Von Jürgen Baiker

Empfingen. Traditionell wird im Dezember zum großen Altennachmittag im Advent in die Tälesee-Halle eingeladen, dies abwechselnd von der politischen Gemeinde und der Katholischen Kirchengemeinde St. Georg Empfingen. Dieses Mal war die politische Gemeinde dran.714 Einladungen wurden vom Rathaus an Bürger verschickt, die ein Mindestalter von 65 Jahren haben. Rund 200 Senioren kamen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Albert Schindler erfreute der Mundharmonika-Club aus Betra unter Leitung von Marianne Stribick mit einigen Liedern.

Danach ließ Bürgermeister Albert Schindler das Jahr 2012 Revue passieren. "War es ein gutes Jahr?", fragte er. Schindlers Antwort: Es komme darauf an, wen man fragt. Bei Heirat, Geburt, Hausbau, bestandener Prüfung sei es ein gutes Jahr gewesen; bei Krankheit, Pflege, Arbeitslosigkeit, Tod sei es kein gutes Jahr gewesen. Negativ sei gewesen, dass bei Schlecker 128 Personen ihren Arbeitsplatz verloren hätten, davon 30 aus Empfingen. Ein junger Mensch sei gestorben, eine weitere Person sei obdachlos geworden und die Gemeinde Empfingen habe zwei Asylbewerber aus Indien und Pakistan aufnehmen müssen.

Kommunal sei es im Wesentlichen gut gelaufen, mit kleinen Schrammen. Die Finanzen seien wieder im Lot: Die Gemeinde habe keine Schulden und sogar ein kleines Sparbuch. Acht Bauplätze seien 2012 verkauft worden, im Baugebiet Fischinger Weg/Stunga seien zehn Häuser gebaut worden. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei gut. Aktuell stehe der Verkauf weiterer Bauplätze auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung. Der Empfinger stehe zu seinem Ort, zeigt sich Schindler stolz. Auch im gewerblichen Bereich laufe es. Im Gebiet "Alte Kaserne" sei ein Gebäude verkauft worden, Bosch-Rexroth habe 2,4 Hektar Fläche für ein Logistik-Zentrum gekauft, auch Ceratizit und Biopell erweitern.

Nicht so positiv: 21 Geburten stehen 31 Sterbefälle gegenüber. Die Einwohnerzahl stagniere bei 3.935 Personen, stellte Schindler fest. In der Gemeinde sei es wie in einer Familie, der Starke helfe dem Schwachen, die Generationen unterstützten sich. Die ältere Generation gebe Erfahrungen, Wissen, Zeit und Geld. Dafür erhalte sie den Dank der Jüngeren und hoffentlich auch Hilfe, meinte Schindler. Kirchen, Schule und Verein seien starke Bindeglieder. Sie seien auch der Kitt und die Klammer der Gesellschaft.

Anschließend sprach Dekan Alexander Halter auch für Pfarrerin Sylvia Unzeitig ein Grußwort. Er machte sich Gedanken zu den Begriffen "gemeinsam, gemütlich, besinnlich". Gleich zu Beginn gab er ein Kompliment für Empfingen: Es habe mit Abstand die schönste Halle, die auch gemütlich sei. Besinnlich bedeute auch beschaulich, so Halter weiter. In Besinnlich stecke das Wort "Sinn". Dieser Nachmittag habe einen Sinn. Advent bedeute: "Ich erwarte etwas, was mir Sinn gibt." Die Adventszeit stelle Fragen an uns. So zum Beispiel, was für einen selbst sinnvoll sei – sinnvoll zusammen mit anderen Menschen. "Wir Christen haben noch einen anderen Sinn. Wir erwarten Gott", meinte der Dekan weiter und wünschte allen besinnliche Adventstage und ein besinnliches Weihnachtsfest.

Danach wurde ein buntes Programm geboten. Der Mundharmonika-Club aus Betra erfreute noch mit mehreren Weihnachtsliedern. Der Gemeindekindergarten "Die kleinen Strolche" zeigte in einem Spiel die Geschichte eines kleinen Hirten, der mit anderen Hirten nach Bethlehem gehen wollte, aber da er arm war konnte er kein Geschenk mitnehmen. Aber da fiel ihm ein, dass er doch eine Laterne mit einem Kerzenlicht hat. Dieses kleine, unscheinbare Geschenk war für das Jesuskind dann doch ein sehr wichtiges Geschenk, denn es lächelte, als der kleine Hirte dies übergab.

Auch der Männergesangverein Empfingen trug unter Leitung von Uwe Wagner zum adventlichen Nachmittagsprogramm bei, dies mit einigen Weihnachtliedern.

Nach dem gemeinsamen Vesper griff Uwe Wagner zu seinem Akkordeon und machte an den adventlichen Seniorennachmittag gekonnt einen besinnlichen, musikalischen Knopf.