass nach damaligen polizeilichen Darstellungen ein 22-jähriger Skin, der schon wegen Körperverletzung vorbestraft war, in ein Auto setzte und in eine Gruppe fuhr. Dabei riss es drei junge Männer zu Boden. Sie erlitten Prellungen, Schürfwunden und Quetschungen. Die Flucht gelang ihm, aber er kehrte zu Fuß zum Ort des Geschehens zurück und spätestens dann scheint das Fass vollends übergelaufen zu sein. Die Polizei sprach damals von einer "wilden Schlägerei".

Gegen den Fahrer wurde zunächst Haftbefehl wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erlassen und er landete in Untersuchungshaft. Kurz darauf ließ man ihn jedoch wieder frei, der Vorwurf des versuchten Totschlags wurde fallen gelassen. Seine Begleiter waren bereits Stunden nach den Ereignissen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Das Amtsgericht Hechingen muss jetzt über die Zulassung der Klage befinden und einen oder – eher anzunehmen – mehrere Termine für einen Prozess nächstes Jahr festsetzen.