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Dotternhausen Plettenberg-Abbau: Wurde falsch informiert?

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Steinbruch der Firma Holcim auf dem Plettenberg: Bevor die vom Regionalverband geforderte Süderweiterung beschlossen wird, fordert Altbürgermeister Norbert Majer Detailgutachten und weitere Informationen. Foto: Archiv

Dotternhausen - Wurde in Zusammenhang mit dem geplanten Plettenberg-Abbau durch Holcim im Regionalverband falsch informiert und gemauschelt? Norbert Majer, Altbürgermeister von Dotternhausen, erhebt schwere Vorwürfe.

Wäre das Landschaftsschutzgebiet erst einmal ohne nähere Prüfung und Gutachten aufgehoben, könne die Rohstoffgewinnung auf den bisher geschützten Flächen kaum noch gebremst werden, argumentiert Majer und kritisiert, dass "die bisherigen Unterlagen verschleiern und vertuschen, anstatt Klarheit zu schaffen". Dabei bezieht er sich vor allem auf die Empfehlung des Regionalverbands, die die gesamte Plettenberg-Hochfläche, auch die Rand- und Steilhangbereiche, betreffen würde.

Ortsbesichtigung abgelehnt

Majer verweist auf die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde im Balinger Landratsamt auf Seite 22 der Verbandsversammlungsvorlage: "Der derzeitigen Fassung des Umweltberichts kann aus naturschutzfachlicher Sicht nicht zugestimmt werden."

Die Verwaltung des Regionalverbands lehne eine Ortsbesichtigung und eine Klärung des weiteren Sachverhalts ab, weil er befangen sei und keine sachliche Diskussion und Entscheidung zulassen wolle, unterstellt Majer. "Bestechung? Korruption? Schwer nachweisbar", räumt er ein. Dass bei einer Industrieveränderungsfläche von 2,5 Hektar eine Ortsbesichtigung stattfinde, diese aber bei 83 Hektar Landschaftsschutzgebiet abgelehnt werde, sei aber seltsam.

Prüfungen und Detailgutachten, die vom Regionalverband gefordert worden seien, müssten zwingend vor und nicht nach der Umwidmung des Landschaftsschutzgebiets erfolgen. Das Argument, dass die Zeit dränge, will der Dotternhausener Altbürgermeister so nicht stehen lassen: "30 Jahre hatte man Zeit für solche Untersuchungen, und für die nächsten 14 Jahre liegen Abbaugenehmigungen vor. Da können ein paar Monate mehr oder weniger keine Rolle spielen." Die Herausnahme von 83 Hektar Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet vor dem Vorliegen der Detailgutachten sei rechtswidrig.

Viele Falschinformationen

Falschinformationen des Regionalverbands gebe es zuhauf: Dass der Plettenbergkeller "deutlich außerhalb der Vorhabensfläche" liege, sei unwahr und irreführend. Genau so falsch und irreführend sei die Behauptung, dass das Quelleinzugsgebiet nicht tangiert sei: "Die meisten Quellaustritte sind genau unter der abzubauenden Filterschicht", sagt Majer. Sehr fragwürdig sei auch die Behauptung des Fachmanns für Bergbau beim Regierungspräsidium Freiburg, dass ein Hangfuß eine geringere Standfestigkeit habe als eine steile Abbruchkante: "Warum wurden dann die ägyptischen Pyramiden so gebaut und nicht mit senkrechten Wänden?", fragt Majer.

Was den Denkmalschutz angehe: Die noch unerforschte Plettenbergburg und die jungsteinzeitliche Siedlung bis zur Burganlage auf dem Südgipfel seien ein Stück süddeutscher Kulturgeschichte und absolut schützenswert.

Immer wieder werde mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht, sollte die von Holcim geforderte Süderweiterung des Steinbruchs nicht genehmigt werden, sagt Norbert Majer und kontert: "Der Konzern beteiligt sich nicht wie andere Gewerbebetriebe mit seinen Steuerzahlungen an der Infrastruktur seines Umfelds, sondern die hier erzielten Gewinne werden verschoben. Steuerlich ist das machbar, moralisch ist das fragwürdig."

Fazit: "Wahrscheinlich soll der gesamte Plettenberg durchs Hintertürchen um 60 Meter geköpft werden, was schon vor 40 Jahren einmal diskutiert worden ist. Aber der Gesteinsabbau darf nicht Vorrang vor dem Naturschutz haben." Vorab-Prüfungen und Detailgutachten seien daher dringend erforderlich. Schließlich gehe es nicht nur um 83 Hektar Landschaftsschutzflächen, 37,5 Hektar Naturschutzgebiet und rund 50 Hektar Bergwälder: "Welcher Wert steht hier eigentlich in Frage?"

 
 

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