Deißlingen (fus). Die Ärmel wurden hochgekrempelt im Gründungsjahr der Genossenschaft Bürgerenergie Deißlingen, so Vorstandsmitglied Stefan Schuler bei der ersten Mitgliederversammlung in der kleinen Sporthalle in Lauffen.Bereits 230 Mitglieder zählt die Genossenschaft und ist damit eine starke. Im Gründungsjahr hat sie bereits Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Volksbanksporthalle und des Bauhofs in Deißlingen in Betrieb genommen. Vorstandsmitglied Ingo Schmeh gab technische Daten der beiden Anlagen bekannt und erläuterte die Montage der Arbeiten.

Als Ausblick nannte Stefan Schuler die Umsetzung neuer Projekte zur Energiegewinnung, aktuell seien aber keine in Aussicht. In Erwägung werden Kleinwindkraftanlagen, Heizwärme oder weitere Photovoltaikanlagen in Betracht gezogen; hierzu sollen die Mitglieder einbezogen werden. So rief Stefan Schuler sie auf, sich in den Arbeitsgruppen einzubringen, die dann die Projekte angehen. Im vergangenen Jahr sei auch ein Heizblockkraftwerk besichtigt worden, was sehr aufschlussreich gewesen sei.

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Der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Ralf Ulbrich, gab einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrats und des Ergebnisses der Prüfung des Jahresabschlusses. Paul Hengstler erläuterte den Jahresabschluss und betonte den "sensationellen Mitgliederzuwachs" im ersten Jahr. Die genauen Zahlen des Jahresabschlusses seien auf der Homepage der Genossenschaft veröffentlicht und für jeden zugänglich.

Der Feststellung des Jahresabschlusses und der Beschlussfassung für die Verwendung des Jahresgewinns stimmte die Versammlung einstimmig zu. Der erwirtschaftete Gewinn soll in diesem Jahr in der Genossenschaft bleiben, später ist eine Ausschüttung von drei Prozent vorgesehen. Die Entlastung beantragte Peter Küppers; sie erfolgte einstimmig.

Im Vorfeld der Versammlung fand ein Vortrag von Peter Bickel vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung des Landes Baden-Württemberg zum Thema "Die Energiewende – Teure Spinnerei oder Zukunftsstrategie?" statt. Der Referent erläuterte die zahlreichen Möglichkeiten von erneuerbaren Energien. Das Fazit lautete: Der Übergang sei technisch machbar, rechne sich aber nur längerfristig, biete Perspektiven und sei ohne Senkung des Energieverbrauchs nicht machbar.