Von Matthias Winter

Gütenbach. Ein Joint-Venture -Vertrag mit der saudi-arabischen Al Zahid-Gruppe und der Firma RENA/SH+E wurde gestern im Firmenhauptsitz auf der Neueck unterzeichnet. Dabei geht es um große (Ab)Wasserprojekte in Saudiarabien sowie um Solarenergiegewinnung in dem Land."Es geht um Wasser und Solar", brachte es Bernhard Stulz bei einer Pressekonferenz auf den Punkt, Geschäftsführer der SH+E-Gruppe Grafenhausen, das Unternehmen schloss erst in diesem Jahr eine strategische Partnerschaft mit der RENA.

Und es geht um sehr viel Geld, denn die saudische Regierung hat ein Programm für Solarenergie aufgelegt, wofür in den nächsten fünf Jahren rund 130 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden sollen.

"Dabei geht es um die komplette Wertschöpfungskette vom Rohsilizium bis zu den fertigen Modulen", erklärte Stulz. Hintergrund: Rund die Hälfte des in Saudi-Arabien geförderten Rohöls wird im eigenen Land verbraucht. Dabei wäre es sehr viel lukrativer, das Öl etwa nach Europa zu verkaufen und den eigenen Strombedarf über Solarzellen zu decken.

Aber auch (Ab-)Wasserprojekte boomen in Saudiarabien, dazu gehören auch die Behandlung von Klärschlamm oder Wasserentsalzungsanlagen. Dabei ist die SH+E Gruppe der passende Partner.

Eingefädelt hatte das Vertragswerk Eve Iris Wittmann, deren in den USA angesiedelten Unternehmen Advanced Global Network sich auf Projektberatung großer Unternehmen spezialisiert hat. 34 Wasser-Unternehmen hatte sie weltweit gesichtet. "Ich habe als am besten geeignetes Unternehmen die SH+E-Gruppe herausgefunden", betonte sie gestern. Unter anderem, weil die Firma alles abdecke, was in Saudi-Arabien benötigt wird.

Doch auch die interkulturelle Beziehung müsse stimmen und da gebe es zwischen Sheikh Issam Al Zahid und Bernhard Stulz keine Probleme. Ohnehin würden die Saudis gerne mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten.

Bernhard Stulz ergänzte, das liege auch daran, dass die SH+E größter Anbietet für Wasserprojekte in Deutschland sei. Unter anderem baut die Firma auch Entsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung. Die SH+E hat rund 1000 Mitarbeiter und ist vorwiegend im Anlagenbau tätig, während die RENA bekanntlich auf Maschinenbau spezialisiert ist.

Hatte das Unternehmen bisher einen jährliche Auftragseingang von rund 250 Millionen Euro, so hat es sich nach der Fusion mit RENA das Ziel gesetzt, 500 Millionen zu erreichen. Dabei könnten RENA-Mitarbeiter auch für den Wasserbereich tätig werden, wenn sie entsprechend umgeschult worden seien.

Aber auch RENA profitiert von dem Joint-Venture. Setzte man die 167 für Solarenergie eingesetzten Milliarden (Dollar) in Leistung um, so lande man bei rund 100 Gigawatt. In der Bundesrepublik sind derzeit 50 bis 60 Gigawatt installiert. "Das sind sportliche Pläne in Saudi-Arabien", lautete der Kommentar von Bernhard Stulz.

Aber es seien auch sinnvolle Pläne, denn in dem Land sei der Stromverbrauch sehr hoch, so dass es eher Strommangel gebe. Auch der Wasserverbrauch betrage pro Kopf das Zwei- bis Zweieinhalbfache des deutschen.

"Als erstes wollen wir zwei Aufträge im Wasserbereich klar machen", kündigte Stulz an. Die nächsten Termine im Solarbereich gebe es Mitte Januar. Hier gehe es um den Bau entsprechender Fabriken in Saudi-Arabien.

Das Joint-Venture-Unternehmen soll in ein bis zwei Jahren schon rund 50 bis 100 Millionen Euro Umsatz machen.