Freudenstadt - Bei allen großen Verkehrsprojekten wie Stuttgarter Straße oder Tunnel ist den Freudenstädtern auch ein funktionierendes Radwegenetz wichtig. Die Radwegeplanung soll künftig deshalb unter Beteiligung der Bürger weiterentwickelt werden.

Das Thema Verkehrsentwicklung wurde von Bürgermeister Gerhard Link in der Bürgerversammlung behandelt. Er betonte, dass bei den großen Projekten wie Tunnel und überörtliche Anbindung die Stadt nicht alleine handeln könne, sondern auf Bund und Land angewiesen sei. Derzeit größte Baumaßnahme in der Stadt ist der vierspurige Ausbau der Stuttgarter Straße, wo gerade der Knoten in der Nähe des Hauptbahnhofs um- und ausgebaut wird. Zwei Kreisverkehre, eine neue Brücke über die Bahngleise und die Neuordnung aller Verkehrsbeziehungen sind für die Bürger noch nicht so leicht zu durchschauen. "Hoffentlich bekommen die Navi-Hersteller diesen Knotenpunkt mal richtig in den Griff", bemerkte OB Julian Osswald scherzhaft. In der Bürgerversammlung wurde die Animation gezeigt, die auch im Infohäuschen an der Stuttgarter Straße zu sehen ist. Dabei wurde deutlich, wie der Verkehr ab 2014 oder 2015 mal fließen soll.

In Sachen Tunnel gab es nicht viel Neues von der Stadt zu berichten. Mit Bund und Land sei man in der Diskussion, ob zunächst der Tunnel­ast in Richtung Murgtal gebaut wird, da er die größere Entlastung bringt. Im Investitionsrahmenplan sei das 120-Millionen-Projekt aber immer noch in der untersten Kategorie. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass es nach dem Ausbau der Stuttgarter Straße mit dem Tunnelbau weitergeht, erläuterte Gerhard Link. Er streifte thematisch auch noch den geplanten Kreisverkehr am Promenadenplatz, der zu größeren Fußgängerflächen führen soll, die S-Bahn-Haltestelle in Grüntal, die im nächsten Jahr fertig werden soll, und das Anruf-Sammeltaxi in Christophstal.

In Sachen Radwegeplanung bemerkte Link, dass es in Freudenstadt nicht ganz einfach sei, Verbindungen von Ost nach West und von Nord nach Süd zu finden. Dazu hatten aber einige Bürger ein paar Anregungen. So meinte eine Besucherin der Versammlung, die Stadt solle insbesondere auf den Routen zu den Schulen und Sportstätten nicht nur Linien auf einem Plan, sondern auf der Straße einzeichnen. Dann würden alle Autofahrer automatisch auch langsamer fahren, hieß es. "Wie groß muss der Marktplatz eigentlich sein, damit Radfahrer und Fußgänger nebeneinander Platz haben?", fragte ein Diskussionsteilnehmer. Ein weiterer Bürger griff dieses Thema auf und meinte, man müsse die Fußgängerzone Forststraße durchgängig für Radler öffnen, und auch die Gottlieb-Daimler Straße in beiden Richtungen für Radfahrer freigeben.

Zur Sprache kamen ferner Leihfahrräder, zum Beispiel an den Bahnhöfen. Die seien in anderen Städten der Renner, hieß es. Die Stadt sei jederzeit offen für Ideen und auch bereit, sie umzusetzen, "wenn wir jemand finden, der es macht", fügte Gerhard Link im Hinblick auf die knappen Finanzmittel der Stadt hinzu.