Dobel - Als in der Sitzung des Dobler Gemeinderats am Dienstagabend der Wasserturm an der Reihe war, stellte Bürgermeister Wolfgang Krieg zu Beginn fest: "Wir schieben das Thema schon lange vor uns her." Jetzt gibt es Neues zu vermelden.

Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober soll der 1937 erbaute Turm geöffnet werden. So der Beschluss des Gremiums. Und Mitarbeiter der Kommune sollen fürs Öffnen und Schließen zuständig sein. Für die Sicherheit wird eine ungefähr 5000 Euro teure Videoüberwachung sorgen.

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Turm "birgt mehr Potenzial als man glaubt"

Peter Mast von der Isocont GmbH war erneut anwesend, um sein Konzept für die touristische Nutzung zu erläutern. Der Schwarzwald-Guide und ehemalige Dobler Kurgeschäftsführer gab bereits im Juni einige Ausführungen. Zwischenzeitlich habe es Versuche gegeben, touristisch aktiv zu sein, doch der Turm "birgt mehr Potenzial als man glaubt". Er ging noch mal auf die einzelnen Räume ein: das Kanzelgeschoss mit Aussichtsplattform sowie Infotafeln, das Hochparterre mit dem Naturpark-Inforaum samt Abstellraum, das ungenutzte zweite Obergeschoss (OG) sowie den ehemaligen Wasserbehälter im vierten OG. Für den Skytron-Betriebsraum mit Vorraum im dritten OG und den E-Plus-Betriebsraum im ersten OG wird Pacht verlangt.

Die erste Naturparkfördermaßnahme ist bekanntlich abgeschlossen. Der Naturpark-Inforaum im Hochparterre sowie die Einrichtung der Turmkanzel kosteten 26 000 Euro, wobei der Gemeindeanteil bei 7800 Euro lag. Nicht weiter verfolgt werden soll nach der Aussprache "Dobelturm Teil 2" (Seminar- und Inforaum für naturparkbezogene Aktivitäten im zweiten OG). Lediglich fünf Panormabilder an den Fensterfronten in der Turmkanzel wird es noch geben, die etwa 7000 Euro kosten und ebenfalls bezuschusst werden.

Als Gründe für die geringe touristische Nutzung führte Peter Mast auf: kein angewandtes Betriebskonzept und Mängel am Gebäude. Deshalb gebe es keine oder nur spärliche Hinweise sowie keine Vermarktung in den Medien.

Roy-Jonny Kieferle meinte, mehr Geld sei erforderlich, um touristisch etwas bieten zu können. Als Beispiel nannte er ein riesiges Teleskop für Sterngucker. Bürgermeister Wolfgang Krieg sagte, das Dobler Wahrzeichen könne zwei Mal genutzt werden. Für die Naturbesucher als Aussichtsturm und mit Blick auf den touristischen Bereich zeitweise als Ausstellungsturm. Hierbei sprach er von mindestens sechs potenziellen Partnern. Namhafte Firmen würden mitmachen.

Reimund Ruff warnte generell vor einem Schnellschuss. Lothar König zeigte sich überzeugt davon, dass eine Ausstellung niemanden interessiere. Es gehe um die Aussicht. Und der Turm müsse ein Alleinstellungsmerkmal sein. Das Dach sollte seiner Meinung nach um ein Stockwerk erhöht werden – ein Drehrestaurant mit Aufzug wäre die Attraktion. Er meinte, die Gemeinde könne eventuell selber tätig werden.

Bärbel Schöffler sagte, um Zugang zu bekommen, hole niemand den Schlüssel irgendwo ab. Bernd Bischoff erinnerte daran, dass der Wasserturm seit 2006 der Gemeinde gehört. Man habe das Pferd am Schwanz aufgezäumt. "Ewig grüßt das Murmeltier" – so könne es nicht weitergehen. Bernhard Kraft erklärte erneut, dass die installierte Orientierung auf der Aussichtsplattform nicht brauchbar sei. Der Verantwortliche solle dem Gemeinderat Rede und Antwort stehen.