Blumberg Staupe-Fälle machen Jäger hellhörig

Stefan Limberger-Andris, 15.05.2012 11:19 Uhr

Blumberg/Tuttlingen - Hellhörig geworden sei er auf jeden Fall. Ekkehard Jeserich, Leiter des Hegering Blumberg, ruft nach den Staupe-Erkrankungsfällen von Füchsen im Landkreis Tuttlingen die hiesigen Jäger zur Wachsamkeit auf.

Seit 2010 wird in Baden-Württemberg eine auffällige Häufung der Staupe-Fälle registriert. Die Virus-Krankheit rückte in den vergangenen Jahren vom besonders betroffenen Bodenseegebiet bis in den Landkreis Tuttlingen vor. Unlängst wurde ein befallener Fuchs im Bereich der Papiermühle bei Tuttlingen von Spaziergängern gesichtet und von einem Jäger später erlegt. Im Kreis Tuttlingen ist dies der dritte Nachweis, nach einem Fall in Leipferdingen bei Geisingen Ende 2010 und einem zweiten Fall in Neuhausen o.E. im März diesen Jahres. In den vergangenen Wochen wurden zwei weitere verhaltensgestörte Füchse auch in Nendingen und in Tuttlingen beobachtet. Dies lässt vermuten, dass unter den Füchsen der Region eine Staupe-Welle verläuft. Die hohen Fuchsbestände, insbesondere auch in den Siedlungsbereichen, fördern nach Fachmeinung die Ausbreitung der Erkrankung.

Bislang sei ihm zwar kein einziger Staupe-Fall in den Jagdrevieren des Hegerings bekannt, resümiert Ekkehard Jeserich die vergangenen Monate, trotzdem müssten die Jäger wachsam sein. Er sei über die Meldungen aus dem Landkreis Tuttlingen doch beunruhigt. Mit größer werdender Fuchspopulation steige auch die Gefahr der Verbreitung der Staupe. Der Staupe-Virus befalle vornehmlich Jungfüchse und verbreite sich besonders in der Ranzzeit, dann also, wenn Füchse zur Fortpflanzung auf Wanderschaft und auf die Suche nach einer Fähe gehen. Die Füchse legen dabei enorme Strecken zurück, weiß Ekkehard Jeserich und verweist darauf, dass dann auch zügig die Gemarkung Blumberg erreicht werden könnte.

Die Blumberger Jäger beachten jeden tot aufgefundenen Fuchs aufs Genaueste. Diese Tiere würden veterinäramtlich untersucht und die Todesursache festgestellt. Zwar seien in den zurückliegenden Monaten verendete Füchse am Eichberg gefunden worden, jedoch ohne gefährlichen Befund.

Die Stadt Tuttlingen und das Veterinäramt des Landratsamtes Tuttlingen geben derweil Verhaltenshinweise an die Bevölkerung aus: Füchse sollten auf keinen Fall gefüttert werden, da dies deren Vermehrung und Verbreitung im Siedlungsgebiet fördere. Auch Hunde und Katzen sollten nur im Haus oder nur an Stellen gefüttert werden, die von Füchsen nicht erreicht werden können.

 
 
Kommentare (3)
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MAI
18
Hunter1, 04:34 Uhr

Experten geben entwarnung?!?!?

Die einzigste Lachtruppe die ich kenne und da dazu gehören die zwei Vorschreiber sind so militante Tierschützer die von tuten und blasen aber auch keinerlei Ahnung haben und meinen sie müssten mit ihrer nutzlosen Freizeit anständige Arbeitende Bürger belästigen. Da es ja schon seit geraumer Zeit das Inernet gibt, ist es auch solchen Leuten einfach eine Meinung zu bilden, da man sich ja aus dem Netzt sämtliches gefährliches Halbwissen aneignen kann, die Betonung liegt hier auf Halbwissen. Und jetzt könnnt ihr ja wieder losziehen und ein paar Hochsitze ansägen! Weidmannsheil

MAI
15
Rotfuchs, 18:44 Uhr

Fuchsjagd fördert Seuchenausbreitung

Was in diesem Beitrag komplett fehlt, ist die Anmerkung, dass die von den Jägern betriebene intensive Verfolgung des Fuchses zu deutlich höheren Nachwuchsraten führt. Gerade die somit in größerer Zahl vorhandenen Jungfüchse sind es jedoch, die Krankheiten bei ihren kilometerlangen Wanderungen auf Reviersuche verbreiten. Auch bei der Tollwut stellte man in den 1980er Jahren nach langer Zeit intensiver Fuchsbekämpfung fest, dass die Jagd zur Bekämpfung der Seuche vollkommen kontraproduktiv war. Erfolge bei der Tollwutbekämpfung wurden erst durch tierfreundliche Impfköder erzielt - nicht durch das Töten unschuldiger Wildtiere. Trotzdem kriminalisiert die Jägerschaft den Fuchs noch heute - wohl vor allem, um einer immer kritischer werdenden Öffentlichkeit vorzugaukeln, dass die Jagd nun einmal 'sein muss'.

MAI
15
Glasmännchen, 13:25 Uhr

Experten geben Entwarnung - Jäger schüren die Angst

... warum ist das wohl so? Die Antwort liefert der der Hegeringleiter gleich mit: 'Mit größer werdender Fuchspopulation steige auch die Gefahr der Verbreitung der Staupe.' Ergo: Feuer frei auf diese schönen und intelligenten Tiere! Denn je weniger Füchse, desto besser! Es ist schon besorgniserregend den 3.(!) nachgewiesene Fall seit 2010(!) zu erleben. Also liebe Leute, seit froh, dass wir die Jäger haben, die sich völlig uneigennützig und unter grosser Aufopferung für die Volksgesundheit einsetzen, auch wenn die Staupe nicht auf Menschen übertragbar ist und die Staupeimfung bei Hunden zu der Standardimmunisierung gehört. Was zunehmend Sorge bereitet ist jedoch diese lodengrüne Lachtruppe, die weiterhin ihre abstrusen Vorstellungen über Tiere und Natur als Fachwissen verkauft und hinausposaunt!