So könnte das Atriumhaus der Initiative „LebensOrt“ Rottweil aussehen. Foto: Dominik Burkard

Das gemeinschaftliche Wohnen der Initiative „LebensOrt“ stößt auf großes Interesse. Eine engagierte Bürgergruppe plant ein Atriumhaus mit bis zu 30 Wohnungen. Die BruderhausDiakonie möchte das Angebot unterstützen.

Mehrgenerationenwohnen und das in Verbindung mit einem Sozialprojekt, das ist die Idee der Initiative „LebensOrt“. Und die Pläne der engagierten Bürgerinnen und Bürger aus Rottweil ist auch schon ganz konkret.

Vielfach haben sie ihre Idee bereits auf dem Wochenmarkt präsentiert und viel Zuspruch erhalten. Die BruderhausDiakonie hat bereits ihre Unterstützung für ein Sozialprojekt zugesagt. Alles perfekt eigentlich. „Aber jetzt fehlt uns noch das passende Grundstück“, bedauern Ines Haßler und Sabine Balleisen und hoffen, dass sich hier noch etwas auftut – „am besten in Erbpacht“.

Ein Quartierstreffpunkt

„Konkret wurde unsere Idee mit der Besichtigung eines Atriumhauses des Architekten Rainfried Rudolf und dem anschließenden Austausch von Ideen zu sozialer Architektur und Stadtentwicklung“. Daraus sei der Plan entstanden, in Rottweil – am besten in der Innenstadt –ein bürgerliches Investitionsprojekt zu schaffen, das in Zusammenarbeit mit der BruderhausDiakonie neben gemeinschaftlichem Wohnen ein Quartierstreffpunkt mit Nutzungsflächen für soziale Arbeit beherbergen soll – ein echter „LebensORT“ mit kurzen Wegen, vielen Begegnungsmöglichkeiten, und dennoch ausreichend Privatsphäre.

Geplant ist ein Atriumhaus mit bis zu 30 Wohnungen mit jeweils etwa 80 Quadratmetern. Die Pläne sind bereits konkret. Sie stammen aus der Feder des Architekten Dominik Burkard, dem Planungsbüro für Baukunst in Zimmern. Eine Baugemeinschaft als GbR wurde bereits gegründet. Die Wohnungen und Gemeinschaftsflächen sollen dabei anteilig durch die Eigentümer finanziert werden.

„Individuelle Lebensentwürfe und -situationen erfordern variable Konzepte für Wohnen und gesellschaftliche Teilhabe einer älter werdenden Gesellschaft“, heißt es von Seiten der Initiative. Und so soll im Rahmen des Projekts „Quartier 2030“ in Zusammenarbeit mit der BruderhausDiakonie ein Ort der Begegnung geschaffen werden, wo es Angebote zur Tagesgestaltung, aber auch zur Unterstützung im Alltag geben könnte.

Auch Nadja King, Projektleitung und Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Kapuziner Rottweil unter dem Dach der BruderhausDiakonie, ist von dem Vorhaben begeistert: „Das Mehrgenerationenhaus Rottweil (MGH) freut sich über alle Aktivitäten einer intergenerativen Zusammenarbeit, denn das ist der Auftrag eines MGH.“

Unterstützung

Das MGH Stadt Rottweil in Trägerschaft der BruderhausDiakonie unterstütze den Ansatz des Mehrgenerationenwohnens in Rottweil. Die Initiative „LebensOrt“ arbeite seit Anbeginn an einem „sehr durchdachten und durchaus attraktivem Wohn- und Lebensangebot. Die baulich offene Struktur und der barrierefrei Ansatz ermöglichen, wenn gewünscht, eine Vielfalt an Kontakten in den Sozialraum. Aus Kontakten können sich lebensweltfreundliche und gesellschaftlich notwendige Netzwerke ergeben und entsprechend festigen. Diese Netzwerke schaffen tragfähige Beziehungen und nachhaltige Ansätze im sozialen Miteinander.“

Teilhabe ist wesentlich

Für jeden Menschen und vor allem für Menschen mit Behinderung sei Teilhabe wesentlich. Dazu trage das Angebot nachhaltig bei, so King. Das Projekt könnte mit seinen Räumlichkeiten den Ausbau der intergenerativen Arbeit und Angebote in Rottweil ergänzen und erweitern, sagt sie.

www.lebensort-rottweil.de