Empfingen Motto "Alte Fasnet – junge Zunft" lebt

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Das Empfinger Ballett hat auch in diesem Jahr zahlreiche Auftritte. Das Foto zeigt die Showtanzgruppe beim Bunten Abend im vergangenen Jahr. Archiv-Foto: Jethon Foto: Schwarzwälder-Bote

Mehr Veranstaltungen als gewöhnlich erwarten die Empfinger Narren in dieser Fasnetssaison. Grund ist das 66-jährige Bestehen der Narrenzunft. Vom 10. bis 12. Februar feiern sie die "E’pfenger Narrentage". Auch Gerlinde Kretschmann lobt das Engagement der Empfinger.

Empfingen. Saiwaldsause, Hohenzollerntreffen und Jubiläumsumzug – unter diesen Stichwörtern stehen die "Epfenger Narrentage" von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Februar. Details zu dem dreitägigen Mega-Event in Empfingen hat die Narrenzunft bekannt gegeben (siehe Infokasten). Thomas Joachim, Zunftmeister der Narrenzunft, äußert sich im Hinblick auf die bevorstehenden Narrentage: "Im Jahre 1951 versammelte sich eine Anzahl von Bürgern, um die Narrenzunft zu gründen. 66 Jahre später treffen sich in Empfingen Narren und Musikanten aus Slowenien, Österreich, Frankreich und dem süddeutschen Raum, um ihre Bräuche und Traditionen dem närrischen Publikum darzubieten. Mit großer Freude und mit sehr viel Stolz erwarten wir die närrischen Gratulanten in unserem schönen Narren-Flecken E’pfenga."

Fasnetsvertreter und Politiker melden sich zu Wort

Schon jetzt haben sich prominente Fasnetsvertreter und Politiker anlässlich des Jubiläums der Narrenzunft zu Wort gemeldet. Gerlinde Kretschmann, Ehefrau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, lobt die Mischung aus Tradition und Moderne in der Empfinger Fasnetskultur. In ihrem Grußwort als Schirmherrin gemeinsam mit Mechthilde Schnitzer schreibt sie: "Viele Gruppen und Kameradschaften ziehen an einem Strang und verfolgen ihr Ziel vehement, die Fasnet in Empfingen so zu belassen, wie sie schon immer war – und mit den notwendigen Erneuerungen zu versehen. Lebendig, originell, traditionell und kernig! Alte Figuren, ergänzt durch neuere Schöpfungen, prägen die närrischen Tage mit ihren bäuerlichen Bräuchen und Traditionen."

Aufgrund der Originalität der Empfinger Fasnet hatte sich die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte entschieden, die Empfinger Narrenzunft und Kulturgemeinschaft als Partnerzunft aufzunehmen.

Empfinger haben die Pflicht, Traditionen zu erhalten

Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, erinnert die Empfinger an die Verantwortung, die daraus entsteht. Er sagt: "Für die Empfinger erwächst daraus die Pflicht, die gewachsenen Bräuche und Traditionen, wie beispielsweise der Stroh- und Erbsenbären, zu pflegen, wobei uns bewusst sein muss, dass Bräuche und Traditionen auch immer von der Zeit geprägt sind, in der sie gelebt werden."

Thomas Fischer, Ringpräsident des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu, vergleicht das Jubiläum der Narrenzunft mit dem Schlager "Mit 66 Jahren": "Wie in dem bekannten Schlager ›Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an‹ erklärt sich auch das Motto der Kulturgemeinschaft: Alte Fasnet – junge Zunft." Die Fasnet sei in Empfingen ein sehr altes Gut, welches behutsam über viele Generationen hinweg weitergegeben wurde. "Es war eine kameradschaftliche Aufgabe der Jahrgänger unter der Aufsicht der älteren Generationen. Erst später wurde es bei gleicher Begeisterung in eine Vereinsstruktur überführt", sagt Fischer.

Auch der Landschaftsvertreter Neckar-Alb, René Schatz, gratuliert den Empfingern "für die mit außergewöhnlichen Ideen geplanten Narrentage".

Auch aus politischen Reihen darf die Narrenzunft Lob entgegennehmen. Klaus Michael Rückert, Landrat im Kreis Freudenstadt, spricht in Bezug auf die Arbeit der Narrenzunft von einem "wichtigen Beitrag für unsere kulturelle Landschaft und den Brauchtumserhalt in unserem Landkreis".

