Von Doris Sannert Region. Saskia Esken wurde am Samstag mit 50 von möglichen 57 Stimmen von den Delegierten der SPD-Kreisverbände Freudenstadt und Calw für den Wahlkreis 280 zur Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 gewählt.Die Kreisverbände Freudenstadt und Calw wollen künftig mit einem eigenen Abgeordneten im Bundestag vertreten sein. Die SPD müsse wieder stärkste Partei werden und endlich wieder einen sozialdemokratischen Bundeskanzler stellen, nannte der Freudenstädter SPD-Kreisvorsitzende Gerhard Gaiser Ziele für die Bundestagswahl 2013. "Deutschland hat die schlechteste Regierung seit Jahrzehnten", ist Gaiser überzeugt. Um der zunehmenden Politikverdrossenheit bei den Wählern entgegen zu wirken brauche es deshalb "eine neue Politik für unser Land".

Saskia Esken soll diese Aufgabe für den SPD-Bundestagswahlkreis 280 Calw/Freudenstadt übernehmen. 1961 in Stuttgart geboren, wuchs sie in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Nach dem Abitur studierte sie einige Semester Germanistik und Politikwissenschaften, schlug sich danach mit verschiedenen Jobs durch und arbeitete zuletzt als staatlich geprüfte Informatikerin. Esken ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Schon früh engagierte sie sich in der Schülermitverantwortung, in einem Jugendhaus mit politischem Hintergrund und war bei Demonstrationen gegen Rechts, gegen Atomkraft und für den Frieden dabei.

1990 trat sie in den Ortsverein Bad Liebenzell und in die SPD ein. 2006 wurde sie zur Elternbeiratsvorsitzenden am Calwer Hermann Hesse-Gymnasium gewählt und ein Jahr später in den Bad Liebenzeller Gemeinderat, dem sie nach ihrer Wiederwahl als Fraktionsvorsitzende angehört. Saskia Esken vertritt die SPD als stellvertretende Fraktionsvorsitzende zudem im Kreistag des Landkreises Calw, ist dort im Kultur- und Sozialausschuss wie auch im Jugendhilfeausschuss vertreten. 2008 übernahm sie den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Bad Liebenzell/Unterreichenbach. Ein Jahr später wurde sie in den Landesvorstand der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) berufen. Seit 2010 ist Esken Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Calw und seit 2011 als Vertreterin für die Gymnasien im Regierungsbezirk Karlsruhe auch Mitglied des 16. Landeselternbeirats.

Schon einmal habe sie um den Einzug in den Bundestag gekämpft, allerdings ohne Erfolg. Nun hofft die engagierte Sozialdemokratin auf einen besseren Listenplatz. Warum sie die richtige Kandidatin für die anstehende Bundestagswahl ist, das machte sie deutlich: "Wir brauchen jemanden, der gut vernetzt und gut im Wahlkreis verwurzelt ist, um den Menschen klar zu machen, dass sie in Berlin gut vertreten sind." Sie sprach sich für einen gesetzlichen Mindestlohn ebenso aus wie für die Energiewende, die gut zu bewältigen sei, und forderte "mehr Frauen in die Ausbildung – mehr Frauen in die Politik". Der Nationalpark wäre auch für die touristische Entwicklung eine gute Chance, ist sie sicher. "Ich stehe zum ländlichen Raum und zu seinen Stärken", bekräftigte Esken und forderte alle auf, die Ziele der SPD gemeinsam in der Region, im Land und im Bund anzugehen.