Von Karl Schwager

Burladingen. Wer weniger Wasser verbraucht, zahlt mehr fürs Abwasser: Sparsamkeit zahlt sich eben nicht immer aus und dies dürften die Burladinger Haushalte ab 2013 beim Obolus fürs Abwasser zu spüren bekommen.

33000 Kubikmeter Schmutzwasser weniger als in früheren Jahren fließen derzeit im Jahresverlauf durch die Burladinger Kanalisation in Richtung Kläranlage. Aufgrund des sparsamer gewordenen Wasserverbrauchs und aufgrund der steigenden Kosten für die Entsorgung der Klärschlämme komme die Gemeinde um eine maßvolle Erhöhung der Schmutz- und Regenwasserabgaben für Privathaushalte nicht herum, beschied der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner zu Beginn der Sitzung des Gemeinderats. Die angestrebte 100-prozentige Kostendeckung in Sachen Abwasserentsorgung sei sowohl 2011 wie auch 2012 nicht erreicht worden. Und dies obgleich Burladingen die Haushalte für die Abwasserentsorgung bereits stärker belaste als etwa die Nachbargemeinden, so Wiesner.

Auf Grundlage einer Dreijahres-Kalkulation eines Tübinger Büros empfahl er die Anhebung der momentan erhobenen Schmutzwasserabgaben für Privathaushalte je Kubikmeter von derzeit 2,77 Euro auf 2,91 Euro sowie eine Anhebung der Regenwasserabgaben von derzeit 30 auf 39 Cent pro Quadratmeter bebautem und versiegelten Grund.

Aufgrund der deutlich kostengünstigeren Entsorgung der Abwässer, die Burladinger Unternehmen direkt in den "Industriesammler" einleiten, schlug Wiesner eine Kostensenkung von derzeit 2,30 Euro auf 2,06 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser vor. Die Vertreterin des Ingenieurbüros hatte auch kritische Fragen vom stellvertretenden Schultes Klaus Ritt, wie auch von der CDU Fraktions-Chefin Dörte Conradi und dem Freien Wähler Gerhard Lehmann zu beantworten, was ihr nicht immer gelang: Für Conradis Frage etwa, warum Burladingen für sein Abwasser mehr Geld ausgeben müsse als die Nachbargemeinden, blieb sie eine schlüssige Antwort schuldig. Auch Lehmann äußerte Unbehagen: Nach erfolgter Optimierung der Albstädter Schlammbehandlung sei nicht zu verstehen, warum anders als zugesagt der Preis für die Klärschlamm-Entsorgung steige statt günstiger zu werden, ließ er wissen und bezweifelte darüber hinaus, dass alle Möglichkeiten an Einsparungen ausgereizt worden seien. Nichtsdestotrotz fiel die Abstimmung am Ende der Debatte einstimmig zugunsten der Änderung der Abwassersatzung aus.

Ebenso einmütig beschlossen die Räte anschließend die Erhöhung der Jahresmieten für städtische Gemeinschaftsschuppen in den Teilorten Hörschwag, Melchingen, Ringingen und Stetten auf 300 Euro und der Schuppen in Salmendingen auf 320 Euro. Darüber hinaus informierte Bürgermeister Ebert über veränderte Verhältnisse im Kindergarten Melchingen. Die bislang kommissarische Leiterin Marion Haug werde die Leitung ab sofort offiziell übernehmen.