Von Hanni Vollmer

Dornhan. "Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird sich das ganze Universum zusammentun, damit du es auch erreichst" – dieser Satz des alten weisen Königs von Salem begleitet den andalusischen Hirtenjungen Santiago, der sich für seinen Traum entscheidet und dem bisherigen Leben adieu sagt, auf seinem Weg in das ferne Ägypten.

Während seiner abenteuerliche Reise und der Suche nach einem vergrabenen Schatz bei den Pyramiden erkennt er wichtige Lebensweisheiten, findet zu sich, lernt den Alchimisten kennen, begegnet Fatima, einer Wüstenfrau, und entdeckt immaterielle Bereicherungen wie die Liebe. Er erkennt: "Man liebt, weil man liebt. Dafür gibt es keinen Grund." Viele haben es in ihrem Bücherschrank, das charmante orientalisch-südländische Märchen "Der Alchimist" von Paulo Coelho mit der Botschaft, dass erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, unser Leben lebenswert macht.

Schauspieler Alexander Finkel hat sich das Einverständnis des brasilianischen Schriftstellers für eine Bühnendarbietung dieser Fabel eingeholt und ist nun mit seiner Überarbeitung mit Begeisterung "on tour". Für Finkel ist die Geschichte geradezu seine eigene, denn vor Jahren folgte er seinem Traum und wechselte vom Starkstromelektriker zum Künstler. Er gastierte im Farrenstall.

Die Bühne war Kulisse für ein Zelt mit einem großen Teppich. Es reichte aus, um seine Zuhörer mental in eine Oase an einer Karawanenstraße zu entführen. Dabei schlüpfte Finkel einfach nur in die Rolle des Erzählers und spiegelte die zauberhafte Welt des Santiago wider. Man spürte den Duft der Wüste, die Kraft des Levante, dem heißen staubigen Wüstenwind, sah die sich verändernden Dünen, die Sprache der Zeichen. Verschleierte Frauen und bekriegende Berber säumen den Weg von Santiago, vor allem aber Menschen, die ihn ermuntern, die Geheimnisse der Welt zu erkunden.

Gebannt lauschte man der Stimme Finkels, die die Botschaft des Alchimisten von einem tiefen inneren Glück, das nicht mit Gold aufzuwiegen ist, wiedergab. Der Schauspieler überzeugte mit seiner Interpretation der Erzählung, das eigene Schicksal zu bestimmen, und faszinierte mit seiner sensiblen Annäherung zweier Religionen und Kulturen. Eine gelungene darstellerische Hommage an Paulo Coelho.