Nicht zuletzt meldet sich Empfingens Bürgermeister Albert Schindler zu Wort. Er geht auf die lange Geschichte der Empfinger Fasnet ein: "Als Ur-E’pfenger weiß ich, dass die Fasnet nicht 1951 anfing – nein, die Historie legt als ersten schriftlichen Nachweis das Jahr 1784 fest. Es gibt also seit weit über 200 Jahren die Original E’pfenger Flecken- und Straßenfasnet." Die Narrenzunft mit circa 400 Mitgliedern sei im großen Strauß der Empfinger Vereine ein maßgeblicher Leistungsträger.

 Freitag, 10. Februar Die Saiwaldsause beginnt um 19.30 Uhr mit der Begrüßung und dem Einmarsch aller Zünfte und Gruppen in die Tälesee-Halle. Die Narrenkapelle Zottla-Musik intoniert den Original E’pfenger Narrenmarsch zum Auf- und Abmarsch. Zahlreiche Showtanzgruppen treten im Laufe des Abends auf. Unter anderem sind das Empfinger Jugendballett und das Empfinger Hofballett zu sehen.

  Samstag, 11. Februar

Das Hohenzollerntreffen beginnt um 18 Uhr mit dem Hexenwasserbrauen am Rathaus.

Es folgen das Winteraustreiben und der Tanz der "Amraser Matschgerer" aus Österreich vor dem Rathaus und der Hohenzollerische Nachtumzug mit Zünften aus den alten hohenzollerischen Landesgrenzen. Bei der "Nacht der Narren" in der Tälesee-Halle treten zahlreiche Narrenzünfte und Showtanzgruppen auf.   Sonntag, 12. Februar Der Tag des Jubiläumsumzugs beginnt um 8.30 Uhr mit einem Narrenfrühstück im Musikerheim. Es folgt eine festliche Messfeier in der Empfinger Kirche St. Georg, umrahmt vom "E´pfenger Fasnets Chor" und der "Zottla-Musik". Ab 11 Uhr gibt es Brauchtumsvorführungen der E’pfenger Fasnet und den Tanz der Kurenti aus Ptuj/ Slowenien vor dem Rathaus. Das internationale Narrentreffen mit großem schwäbisch-alemannischen Narrenumzug beginnt um 13.30 Uhr. Ab 15 Uhr ist noch ein Nachmittagsprogramm in der Tälesee-Halle angesagt.

Empfingen. Insgesamt 35 Termine stehen in dieser Fasnetssaison von Anfang Januar bis Ende Februar im Kalender der Empfinger Narrenzunft. Viele Termine davon sind auswärts. Nachfolgend die wichtigsten Events in Empfingen:

Die heiße Phase der Fasnet in Empfingen beginnt am Freitag, 10. Februar, mit dem Jubiläumswochenende der Narrenzunft, den "E’pfenger Narrentagen" (siehe Artikel oben). Das nächste Highlight nach den Narrentagen ist eine Woche später am Samstag, 18. Februar, um 19.30 Uhr in der Tälesee-Halle: der traditionelle Bunte Abend. Gespannt können die Gäste unter anderem auf den jährlichen Auftritt des Empfinger Fasnetschors (EFC) sein.

Am Donnerstag, 23. Februar, heißt es dann: "Ruaßhexa em Flegga". Am "Ruaßiga Dauschdig" gibt es traditionell vormittags Hexensuppe für die Rußhexen im Sängerheim. Ab 12 Uhr treiben die schwarz verschleierten Hexen dann auf den Straßen im Ort ihr Unwesen.

Ein Fasnetshöhepunkt für Kinder ist am Samstag, 25. Februar, der Kinderball in der Tälesee-Halle. Er findet von 14 bis 18 Uhr statt.

Am Fasnetssonntag, 26. Februar, ist ganz Empfingen auf den Beinen: Denn der traditionelle Umzug "Nei da Flegga" zieht durch den Ort. Beginn ist um 13.30 Uhr. Die Narren feiern nach dem Umzug solange, wie es ihnen Spaß macht. Eine Möglichkeit zu feiern bietet die "Welcome to the Jungle Party" (Willkommen im Dschungel) der Narrenzunft. Sie beginnt am Fasnetssonntag um 18 Uhr und dauert offiziell bis 3 Uhr nachts des Fasnetsmontags.

Auch am Rosenmontag ist in Empfingen etwas geboten: Das Motto am 27. Februar ab 13 Uhr lautet: "Bettla em Flegga".

Ihr Ende nimmt die Fasnetssaison schließlich am Dienstag, 28. Februar, mit dem letzten Umzug "da Flegga nei" um 18 Uhr. Das ist auch der Zeitpunkt der Hexeneinschläferung am Kehlhof.

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