Von Siegfried Kouba

Gütenbach. Zum sechsten Unternehmerfrühstück hatten die Stadt Furtwangen und die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg gestern in die Firma RENA eingeladen. Die Bürgermeister Rolf Breisacher und Josef Herdner hießen mehr als 40 Gäste willkommen.

Es waren Mitglieder der IHK-Vollversammlung, Unternehmen, Hochschule und Bankwesen. Im Mittelpunkt stand der Vortrag "Energiewende aus Unternehmersicht" von Jan Bresinsky, der – wie auch andere Teilnehmer – keinen Zweifel daran ließ, dass die Lichter in Baden-Württemberg auch ohne Atomstrom nicht ausgehen. Vielmehr sei eine intensive, erweiterte und verbesserte Nutzung alternativer Energien gerade durch mittelständische Betriebe gegeben. Das bedeute, Sonne und Wind müssten genutzt werden, regionale Energieerzeugung sei wichtig.

Große Chancen eröffneten sich für den Mittelstand. Politische Leitlinien gäben die Richtung vor, sozio-ökologische und ökonomische Überlegungen müssten angestrengt werden.

Wichtigster Lieferant für Strom sei die Sonne. Entgegen bisher nebeneinander laufender Systeme sei ein vernetztes und integratives Konzept zu verfolgen. Bresinsky behauptete, dass bis zu den Jahren 2030 bis 2050 eine 100-prozentige Nutzung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien möglich sei und die Gesamtkosten für Bau, Erhalt und Finanzierung gleich hoch seien. Das Fraunhofer-ISE habe Jahreskosten von 129 bis 126 Milliarden Euro errechnet. Nahe beieinander lägen die Auswertungen von Photon-Consulting und Fraunhofer-ISE, dass enorme Kostensteigerungen im Bereich fossiler Stoffe zu erwarten seien.

Die Firma RENA selbst mit ihrem Partner Stulz erzeugt erneuerbare Energie (EE) mit Photovoltaik (PV) und Biomasse und ist im Bereich von Großspeichern (Batterien) tätig. Daneben müssen Wind, Wasser, Sonnenwärme genutzt werden und Wandlungsprozesse wie Strom zu Gas erfolgen. Rena gelingt eine deutliche Reduktion der Stromkosten durch Eigenerzeugung.

Mit der PV-Dachanlage können jährlich 360 000 Kilowattstunden erzielt werden. Stromgestehungskosten würden bei zehn Cent pro Kilowattstunde liegen, eine jährliche Ersparnis von runden 9900 Euro. Vorteilhaft bewährt sich die Vanadium-Redox-Flow-­Batterie-Anlage, die für eine gleichmäßig Stromabgabe sorge.

Eine gangbare Vision sei das Power-to-Gas-System (Umwandlung und Speicherung von Windenergie in Gas). Wichtig sei künftig Wärme- und Stromversorgung zu koppeln. Dafür garantiere die ­RENA als Energiezentrale mit intelligenter Vernetzung. Viel Forschung sei noch nötig.

Auch mancher Firmenvertreter sah große Chancen, aus der Abhängigkeit von Gas und Öl auszusteigen.