Hatten einen großen Anteil am knappen deutschen Sieg: Keeper Mathias Niederberger (links), der hier mit Unterstützung von Gerrit Fauser (vorne) vor dem Slowaken Marko Dano klärt. Foto: Skolimowska

Eishockey: DEB-Team gewinnt dramatische Partie gegen Slowakei mit 3:2. Viertelfinale in der Tasche

Nach dem besten WM-Start seit 89 Jahren hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft dank Leon Draisaitl das WM-Viertelfinale ganz dicht vor Augen.

Das Team um den NHL-Star setzte sich im Nervenspiel gegen den Gastgeber Slowakei mit 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) durch und baute nach dem vierten Sieg in Folge die Tabellenführung in der Gruppe A aus. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist nur noch theoretisch von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen, die zur Teilnahme an der K.o.-Runde berechtigen.

Vor 7440 fanatischen Zuschauern in der Steel Arena in Kosice erzielten der US-Collegespieler Marc Michaelis (24.), der Mannheimer Markus Eisenschmid (59.) und Draisaitl 27 Sekunden vor Schluss die Tore für das Team von Bundestrainer Toni Söderholm, das auf den angeschlagenen NHL-Torwart Philipp Grubauer verzichten musste. Im letzten Drittel schied außerdem Verteidiger Moritz Seider verletzt aus. Für die Slowaken, die die deutsche Mannschaft nicht mehr einholen können, trafen Andrej Sekera (29.) und Libor Hudacek (30.). Die letzten Gegner in der Vorrunde sind am Samstag (16.15 Uhr) Kanada, am Sonntag (16.15 Uhr) die USA und am Dienstag (12.15 Uhr/alle Sport1) Finnland.

Grubauer, der nach seinem Play-off-Aus mit der Colorado Avalanche am Sonntag eingeflogen war, musste wegen muskulärer Probleme pausieren. Der Stanley-Cup-Sieger des Vorjahres war beim 4:1 gegen Frankreich nach 30 Minuten angeschlagen ausgewechselt worden. Wann er wieder zur Verfügung steht, ist noch unklar.

Zwischen den Pfosten stand wieder der Düsseldorfer Mathias Niederberger, der bei den Siegen gegen Großbritannien (3:1) und Dänemark (2:1) überzeugt hatte. Auch der Iserlohner Lean Bergmann kehrte nach einem Spiel Pause ins Team zurück. In der Verteidigung ersetzte der Straubinger Benedikt Schopper den Mannheimer Denis Reul.

Mit dem ersten Bully schnellt der Lärmpegel nach oben

Mit dem ersten Bully schnellte der Lärmpegel nach oben, die Zuschauer in der WM-Arena peitschten ihr Team nach vorne. Die mit sechs NHL-Spielern Slowaken machten einen frischeren Eindruck. Sie hatten vor dem wegweisenden Spiel einen Tag Pause gehabt, während die deutsche Mannschaft schon 22 Stunden nach dem Sieg gegen Frankreich wieder aufs Eis musste. Dass es nach dem ersten Drittel nach 3:12 Torschüssen noch 0:0 stand, hatte das Söderholm-Team vor allem seinem Torwart zu verdanken. Draisaitl und Co. kamen in der Offensive zunächst gar nicht zum Zug. Zu Beginn des Mittelabschnitts hatte Niederberger bei einem Pfostenschuss von David Buc Glück (24.).

Nur Sekunden später traf Michaelis nach mustergültiger Vorarbeit des Mannheimers Markus Eisenschmid – mit dem erst vierten deutschen Torschuss. Die Gastgeber antworteten mit wütenden Angriffen und einem weiteren Pfostenschuss durch Richard Panik (28.). Mit einem Doppelpack innerhalb von 85 Sekunden drehte der Weltmeister von 2002 das Spiel, als gleich zwei deutsche Spieler auf der Strafbank saßen.