Eutingen Die Wolle darf auf keinen Fall verfilzen

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Luis Hoffmann (von links), Janis Hoffmann, Philipp Renz und Leonie Eggert (rechts) waschen zusammen mit NABU-Mitglied Uschi Meier die Schafswolle. Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Alexandra Feinler

Eutingen. Wie frisch eingecremt glänzten die Hände der vier Kinder, die am Eutinger NAJU-Programmpunkt "Wolle waschen" am vergangenen Samstag teilgenommen haben. Zusammen mit Betreuerin Uschi Meier bereiteten die Kinder alles für das Filzen vor.

Um das Eutinger Wachhäusle war am Samstagmorgen einiges los. Während die Erwachsenen die Blechhütte von Gestrüpp befreiten, richteten die Kinder alles für das Wollewaschen her: Bottiche wurden im NAJU-Unterstand aufgestellt. Uschi Meier holte aus dem Wachhäusle immer wieder handwarmes Wasser und die Kinder begannen Wolle zu zupfen. Wolle ist ein Thema des diesjährigen NAJU-Programms.

"Ihr müsst die Wolle schön klein zupfen und dann da rein legen"

Im April haben sich die Kinder getroffen, um mehr über den ersten Schritt der Wolle-Verarbeitung zu erfahren: über das Schafe scheren. Zwar wurde dieses Mal eine andere Wolle von Waldschafen aus Rohrdorf gewaschen, weil diese ein längeres Fell haben und somit mehr Wolle abwerfen, trotzdem lernten die Kinder den Kreislauf kennen. Beim nächsten Treffen soll dann die saubere Wolle gefilzt werden.

Je weniger Blattreste und anderes die Wolle nach dem Waschen hat, desto leichter tun sich die Kinder beim Filzen. Deshalb zeigte Uschi Meier ihren Vieren, worauf sie Acht geben müssen. "Ihr müsst die Wolle schön klein zupfen und dann da rein legen", zeigte die Betreuerin auf den ersten Bottich.

Die Kinder zogen die großen Wollreste auseinander, entfernten Grashalme, Strohreste und weiteres. Anschließend legten sie die Wolle in den Bottich.

Uschi Meier befüllte in der Zwischenzeit die restlichen Wannen mit lauwarmem Wasser. "Fasst mal rein", leitete sie an. "Das fühlt sich gut an", lachte Leonie Eggert über das handwarme Wasser. Wieso darf dieses nicht wärmer sein, wollte die NABU-Kassiererin wissen. "Dann könnte die Wolle eingehen", riefen die Kinder.

Uschi Meier nickte und fügte hinzu: "Genau, dann kann sie verfilzen und das wollen wir ja nicht. Deshalb gebt Acht beim Waschen der Wolle. Nur von oben etwas runterdrücken, nicht knoten, sonst verfilzt die Wolle."

Der sechsjährige Luis Hoffmann wagte sich ganz vorsichtig an das Wasserbad. "Du darfst die Wolle nicht so drehen", gab ihm sein Bruder Janis Hoffmann Tipps. Leonie Eggert und Philipp Renz widmeten sich in der Zwischenzeit der dritten Wanne. In dieser wurde die Wolle im zweiten Waschgang gesäubert. Sie wurde immer heller und das Wasser immer brauner. "Das riecht viel besser als vorher", warfen die Kinder interessiert ein.

Uschi Meier erklärte, dass sie etwas Wollwaschmittel dem lauwarmen Wasser hinzugegeben hat. Die Wolle im Rohzustand rieche nach Fett, erklärte sie. Wenn man sie in der Hand halte, sei diese wie eingecremt. Hatte die Wolle alle drei Bäder durchgemacht, wrangen die Kinder sie etwas aus. "Aber nicht drehen, sonst gibt es Klumpen", wies Uschi Meier auf das richtige Vorgehen hin.

Auf der Bank vor dem Unterstand hatte sie eine blaue Badematte ausgebreitet. Auf diese legten die Kinder die nasse Wolle, die nun in der Sonne trocknen sollte. "Großflächig verteilen, dann trocknet es besser", empfahl die Betreuerin, die schon öfters mit Kindern und mit den vorherigen NAJU-Mitgliedern gefilzt hatte.

"Ich hab das Filzen mal entdeckt und mich fortgebildet. Mir macht das einfach Spaß", erklärte sie ihre Leidenschaft, die sie an die Kinder weitergeben will. Wer jedoch nicht unbedingt die Wolle weiterverarbeiten wollte, konnte auch Zuschauen und seine Lieblingsaufgabe finden.

So machte es am Samstag auch Luis Hoffmann. Er wollte lieber die gewaschene Wolle zum Trocknen auslegen, als sie zu zupfen oder zu waschen. So findet jeder beim NAJU-Programm in Eutingen das, was ihm Spaß macht. Beim nächsten Mal wird gefilzt und auch dabei wird auf die Wünsche der Teilnehmer eingegangen.

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