Von Stefan Preuß

Dauchingen. Das Hilfsprojekt der Gemeinde Dauchingen mit der Partnerschule in Gambia wächst und gedeiht. Jetzt besuchten Elfrun und Günther Reinelt die Kinder in Bintang. Ihr Fazit: "Die Not ist groß, aber dank der Hilfe aus Dauchingen sind Fortschritte sichtbar."

Mit 200 Kilogramm Hilfsgütern ausgestattet reisten die Reinelts zur Partnerschule in Bintang (Gambia). Nachdem ein neuer Schulleiter die Leitung der Schule übernommen hatte, war die Spannung vor dem ersten Kennenlernen groß. Der vormalige, sehr tüchtige "Headmaster" war im Frühjahr überraschend verstorben, noch bevor der verfallene Flügel der Schule restauriert worden war.

Das Schulgebäude und die Klassenzimmer waren jetzt neu gestrichen und sauber, die im vergangenen Jahr gepflanzten Bäume zeigten nach einer außergewöhnlich langen Regenzeit eine erstaunliche Höhe. Der Lehrertrakt mit dem Speiseraum für die Kinder steht vor der Fertigstellung. Die Küche hat auch ein neues Dach erhalten, doch ist sie noch in einem recht unfertigen Zustand. Hier sind Nacharbeiten nötig. "Für den Brunnen mit dem Windrad mitten im Schulhof konnten wir direkt vor Ort eine Abdeckung fertigen lassen", berichten die Reinelts.

Der Besuch bei den 14 mittlerweile aus Dauchingen gesponserten Kindern in Brikama sei sehr erfreulich gewesen.

Elfrun und Günther Reinelt, die Motor des Projektes sind, konnten mit allen Kindern sprechen. Diese hatten an den mitgebrachten Geschenken große Freude. Da auch Kinder aus drei umliegenden Dörfern die Schule in Bintang besuchen, wurde auch dem Dorf Katakorr ein Besuch abgestattet. Dort wurde im letzten Jahr der Bau neuer Toiletten finanziert. Da von Dauchinger Spendern der Kindergartenbeitrag und der Reis für 26 Kinder für das ganze Jahr bezahlt worden waren, saßen jetzt statt vormals neun Kinder deren 35 im Kindergarten. Über die vielen mitgebrachten Spielsachen freuten sich die Kinder königlich. "Nun wünscht man sich dort eine Mauer um das Gelände und einen Speiseraum, um nicht mit aufdringlichen Ziegen und Schafen gemeinsam essen und spielen zu müssen. Vielleicht gelingt es, dies im neuen Jahr zu finanzieren", hoffen die Dauchinger.

Bulanjor, ein anderes Dorf, von dem aus die Kinder jeden Tag sieben Kilometer zur Schule nach Bintang laufen müssen, wünscht sich einen Kindergarten.

Für die kleinen Kinder ist der Weg zum Kindergarten in Bintang zu weit, so dass sie nicht gefördert werden können, bevor sie zur Schule gehen. Das Geld für das benötigte Material für den Bau fehlt jedoch. Das Dorf bestach durch seine liebenswerten und engagierten Bewohner. Es ist mit einem Auto kaum erreichbar und wirkt sehr arm.

"Man sieht, die Not ist groß. Aber durch die Unterstützung aus Dauchingen sind Fortschritte deutlich sichtbar. Vieles ist schon erreicht worden", bilanzieren Elfrun und Günther Reinelt im Vergleich zu 2006, als sie Bintang zum ersten Mal besuchten. "Das sollte Motivation sein, die Hilfen gezielt weiterzuführen." Natürlich werden weiterhin Spenden benötigt, um die schulische Ausbildung der Patenkinder weiter zu begleiten und Schule und Kindergarten in Bintang und den Nachbardörfern zu fördern.