Von Joachim Frommherz

Empfingen. Der Standort bei den Tennisplätzen ist vom Tisch (wir berichteten). Nun geht die Suche nach einer geeigneten Stelle für eine Skateanlage in Empfingen weiter. Immerhin: Die Gemeinderäte machten deutlich, dass sie hinter einer Anlage stehen.

Besonders gespannt verfolgten die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend natürlich die Skater. Gleich drei davon – Levin Schweizer (9), Sandi Sprem (10) und Lasse Schmieder (10) – waren in den Sitzungssaal des Rathauses gekommmen, um zu hören, wie denn die Gremiumsmitglieder über einen Skateplatz denken. Dass sie sich über einen neuen Skaterplatz freuen, ist natürlich klar. Nicht umsonst hatte zur Untermauerung ihres Ansinnens Lasse Schmieder sieben Punkte vorgetragen, weswegen unbedingt ein Skateplatz nach Empfingen kommen muss. So sei es unter anderem langweilig und auch gefährlich, auf den Straßen in Empfingen ihrem Hobby nachzugehen. In Skateparks sei dies nur in der Umgebung (Frommern, Bierlingen) möglich, wohin sie die Eltern am Sonntag extra fahren müssten. Ein solcher Skateplatz wäre außerdem ein Treffpunkt für zehn- bis 14-Jährige in Empfingen. Er warf unter anderem auch ein, dass eine Skateanlage die Gemeinde beliebter machen werde, zumal sie auch von Inline-, BMX- und Scooter-Fahrern benutzt werden könne. Außerdem stellen sich die jungen Skater vor, dass man in den Sommerferien entsprechende Kurse anbieten könne auch wollen sie sich um den Platz kümmern und auf Müll achten und diesen entsorgen. Nach seiner Schätzung hätten etwa 50 Kinder wirkliches Interesse daran, den Platz zu nutzen. Bei einer Unterschriftenliste, die der damalige Jugendpfleger Ralf Jochum bei den Dritt- und Viertklässlern initiiert hatte, hatten 95 von 99 Schülern für einen Skateplatz votiert.

Die allermeisten Ratsmitglieder machten deutlich, dass sie grundsätzlich eine Skateranlage haben wollen. Gerade auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung und eine mögliche Attraktivitätssteigerung der Gemeinde im Wettbewerb mit anderen Kommunen. Den Standort bei der Tennisanlage lehnten sie aber durchgehend ab.

Lediglich Xaver Kleindienst stellte die Investition generell in Frage. Immerhin sieht die Gemeinde in ihrem Entwurfsplan, den Heike Kipp vom Ingenieurbüro Gfrörer am Dienstagabend vorstellte, vor, bis zu 30 000 Euro (mit vier neuen Geräten zusätzlich zu den zwei bestehenden) für die Errichtung einer Anlage zu investieren (bei einer kleineren Lösung mit zwei neuen Geräten wären es immer noch 20 000 Euro). Insgesamt soll der Skaterplatz eine Größe von 400 Quadratmetern haben.

Zweifel, dass die Anlage stark frequentiert wird

Kleindienst bezweifelt, dass die Anlage viel frequentiert würde. Er sieht das Verhältnis für die Investition überhaupt nicht gewährleistet. Josef Wannenmacher, der sich aber grundsätzlich für die Anlage aussprach, gab auch zu bedenken, dass es schon nach dem Interesse gehe. Für lediglich fünf Skater wäre die Investition zu viel. Bürgermeister Albert Schindler sieht dies entspannter. Er ist sich sicher, dass nicht nur fünf Skater die Anlage nutzen werden, wenn sie erst einmal steht.

Die große Frage, die sich nach der Ablehnung des Standortes bei der Tennisanlage dem Gremium stellte, war, an welchem Ort man sonst diese Skateranlage errichten könnte. Ein Standort beim Erlebnisspielplatz Täle kam für die Räte nicht infrage, da man dort auf der grünen Wiese bauen müsste, was die Kosten noch einmal nach oben treiben würde. Laut Heike Kipp, die in der Sitzung die Gestaltung eines auf eine Größe von 400 Quadratmetern festgesetzten Skaterplatzes vorstellte, beliefe sich dies auf bis zu 20 000 Euro.

Auf dem Parkplatz hinter dem Jugendhaus war eine weitere Idee genauso wie die betonierte Fläche gegenüber der Firma Brändle im Industriegebiet "Autobahnkreuz", die die Firma auch besitzt. Dort will Bürgermeister Albert Schindler nachfragen, ob es nicht möglich ist, zumindest übergangsweise einen Skateplatz zu errichten. Die Fläche wäre laut Lasse Schmieder perfekt, weil diese glatt ist und somit zum skaten geeignet.

Am Ende der Sitzung erfolgte der einstimmige Beschluss, eine Skateranlage errichten zu wollen. Die Gemeindeverwaltung wurde damit beauftragt, sich auf die Suche nach geeigneten Flächen zu machen, die auch in privatem Besitz sein können.