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Empfingen Studenten drehen Kurzspielfilm

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Start der Dreharbeiten soll am Mittwoch in der Frühe auf dem Flugplatz in Freudenstadt sein. "Dort wollen wir einen Segelflugzeugstart filmen". Foto: Christoph Schumann

Empfingen - Ein abgelegenes Gehöft in der Nähe von Empfingen, umgeben von Weizenfeldern. Für Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg ist dies das perfekte Szenario, um einen Film mit psychologischer Tiefe zu drehen. Sein Titel lautet "Die längste Zeit".

Im Mittelpunkt der Handlung des zehnminütigen Kurzspielfilms stehen Johan und Tekla, ein alterndes Bauernpaar, die mit ihrem Sohn Theo ein abgelegenes Gehöft bewirtschaften. Als begeisterter Segelflieger bricht Theo noch am Morgen der Ernte einen seiner Flüge an. Nichts Außergewöhnliches, geben sich Vater und Sohn doch schon seit Jahren gemeinsam der Leidenschaft des Fliegens hin. Doch was als nur ein Flug von vielen beginnt, entwickelt sich schon bald zur nervenzehrenden Geduldsprobe; denn mit den Stunden kommen die Zweifel. Während sich Tekla sicher ist, dass Theo verschwunden ist, weigert sich Johan, ein Unglück in Betracht zu ziehen. Schon bald sorgt die Abwesenheit des Sohnes für eine zunehmend beklemmende Stimmung zwischen den beiden. Dann bricht die Nacht an, und die Situation droht zu eskalieren.

Dieses Szenario möchte eine Gruppe von 15 Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg noch in dieser Woche filmisch an Drehorten rund um Empfingen und in Freudenstadt verwirklichen. Zum Team der Filmstudenten gehört Esther Busch. Sie studiert im ersten Jahr Filmproduktion und erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, was es mit dem Projekt auf sich hat: "Unser Regisseur Sven Gielnik studiert im zweiten Jahr, er leitet das Projekt für ein Modul, das sich Regie II nennt. Wir haben fünf vorgegebene Drehtage, an denen wir analog einen Film drehen sollen." Start der Dreharbeiten soll am morgigen Mittwoch in der Frühe auf dem Flugplatz in Freudenstadt sein. "Dort wollen wir einen Segelflugzeugstart filmen", sagt Busch. Von Donnerstag bis Sonntag drehen die Studenten dann auf einem Feld bei Empfingen und einem abgelegenen Bauernhof in der Umgebung.

Keine philosophische Auseinandersetzung mit der Zeit

Um das Drehbuch zu "Die längste Zeit" umzusetzen, brauchten die Studenten einen Bauernhof mit Feld. Auf den Hof in der Nähe von Empfingen, dessen Namen die Studenten zum Schutz der dort lebenden Personen nicht genannt haben wollen, sei das Team über Mitorganisator Stefan Schäfer gekommen. Schäfer habe über einen Kollegen, der viele Bauernhöfe in der Region kennt, von dem Hof erfahren. "Sven Gielnik hat sich dann sofort in das Motiv dieses Hofs verliebt", sagt Busch.

In einer Inhaltsübersicht des Films heißt es zu dem Bauernhof als Drehort: "Die Zeit scheint hier ein andere zu sein. Ganz offensichtlich verläuft sie langsamer." In einer Anmerkung zum Film schreibt Regisseur Gielnik: "Wer von der längsten Zeit sprechen würde, der bezeugt damit unweigerlich die unbedingte subjektive Wahrnehmung von Zeit. Der eine fühlt sie länger als der andere. Oft hängt es mit der Verfassung des jeweiligen Gemütszustandes zusammen, wie Zeit empfunden wird. In dem Film verläuft sie quälend langsam, da man auf ein Ende der Zeit wartet, oder anders: Auf einen Zeitpunkt. Nämlich auf das Zurückkommen des Sohnes, der hoch über seinen Eltern im Segelflugzeug fliegt." Es gehe nicht um eine philosophische Auseinandersetzung mit der Zeit, der Film spiele in der fühlbaren Zeit. Gielnik schreibt: "Und wie selten empfindet man im Film schon echte, fühlbare Zeit? Langeweilen werden übersprungen, scheinbar nichtige Zeiträume einfach übersehen. Und genau diese Zeit durchlebt das Elternpaar, die es hier mit einer absoluten Ausnahme zu tun haben, weil der Sohn schon längst hätte zurück sein müssen."

Doch nicht nur der Drehort ist für die Studenten optimal, auch die organisatorischen Bedingungen seien ideal. Busch berichtet, dass sie in und um Horb zahlreiche sehr entgegenkommende Sponsoren gefunden hätten, auf die sie wegen des geringen Budgets auch angewiesen seien. Sie sagt: "So viel Hilfe bekommt man selten. Drei Hotels haben uns aufgenommen." Die Versorgung des Drehteams mit Lebensmitteln übernehmen örtliche Betriebe.

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