Donaueschingen-Hubertshofen - Der Narrenverein Waldwinkel Hubertshofen feiert am 11. und 12. Januar sein 50-jähriges Jubiläum mit einer Geburtstagsparty.

Doch auch schon früher wurde in Hubertshofen Fasnet gemacht, aber seit wann, kann heute nicht mehr genau festgestellt werden. Um das närrische Geschehen in kontrollierbare Rahmen zu lenken und das bisherige, meist planlose Treiben im Ort durch eine bessere organisatorische Gestaltung zu ersetzen, wurde der Narrenverein am 5. Februar 1963 gegründet.

17 Einwohner aus Hubertshofen und Mistelbrunn nahmen an der Gründungsversammlung teil. Aus diesen Reihen wurde Albin Vogt als Vorsitzender gewählt. 1983 wurde der Narrenverein Waldwinkel in das Vereinsregister eingetragen. Im Jahre 1993 wurden die Waldwinkler als Gastzunft und 1997 als Vollmitglied in die Schwarzwälder Narrenvereinigung aufgenommen.

Das 25-jährige Bestehen wurde 1988 in der Speditionshalle der Firma Vogt gefeiert. Am Brauchtumsabend haben sich in Hubertshofen über 800 Gäste und beim Umzug die 400 Hästrägern sehr wohl gefühlt. In 2007 wurde das Freundschaftstreffen der Schwarzwälder Narrenvereinigung mit einem Narrenfest der Superlative gefeiert, es war die größte Veranstaltung, die je in Hubertshofen stattgefunden hat. Anlass war der 44. Geburtstag des Waldwinkel, der 22. der Schmellewieber und das zweijährige Wiegenfest der Bad-Milli Hexer sowie die Neugründung der Gardemädchen.

Neben den Fasnetveranstaltungen gesellten sich im Laufe der Zeit einige Veranstaltungen, die der Narrenverein federführend organisiert und die heute aus dem örtlichen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken sind. So wird seit 1973 der Skilanglauf "Rund um Hubertshofen" zusammen mit den Vereinsmeisterschaften des SC 1900 ausgerichtet. Jahrzehntelang wurden Bildersuchfahrten und Hammelstechen organisiert. Jährliche Altpapier- und Altmaterialsammlungen runden das rege Vereinsleben ab.

Die derzeitige Vorstandschaft besteht aus dem Vorsitzenden Christian Knöpfle, zweiter Vorsitzender ist Robert Knöpfle, Kassierer Klaus Degen. Narrenräte sind Marion Löffler, Patrick Dankwardt, Martin Ritter, Felix Knöpfle, Matthias Ruf. Das Amt des Schriftführers ist derzeit vakant.

Auf Initiative von Oskar Willmann wurden die Schmellewieber 1984 ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit Egon Schwarz aus Bubenbach entwarf Willmann die Holzmaske. Die Markenzeichen der Maske sind die großen Augenbrauen und der Tannenzapfen am Mundwinkel. Das Häs aus Ziglistoff wurde ebenfalls aus vielen Einzelideen zusammengestellt. Der Rock, die Bluse und der Überschurz wurde selbst genäht, ebenso mussten die passenden Socken und die Handschuhe selber gestrickt werden. 15 junge Burschen traten in den neuen Verein ein, und Andreas Willmann wurde im Herbst 1984 zum ersten Oberschmellewieb gewählt.

Die Schmellewieber haben eine lange Tradition. Früher mussten die Frauen in den Wald, um das so genannte Schmellegras oder Schmielegras zu schneiden. Die geschnittenen Schmielen fanden eine vielfältige Verwendung. Es wurden Matratzen oder Kissen gestopft. An Fasnachtsumzügen führen die Schmellewieber Sicheln und Grätzen mit, diese wurden früher zum Schneiden und Transportieren des Schmellegrases genutzt. Im Jahre 2006 wurde die Bad-Milli Hexer als neue Untergruppe aufgenommen. Ursprung dieser Gruppe ist die Badmühle, die urkundlich im Jahre 1624 erstmals in Bräunlingen erwähnt wurde. Sie lag im nordöstlichen Bereich von Hubertshofen oberhalb des Waltershäusles im Gewann Rimsen.

Das Wasser des Reichenbächles wurde für die Mühle und zur Bewässerung der Wiesen des Mantelhofes genutzt. Laut Sage sollen im 17. Jahrhundert in dem Badbrunnen die Männlein und Weiblein gemeinsam gebadet haben, was den frommen Hubertshofener Einwohnern ein Dorn im Auge war. Sie spielten den teilweise weit angereisten Badegästen Streiche, was diese mit allerlei Schimpfwörtern quittierten. Meister der 15 aktiven Hexer sowie zwei Althexer ist seit 2011 Markus Gfell.