Deißlingen - Zöllner des Zollamts Deißlingen haben in den vergangenen Tagen fünf Postsendungen mit gefälschten Armbanduhren entdeckt.

Im Zollamt Deißlingen gehen Postsendungen aus Nicht-EU-Ländern ein. Es ist für einen Bezirk, der sich über drei Landkreise – Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar – erstreckt, zuständig. Die Sendungen werden mit einer Röntgenanlage kontrolliert. Die Untersuchung soll zeigen, ob der Inhalt der Pakete im Rahmen des Versandes korrekt angegeben worden ist. Bei den vorliegenden Fällen war dies nicht der Fall, wie das Zollamt mitteilt.

Milliardenschäden durch Produktpiraterie

Der chinesische Absender hatte vorsichtshalber gar keine Angaben zum Inhalt seiner Lieferungen gemacht. Die fünf Pakete waren alle neutral verpackt und für einen Empfänger im Schwarzwald-Baar-Kreis bestimmt. Dieser verweigerte jedoch – offensichtlich in weiser Voraussicht, heißt es in der Mitteilung – die Annahme der Pakete.

Nach dem Öffnen der Sendungen stellte sich nämlich heraus, dass sich darin 50 originalgetreue Nachbauten von Uhren eines namhaften belgischen Herstellers befanden. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser Marke sei auch die Zahl der immer wieder entdeckten Plagiate entsprechend hoch.

Nachdem der Zoll mit dem Markenrechtsinhaber der Uhren Kontakt aufgenommen hatte, stellte sich heraus, dass es sich bei den Armbanduhren um Fälschungen handelte. Sie wurden durch den Zoll beschlagnahmt. Der Rechteinhaber wird voraussichtlich die Vernichtung der Plagiate anordnen.

Schätzungen nach beträgt der volkswirtschaftliche Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland pro Jahr rund 30 Milliarden Euro. Infolgedessen gingen hierzulande jährlich circa 50 000 Arbeitsplätze verloren.