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Furtwangen Wehrle: Wir sind vom Angebot geschockt

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Das Rohrbacher Baugebiet Reibschenberg soll erweitert werden. Doch die Preisangebote für die Erschließung sind Stadtverwaltung und Gemeinderat zu teuer. Foto: Liebau Foto: Schwarzwälder-Bote

Furtwangen-Rohrbach (li). Der anhaltende Bauboom hat auch seine Schattenseiten. Die Auftragsbücher der Baufirmen sind voll, Angebote kaum zu bekommen. Das Angebot, dass die Stadt Furtwangen von einem örtlichen Unternehmer für die Erweiterung des Baugebietes Reibschenberg in Rohrbach bekommen hat, ist ihr und dem Gemeinderat schlicht zu teuer. Nun sucht die Stadt eine billigere Lösung.

Wie berichtet will die Stadt am Reibschenberg acht neue Bauplätze ausweisen. Für den größten Teil der Plätze gibt es bereits Interessenten, die konkrete Bauabsichten haben. Dementsprechend hat der Ortschaftsrat Druck gemacht, dass das Verfahren abgeschlossen wird.

Planungsrechtlich ist alles in trockenen Tüchern, der Bebauungsplan steht. Jetzt geht es noch um die Umsetzung der Planung.

Dazu hat die Stadtverwaltung die Bauarbeiten öffentlich ausgeschrieben. Ein Ingenieurbüro hat im Vorfeld Kosten in Höhe von rund 327 000 Euro brutto kalkuliert.

Zum Schrecken der Verwaltung lagen die drei eingegangenen Angebote weit über diesem Ansatz. Günstigster Bieterin war eine örtliche Firma, die etwas über 420 000 Euro forderte. Zudem fallen noch weitere Kosten an, die noch nicht ausgeschrieben sind.

"Bei einem zu vergebenden Gesamtbudget von 515 000 Euro ergibt sich im Vergleich zur Kostenschätzung eine Kostenmehrung von 188 000 Euro (57 Prozent)" heißt es in der Vorlage für den Gemeinderat. Die Umlage sämtlicher Kosten würde einen Bauplatzpreis von 133 Euro für den Quadratmeter bedeuten.

"Wir sind vom Ausschreibungsergebnis geschockt", sagte Rohrbachs Ortsvorsteher Karl Wehrle am Dienstagabend im Gemeinderat, "wir kommen zu einem Grundstückspreis, der in Rohrbach nicht bezahlbar ist".

Das sieht auch der Rest des Rates und die Stadtverwaltung. Bürgermeister Josef Herdner schlug vor, die Ausschreibung aufzuheben; damit kann das Angebot abgelehnt werden.

Das ist rechtlich möglich, wenn kein besseres Ergebnis zu erwarten ist. Der Rat stimmte dem einhellig zu.

Nun will die Stadtverwaltung probieren, die nötigen Arbeiten billiger zu bekommen und so genannt "freihändig" zu vergeben.

Herdner versprach, die Arbeiten jetzt zügig auszuschreiben, "damit für die Bauwilligen bald Klarheit herrscht!"

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