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Balingen Balingen hält sich aus Streit um Ersatzbrennstoffe heraus

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Der Drehrohrofen von Holcim in Dotternhausen – darin werden künftig mehr sogenannte Ersatzbrennstoffe anstelle von Kohle verwertet. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

Balingen/Dotternhausen (mai). Die Balinger Stadtverwaltung sieht derzeit keinen Anlass, wegen des erhöhten Einsatzes von Ersatzbrennstoffen im Zementwerk Holcim in Dotternhausen aktiv zu werden. Das sagte Oberbürgermeister Helmut Reitemann am Dienstag im Gemeinderat. Balingen sei davon schlicht "nicht negativ betroffen", so Reitemann; vielmehr gehe er davon aus, dass sich die Situation auch für die direkten Anlieger verbessern werde.

Zu diesem Schluss sei er nach der Prüfung von Unterlagen gelangt, die das Regierungspräsidium Tübingen (RP) ihm vorgelegt habe, sagte Reitemann.­ Demnach würden durch den vom RP unlängst genehmigten 100-prozentigen Einsatz von Ersatzbrennstoffen bei der Zementherstellung die dabei in die Luft geblasenen Schadstoffe "deutlich reduziert". Die Genehmigung sei verbunden mit strengeren Grenzwerten für Staub, Stickoxide und Schwefeldioxid. Diese Werte können, wie Holcim wiederholt versichert hat, aufgrund einer verbesserten Anlagentechnik sowie einer optimierten Betriebsweise problemlos eingehalten werden.

Reitemann reagierte damit auf ein Schreiben der BI Pro Plettenberg, das an ihn selbst sowie an die Sprecher der Balinger Gemeinderatsfraktionen gegangen war. Absender war der frühere Dotternhausener Bürgermeister Norbert Majer, heute einer der schärfsten Kritiker des Zementherstellers Holcim. Majer wollte Reitemann und die Fraktionssprecher dazu bewegen, Einwände gegen die Genehmigung zu formulieren. Dafür gebe es aber, sagte der Balinger Oberbürgermeister, keinen Anlass.

Erwin Feucht (Grüne) meinte dazu im Gremium, es sei "kurios", dass für Müllverbrennungsanlagen strengere Grenzwerte gelten als beispielsweise für Zementhersteller, die im Rahmen des Betriebs Ersatzbrennstoffe einsetzen. Das sei aber eine "bundespolitische Frage".

Holcim setzt nach eigenen Angaben bisher zu 60 Prozent, künftig voll und ganz auf Ersatzbrennstoffe, unter anderem Trockenklärschlamm, Dachpappe, Altreifen, Bearbeitungsöle, Kunststoffe und Papierfaserfangstoffe. Diese Vorgehensweise sei von den zuständigen Jahren seit Jahren genehmigt. Die Ersatzbrennstoffe seien zudem so ausgewählt, dass bei deren Verbrennung keine anderen oder höheren Emissionen entstehen würden als bei der Verbrennung von Kohle.

 
 

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Steffen Maier

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