Baiersbronn/Dobel. Der Berufsgruppe Erzieherinnen widmete sich 2012 die Gemeinde Dobel mit der Aktion "Helden des Alltags". Mit unter den Geehrten: Daniela Wolf vom Baiersbronner Therapiezentrum Iven.

Der Schirmherr, der baldige Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup, lobte das Engagement aller Erzieherinnen und Erzieher, die zur Feststunde im Kurhaus Dobel gekommen waren. Denn "Erzieherinnen und Erzieher prägen gemeinsam mit den Eltern die Zukunft des Landes". Für den Initiator der Veranstaltung, Bürgermeister Wolfgang Krieg, war es eine Ehrensache, "die Stützen der Gesellschaft, die Menschen, denen wir vertrauen", auszuzeichnen.

Was 2002 mit einer spontanen Idee begann, ist über die Grenzen Baden-Württembergs hinausgewachsen: Bei der zehnten Verleihung des Titels "Held des Alltags" waren auch Gäste aus der Republik Baschkortostan. Wolfgang Krieg, Ideengeber und Bürgermeister des Höhenluftkurorts Dobel, hatte die Aktion "Helden des Alltags" zum 50. Geburtstag des Landes Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Jährlich werden wechselnd neue Berufsgruppen in den Fokus gerückt. Gesucht werden stets Geschichten, die das Leben schreibt, die nicht alltäglich sind. Dabei spielt das Thema Dienstleistung eine große Rolle. Denn stets sind es Menschen, die das Leben lebenswert machen, sei es der freundlichste Briefträger, der aufmerksamste Krankenpfleger oder der netteste Taxifahrer. Die Kuppenheimer Erzieherin Brigitte Weber hat unter rund 90 Einsendungen den ersten Platz mit der Auszeichnung "Freundlichste Erzieherin" in Baden-Württemberg errungen. Sie hat die sechsköpfige Jury – bestehend aus Ursula Cantieni, Marianne Mack und Sabine Spitz sowie Gerhard Meier-Röhn, Roy Kieferle und Jan Dirk – mit ihrem Konzept überzeugt, Jung und Alt zusammenzubringen. "Mit ihren Kindergartenkindern geht sie in die Seniorenheime", erläuterte Krieg. Dort werde dann gemeinsam gesungen. Für Brigitte Weber ist das nicht nur zur Freude der Senioren, sondern auch, um die soziale Kompetenz ihrer jungen Schützlinge zu fördern, ihr Mitgefühl und ihre Achtung vor anderen Menschen.

Eine länderübergreifende Geschichte erzählte Krieg bei der Ehrung einer Erzieherin aus Baiersbronn: Daniela Wolf. Sie beschäftigt sich mit sprachlich gehandicapten Kindern. 2011 hat sie ein Kind aus der Republik Baschkortostan im Therapiezentrum Iven logopädisch therapiert und reiste danach für drei Wochen unentgeltlich ins 4000 Kilometer entfernte Salawat, um auch dort ihm und anderen Kindern mit Sprachbarrieren zu helfen.

Vernera Farganova, stellvertretende Direktorin des Unesco-Büros in der Republik Baschkortostan, war persönlich zu der Ehrung gekommen. Sie freute sich besonders über die Auszeichnung für Daniela Wolf und lobte die berufliche Kompetenz der Erzieherin, die ihr Fachwissen bei russischen Familien einsetzte. Der Vorschlag, Daniela Wolf zu ehren, kam aus Stuttgart von Gerti Sobek-Beutter.

Bad Herrenalb war bei den Ehrungen zur "Freundlichsten Erzieherin" ebenfalls vertreten. Die Kindergärten aus Bernbach und Neusatz wurden geehrt. Für alle nominierten Erzieherinnen gab es Urkunden und Sachpreise sowie ein Abendessen.

Weitere Informationen: www.dobel.info