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Dotternhausen "Hier oben gibt es viele Missstände"

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Günter Schäfer ist oft auf dem Plettenberg unterwegs und entdeckt dabei manches, was ihm nicht gefällt: so etwa den maroden Zaun rund ums Gelände des Funkturms, die von Holcim am Zaun des Steinbruchs angebrachten großen "Werbetafeln" sowie die Betontreppe, die die Firma im Naturschutzgebiet gebaut hat. Fotos: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

Garantiert: Eine Wanderung mit Günter Schäfer auf dem Plettenberg ist spannend und informativ. Dort oben gibt es einiges, was dem ehemaligen Vorsitzenden des Dotternhausener Albvereins missfällt. Und das betrifft nicht nur den Holcim-Steinbruch.

Von Bernd Visel

Dotternhausen. Schäfer will aber nicht nur kritisieren und an allem herumnörgeln. "Es ist nicht alles falsch, was dort geschieht", bekennt er, aber: "Vieles ist halt nicht korrekt. Es muss geordnet ablaufen." Und an Dingen, die seiner Meinung nach nicht korrekt ablaufen, kann er bei der Wanderung rund um den Steinbruch und den Funkturm einiges aufzählen.

Das beginnt an der Einfahrt zum Steinbruch. "Wir sind hier im Naturschutzgebiet, und ich glaube nicht, dass das in Ordnung ist", sagt Schäfer, der sich in der Bürgerinitiative Pro Plettenberg engagiert. Er verweist auf die zahlreichen großflächigen Plakate, die Holcim an der Umzäunung des Geländes angebracht hat.

"Betontreppe passt nicht ins Naturschutzgebiet"

Weiter geht es auf schmalen, allgemein zugänglichen Wanderpfaden in Richtung Holcim-Bergstation. Mitten im Gelände hat der Betreiber des Zementwerks eine meterlange Betontreppe angebracht. Im Grund genommen ein lobenswertes Unterfangen, ist Schäfer der Meinung, nur: "Eine Betontreppe gehört hier nicht her. Das hätte man im Naturschutzgebiet anders machen sollen."

Und weiter geht’s. Der Rentner weist am Abhang auf Versorgungsleitungen für Holcim und den Funkturm hin, die mit einem Seil provisorisch an Ästen abgesichert sind. "Ein Konzern, der Milliarden umsetzt, und dann so etwas was", sinniert Schäfer, der an die 40 Jahre im Vorstand des Albvereins tätig war. Nun ist er im Verein nicht mehr aktiv. Er und die jetzigen Vorstandsmitglieder hätten unterschiedliche Meinungen.

Er kommt auf den Schweizer Konzern zurück, der Kalkstein in rasendem Tempo abbaue, dafür pro Tonne nur 25 Cent bezahle und kaum Gewerbesteuer. "Es ist immer ein Nehmen und Geben", sagt der Pro-Plettenberg-Aktivist, der für einen "verantwortungsvollen Umgang mit dem Berg" plädiert. "Aber da kommt fast nichts zurück." In einigen Jahren, wenn alles abgebaut sei, ziehe sich die Firma zurück und hinterlasse einen ausgehöhlten Berg. Und noch eins: Beim Blick hinein in den Steinbruch zeigt Schäfer auf die Rekultivierungsmaßnahmen. "Da sieht man fast nichts. Holcim ist hier um Jahre hinterher."

Dass Rohstoffe gebraucht werden, verkenne er nicht. Nur, es sollte langsamer abgebaut werden. Holcim habe in den vergangenen Jahren das Abbautempo drastisch erhöht. Schäfer: "Wir versuchen, kleine Kompromisse zu erreichen. Verlaufe die Abbaugrenze 100 Meter entfernt von der Albvereinshütte, ist das anders als 30 Meter vor der Hütte. 70 Jahre lang habe sich niemand darum geschert, was auf dem Berg passiert. Das sei inzwischen anders geworden: "So darf es doch auch nicht weiter sein."

Nun geht es vom Steinbruch durchs Naturschutzgebiet in Richtung Funkturm, der mit Holcim nichts zu tun hat, sondern von der Deutsche Funkturm GmbH, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, betrieben wird. Fast rings um das Gelände, auf dem der Turm steht, ist der Holzzaun, der teilweise auch mit einem Stacheldraht versehen ist, nicht nur marode, sondern in weiten Teilen schon seit längerer Zeit eingestürzt. Das Holz verrottet auf dem Boden. "Das ist nicht nur optisch nicht schön, sondern stellt auch ein Sicherheitsproblem dar." Denn kurz

Kurz hinter dem kaputten Zaun, der ein ungehindertes Betreten des Areals zulässt, stehen Schilder: "Vorsicht: Lebensgefahr bei Eisabfall vom Turm." Und dass sich dort Leute aufhalten, die auf dem Areal nichts zu suchen haben, sieht man an den Graffiti, die auf den Turm und an Betriebsgebäude gesprüht sind.

Schäfer ist sauer. "Es passiert einfach nichts." So habe er sich in dieser Sache schon vor zwei Jahren an Bürgermeisterin Monique Adrian gewandt. Deren Antwort: "Wir kümmern uns darum." Geschehen sei bislang noch gar nichts. Vor mehr als einem halben Jahr, so Schäfer weiter, habe er auch eine Vertreterin der Funkturm-Gesellschaft bei einer Besichtigung des Steinbruchs auf den Missstand hingewiesen: Geschehen sei noch gar nichts.

"Können Sie verstehen, dass man da sauer wird", fragt er und fügt an: "Da ist jetzt ein bestimmtes Stadium erreicht. Das kann man so einfach nicht mehr lassen." Aber die Gemeindeverwaltung sei wenig kooperativ und kompromissbereit: "Die kümmert das nicht."

 
 
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