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Baiersbronn Gänsehaut-Momente in der Kirche

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Der Jazzchor der Universität Karlsruhe gab ein begeisterndes Konzert in der Münsterkirche in Klosterreichenbach. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Claudia Müller

Zwei Chöre, ein Dirigent: Mit Michael Hegenauer am Notenpult boten der Jazzchor der Universität Karlsruhe und der gemischte Chor Tonart des Männergesangvereins (MGV) Klosterreichenbach ein mitreißendes Konzert in der Münsterkirche.

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Beim A-cappella-Konzert zugunsten der Gemeindehausrenovierung hatte der Chor Tonart das erste Wort. Wobei Wort nur bedingt stimmt. Wie beim Scatgesang bestand der Eröffnungs-Calypso vorwiegend aus rhythmisch und melodisch anein-andergereihten Silbenfolgen ohne Wortbedeutung, nur unterbrochen von einem gelegentlichen "Let’s sing along". Bei so viel Groove war der stürmische Applaus des Publikums nicht verwunderlich.

Hans Haist, Vorsitzender des MGV Klosterreichenbach, begrüßte das Publikum anschließend noch ein bisschen aufgeregt und sehr glücklich. "Für mich hat sich heute ein Lebenstraum erfüllt: Wir werden mit dem Jazzchor Karlsruhe zusammen ein Lied singen." Er sei ein großer Fan dieses Chors, den Michael Hegenauer seit 2011 leitet, erklärte Haist. Seit Februar 2015 leitet der Lehrer des Richard-von-Weizsäcker-Gymnasiums auch den Männergesangverein Klosterreichenbach und den Chor Tonart. Letzterer ließ die Zuhörer als nächstes mit "Somebody’s Knocking at your Door" wissen, dass Jesus bei ihnen anklopfe, und erzählte, passend zur Kirche als Konzertort, mit "Let my Light Shine Bright", dass er sein Licht Tag und Nacht für Gott scheinen lassen wolle.

Nach einem fliegenden Wechsel stellten aber zunächst die über 50 Sänger des Jazzchors ihr Licht auf den Scheffel. Mit "Elijah Rock" in einem Arrangement des Amerikaners Moses Hogan und "Wittness", arrangiert von Jack Halloran, sorgten sie für den ersten Gänsehaut-Moment des Abends. Vor allem im Stück "Elijah Rock" beeindruckte der Chor mit blitzsauber gesungenen, schwierigen Harmonien.

Albrecht Schäfer, Pfarrer an der Münsterkirche, erläuterte nach seiner Begrüßung kurz Hintergründe der Gospelmusik. Die Arbeiter auf den Plantagen kannten biblische Geschichten wie die vom Propheten Elia, der eines Tages völlig erschöpft zusammengebrochen war. Und sie konnten diese Erfahrung nachvollziehen. "Die Arbeiter haben in ihre Lieder ihre ganze Sehnsucht reingelegt", fasste Schäfer zusammen, was die Zuhörer beim Vortrag der Chöre schon gespürt hatten. Das folgende Lied "Joshua Fit the Battle of Jericho" sei eines der bekanntesten Gospels, so Schäfer. Es erzähle, wie die Armee um Josua eine riesige Stadt mit Musik erobert hat. Mit Blick auf die heutige Zeit könne man das als einen Beleg dafür verstehen, dass man auch ohne Gewalt viel erreichen kann.

Solist begeistert mit Spiel auf der Violine

In der voll besetzten Kirche erreichten die Sänger beider Chöre zunächst aber, dass die Zuhörer auch im zweiten Konzertteil – nach Stücken wie Robbie Williams’ "Angel", "Fix you" von Coldplay, Oliver Gies’ ironischem "Das Rendezvous" oder Annett Louisans bösem "Drück die Eins" – in Jubel ausbrachen. Nicht zuletzt auch wegen kraftvoller, unverstärkter Soli von Sängern des Jazzchors. Auch die Einheit innerhalb der einzelnen Stimmgruppen sowie deren Klangfarben waren bei dem Chor aus Karlsruhe bemerkenswert.

Der Jubel wurde nach den Auftritten von David Hegen-auer an der Violine nicht leiser. Er begeisterte mit "Kumru", einer Komposition des türkischen Pianisten und Bürgerrechtlers Fazil Say, und mit der "Csardasz" von Vittorio Monti. Am Klavier begleitete ihn sein Bruder, Chorleiter Michael Hegenauer. Kein Wunder also, dass das Publikum dem gesamten Ensemble mit stehenden Ovationen Beifall zollte. Es dankte mit zwei Zugaben, darunter ein Gänsehaut-Arrangement für Jazzchor des Hits "Viva la vida" von Coldplay. Sicher haben beide Chöre einige Fans dazu gewonnen.

Wer selbst mitsingen möchte, sei dazu in Klosterreichenbach nach den Fasnetsferien willkommen, betonte Hans Haist. Der Männerchor probt freitags ab 18.30 Uhr, der Chor Tonart ab 20 Uhr.

 
 
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