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Dotternhausen Bittbrief an UNESCO-Kommission

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Archiv-Foto: Walter Foto: Schwarzwälder-Bote

Martin Stussak, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Plettenberg (BI), hat sich mit einem "Bittbrief" in Sachen Plettenberg-Abbau an die Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission, Verena Metze-Mangold, und an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt.

Dotternhausen. Die Schwäbische Alb, so Stussak, sei UNESCO-zertifiziert und somit besonders geschützt. Auch die rund 170 Mitglieder der BI setzten sich gegen die weitere Zerstörung der Umwelt und die zunehmende Luftverschmutzung durch die Zementherstellung ein.

Stussak zitiert Kretschmann mit dem Zitat, die Alb sei ein archäologisches, geologisches, kulturhistorisches und ökologisches Juwel, das es für die zukünftigen Generationen zu erhalten und zu schützen gelte. "Treffender hätten es die Mitglieder der BI Pro-Plettenberg nicht ausdrücken können."

Stussak beruft sich auf Winfried Kretschmann und Papst Franziskus

Stussak bittet Kretschmann, die Vertreter der UNESCO und die Mitarbeiter des Geoparks Schwäbische Alb, die BI in ihrem Kampf um den Erhalt des Plettenbergs zu unterstützen. "Nur mit Ihrer Hilfe werden wir unserer gemeinsamen Verpflichtung gerecht. Auch wir sind es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, einmal ein gutes Erbe zu hinterlassen. So wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika ›Sorge für das gemeinsame Haus‹ sehr deutlich zum Ausdruck bringt. Die Erde zu schützen, ist eine generationenübergreifende Verpflichtung." Stussak informiert in seinem Brief ausführlich über das Zementwerk von Holcim. Dessen Luftreinhaltungsanlagen seien auf dem technischen Stand von 1995. Das Werk stoße zirka 95 Prozent der gesamten industriellen Abgase im Zollernalbkreis aus.

Nun solle das Abbaugebiet auf dem Tafelberg um weitere 20 Hektar erweitert werden. Stussak weist auf Verträge (Erklärungen von 1977/1982) hin, nach denen die Rekultivierung sukzessiv zum Abbaufortschritt erfolgen solle. "Nach Abbauende und vollständiger Rekultivierung soll nichts mehr an den Abbau erinnern", heiße es in den Verträgen.

Allerdings habe das Unternehmen diesen Plan nicht umgesetzt – geduldet vom Landratsamt Balingen sei bis 2014 nur abgebaut und nichts rekultiviert worden. Weiter legt Stussak dar, dass die BI seit Monaten daran gehindert werde, den Steinbruch zu vermessen, "da der Verdacht von eklatanten Abbaugrenzüberschreitungen vorliegt". Wegen des Zutrittsrechts, welches vertraglich geregelt sei, habe man gegen das Landratsamt eine Dienst-/ Fachaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidium Tübingen eingereicht.

Weiter erwähnt Stussak den Absturz von drei Loren der Seilbahn im vergangenen Jahr und die Verunreinigung des Bodens durch giftiges Schmierfett von der Seilbahn. Bei all dem spiele das Gewerbeaufsichtsamt eine "traurige Rolle".

"Verquickung von Landratsamt und Firma Holcim"

Angesichts der "Verquickung" von Firma und Landratsamt gehe die BI weiter davon aus, dass die Stellungnahmen des Naturschutzbüros Zollernalb und der Naturschutzbehörde wohl nicht gewürdigt würden. Beide hätten das von Holcim in Auftrag gegebene Gutachten über Fauna und Flora nahezu ganzheitlich abgelehnt. Das Landratsamt scheine die "unglückliche Verknüpfung von Gutachter und Rekultivierer", beides sei die gleiche Firma, jedoch nicht zu stören.

Durch den Kalksteinabbau auf dem Plettenberg, so die BI, würden zudem die Trinkwasserquellen gefährdet, die Gefahr weiterer Erdrutsche und Hochwasser nehme zu und durch die Sprengungen gebe es Erschütterungen, die in den umliegenden Gemeinden zu spüren seien. Und: "Wenn die Randkulisse Richtung Osten einmal vollständig geöffnet ist, wird sich ein neues Ausmaß an Sturmschäden einstellen."

Letztlich wird gefragt, ob das Landratsamt "auf Biegen und Brechen die Versäumnisse von Jahrzehnten vertuschen" wolle. Stussak: "Wir kämpfen für einen Abbaustopp an den bisherigen Grenzen und eine vollständige Erfüllung der gültigen Rekultivierungsverträge von 1977 und 1982."

 
 

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