Grömbach Offene Ohren statt Masterplan

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Eric Zschirpe kandidiert in Grömbach. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Regina Schwenk

Er ist 31, verheiratet, Vater einer einjährigen Tochter, lebt mit seiner Familie in Eutingen im Gäu, gehört weder einer Glaubensgemeinschaft noch einer Partei an und wirft bei der Bürgermeisterwahl in Grömbach seinen Hut in den Ring: Eric Zschirpe.

Grömbach. Nach seiner Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst arbeitete Zschirpe zunächst bei der Bereitschaftspolizei in Böblingen, später wurde er als Sachbearbeiter zur Autobahnpolizei in Ditzingen versetzt.

Parallel packte Zschirpe die Fachhochschulreife an, absolvierte im Anschluss ein Bachelorstudium an der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen. Seit knapp drei Jahren ist er stellvertretender Schichtleiter im Streifendienst bei der Verkehrspolizeidirektion Ludwigsburg. Dort ist er unter anderem für die Aufnahme von Unfällen auf den Autobahnen rund um Stuttgart zuständig, bearbeitet schwere Unfälle in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen und ist für die Verkehrsüberwachung zuständig.

Was der gebürtige Dresdener an seiner derzeitigen Tätigkeit schätzt, ist die Arbeit im kleinen Team. "Ich treffe Entscheidungen und trage die Verantwortung dafür. Das ist das Schöne an meinen Beruf." Und das, findet Zschirpe, sei durchaus eine Parallele zum Amt des Grömbacher Bürgermeisters. Denn Amtsleiter gibt es in der kleinen Gemeinde keine, dort muss der Bürgermeister auch viele administrative Aufgaben schultern.

Mut und Spaß an der Herausforderung

Was sich Zschirpe durchaus zutraut. "Ich denke, mein jetziger Beruf ist nicht die schlechteste Vorbereitung." Klar sei aber auch, dass zu einer Bürgermeisterkandidatur immer Mut und Spaß an der Herausforderung gehöre. Und vielleicht ja auch ein bisschen Demut vor dem Amt. "Ich sehe mich jetzt nicht als den geborenen Bürgermeister. Natürlich muss man in eine solche Sache reinwachsen."

Kommunalpolitische Erfahrung hat er bereits gesammelt. Allerdings nicht auf Seiten der Verwaltung, sondern in der Rolle eines Bürgers, der gegen die Obrigkeit aufbegehrt. Als der Eutinger Gemeinderat im vergangenen Jahr für die Ansiedlung eines Güterbahnhofs in Form eines kombinierten Verkehrsterminals stimmte, war Zschirpe ganz vorne mit dabei, als es darum ging, einen Bürgerentscheid über das Projekt herbeizuführen.

"Das hat sich so entwickelt", sagt er. Die Argumente der Verwaltung seien für ihn nicht stichhaltig gewesen, das Vorhaben hätte für Eutingen eine hohe Verkehrsbelastung bedeutet. Das sahen wohl auch viele seiner Mitbürger so. "Am Ende hat eine Mehrheit von 57 Prozent das Projekt abgelehnt", erzählt Zschirpe.

Woher kommt der Wunsch, nun auf die Verwaltungsbank zu wechseln? Weil Grömbach einen neuen Bürgermeister suche, sagt Eric Zschirpe. "Ich bin keiner, der unbedingt Bürgermeister werden will und sich überall aufstellen lässt."

Aber zu Grömbach habe er eine besondere Beziehung, meint der Kandidat. Begonnen habe diese 2011, als er im Zuge seines Hausbaus erstmals nach Grömbach gekommen sei. "Von dort stammen unsere Türen. Wir sind durch den Ort gelaufen, und die Gemeinde war mir sofort sympathisch." Er habe Grömbach dann noch häufiger besucht und angefangen, die lokalen Nachrichten zu verfolgen.

Ein Umzug ist nicht ausgeschlossen

Sein Plan für Grömbach? Den gibt es nicht, sagt Zschirpe. Er sei keiner, der mit einem fertigen Masterplan in der Tasche daherkomme.

Wohl aber mit offenen Ohren für das, was die Bevölkerung wolle. Als junger Familienvater liege ihm natürlich das Thema Kinderbetreuung am Herzen. Wie auch die Feuerwehr, die eine professionelle Ausstattung brauche. Darüber hinaus "braucht es im Land der Häuslebauer natürlich ein Neubaugebiet". Da sei Grömbach mit dem "Hasenäcker" auf einem guten Weg.

Würde er im Fall eines Wahlsiegs nach Grömbach ziehen? Nicht sofort, sagt der Kandidat. Schließlich habe er erst 2011 in Eutingen gebaut, noch laufe die Finanzierung. Für die Zukunft könne er sich einen Umzug aber gut vorstellen. "Unabhängig vom Ausgang der Wahl", betont der Kandidat.

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