Balingen - Na also, geht doch: nach sechs Spielen ohne Dreier durften die Kicker der TSG Balingen endlich mal wieder einen Sieg bejubeln. Mit dem 4:0 beim FC Singen verbesserten sich die Eyachstädter in der Tabelle auf Rang acht.

Die Erleichterung war nach dem Schlusspfiff bei allen Balingern greifbar: "Ich denke, dass allen die Wichtigkeit diese Sieges bewusst ist. Hätten wir verloren, wären wir mitten im abstiegskampf, sagte TSG-Spielleiter Bernd Jetter, der tief durchatmete und e sich ebenso freute wie die Spieler, die sich auf dem Rasen abklatschten.

Einer strahlte besonders: Torhüter Marcel Binanzer. Der 20-Jährige hatte erst bei der Ankunft in Singen erfahren, dass er im Balinger Tor stehen würde, da Julian Hauser sich nicht wohl fühlte und über Grippesymptome klagte. "Nö, aufgeregt war ich nicht, etwas angespannt vielleicht" sagt Binanzer. Im Spiel war es ihm nicht anzumerken; Binanzer agierte souverän und hielt am Ende seinen Kasten sauber. "Der Sieg war sehr wichtig. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten nur nach uns schauen. Das ist uns gelungen. Wir sind umso glücklicher, dass der Sieg so deutlich ausgefallen ist."

Doch in der ersten Halbzeit deutete nichts auf einen klaren Sieg der Eyachstädter hin. Denn Singen hielt gut und gestaltete die Partie über weite Strecken ausgeglichen, wenngleich ein regulärer Treffer von Florian Kath vom Schiedsrichter nicht anerkannt wurde.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bot sich dem Schlusslicht sogar die große Chance zur Führung, doch Ümit Oytun kratzte den Schuss von Sven Körner noch von der Linie. Das war die Schlüsselszene im Spiel, denn wenig später leistete sich ausgerechnet der Tieringer in Diensten des FC Singen, Wolfgang Narr, einen folgenschweren Abspielfehler, den Marc Wissmann zur 1:0-Führung der TSG nutzte. "Wir hatten die große Chance auf den Sieg. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätten wir das 1:0 erzielt. Und dann so ein Abspiel von mir, das passiert mir normalerweise nicht und wird mir auch so schnell nicht wieder passieren", ärgert sich der Tieringer. "Bis zum Gegentor haben wir mitgehalten. Aber nach dem 0:1 haben wir die Köpfe hängen lassen, und das Selbstvertrauen war weg", sagt Narr.

Nach dem 0:2 des eingewechselten Florian Horschke war dann der Drops gelutscht. "Der Ball ist seitlich runter gefallen, ich habe ihn mitgenommen, noch einen Abwehrspieler aussteigen lassen und mit rechts Vollspann unten rein", schildert Horschke sein Tor, "das war eine Hundertprozentige, die musste ich machen. Das 2:0 war wichtig, danach ist der Gegner zusammengebrochen. In der ersten Halbzeit war es durchwachsen, wir waren nervös. Das kam dadurch, dass wir die letzten Spiele nicht gepunktet haben. Mit dem 1:0 ist das Selbstvertrauen gekommen, und nach dem 2:0 waren wir beflügelt und haben das Ding nach Hause gebracht."

Fürwahr, nach Horschkes Treffer leistete Singen keinen Widerstand mehr, die TSG konnte schalten und walten wie sie wollte und legte durch Wissmann und den eingewechselten Edwin Sieg noch zwei Treffer drauf.

Doch Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen haben die Eyachstädter nicht, denn bereits am Samstag gastiert der FSV Hollenbach zum ersten Rückrundenspiel. Das Hinspiel in Hollenbach endete 1:1, und auch in der Tabelle sind die beiden Kontrahenten Nachbarn und haben jeweils 22 Zähler auf dem Konto. Und wie der TSG gelang dem Team von Trainer Ralf Stehle nach zuletzt vier Niederlagen mit dem 4:3-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers II ein Befreiungsschlag."Gegen Hollenbach wird es sicher nicht leicht. Das wird ein Duell auf Augenhöhe. Ein Heimsieg würde uns sehr gut tun. Wir schauen, das wir das hinbekommen", so Binanzer.