Von Matthias Buchner Altensteig. Günther Garbe verteidigt die Erhöhung der Nahwärmegebühren: "Prozentual mag das ein großer Schritt sein, aber wir bieten unseren Kunden nach wie vor einen sehr guten Preis", sagt der Chef der Altensteiger Stadtwerke.Dass der Altensteiger Gemeinderat beschlossen hat, die Nahwärmegebühren zu erhöhen – den Grundpreis auf 29,44 Euro pro Kilowatt und den Preis pro Kilowattstunde auf 7,9 Cent – ist etlichen Kunden sauer aufgestoßen. Immerhin entspricht das Erhöhungen um 43,97 und 33,62 Prozent. Das fand seinen Ausdruck auch darin, dass eine kleine Schar irritierter Nahwärmeabnehmer ihren Weg in die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres gefunden hatte. Dort stand eine – rein formale – Änderung der Satzung über die öffentliche Nahwärmeversorgung auf der Tagesordnung, und etliche Stadträte nutzten die Gelegenheit, noch einmal Stellung zu der Gebührenerhöhung und ihren Nachbeben zu nehmen. Wilhelm Wurster (FWV) kam zu dem Schluss, dass an der Preissteigerung nichts auszusetzen sei, dass man die betroffenen Bürger aber besser über die Hintergründe aufklären müsste. Deshalb regte er an, die Stadt möge zu einer Informationsveranstaltung einladen.

Dieser Idee will sich Günther Garbe nicht verschließen, allerdings zieht er persönliche Gespräche mit den Wärmeabnehmern vor, um für die Leistungen der Stadtwerke Altensteig zu werben.

So führt er an, dass der Grundpreis für die Wärmeversorgung 18 Jahre lang konstant bei 20,45 Euro lag. "Natürlich hätten wir in kleinen Schritten erhöhen können, aber unser Ehrgeiz war es, stabile Preise zu bieten", sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke. Bis einschließlich 2010 habe man so auch ausgeglichene Ergebnisse erzielt. 2011 hätten dann vor allem steigende Gaspreise und Erhöhungen der Nutzungsgebühren für vorgeschaltete Netze ein Defizit von knapp 300 000 Euro verursacht – ein Trend, der sich 2012 fortgesetzt habe. "Da wir aber eine schwarze Null schreiben wollen, sind wir um eine Gebührenerhöhung nicht herumgekommen", so Günther Garbe im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese falle prozentual nun zwar drastisch aus, aber hätte man sich stattdessen für mehrere kleinere Erhöhungen in der Vergangenheit entschieden, wäre dies die Kunden noch teurer gekommen.

Was die aktuellen Preise betrifft, zeigt sich Günther Garbe selbstbewusst: Die Nahwärmeversorgung der Stadtwerke brauche auch nach der Neukalkulation den Vergleich mit anderen Modellen nicht zu scheuen. Unabhängig von der angeregten Informationsveranstaltung, die voraussichtlich Ende Januar stattfinden wird, ist Garbe "gerne bereit, jedem Kunden individuell die Vorteile vorzu- rechnen".

Dass die Stadt Altensteig bestrebt ist, die Wärmepreise niedrig zu halten, ergebe sich schon aus dem Umstand, dass sie selbst der größte Abnehmer der Stadtwerke sei. Rund 50 Prozent der in den beiden Blockheizkraftwerken an der Hohenbergschule und am Christophorus-Gymnasium produzierten Wäre verwendet die Stadt dafür, Schulen, Hallen und Bäder zu heizen. "Wenngleich das eine interne Verrechnung ist – das Geld muss ja erst einmal erwirtschaftet werden", sagt Garbe.

Dermaßen sprunghafte Anstiege der Wärmegebühren wird es in Zukunft ohnehin nicht mehr geben: Günther Garbe kündigte an, dass die Stadtwerke die Preise künftig für jedes Jahr neu kalkulieren wollen.