Albstadt Dialog mit zwei Künstlern

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Das Kunstmuseum Albstadt eröffnet morgen, Sonntag, die Ausstellung "Dialog mit Dix: Zipora Rafaelov – Frauen, Kinder, Blumen, Selbst". Damit beginnt die Herbstsaison.

Albstadt-Ebingen. Angeregt von Dix-Ausstellungen in Gera und Albstadt sucht die in Düsseldorf lebende israelische Künstlerin Zipora Rafaelov seit einigen Jahren selbst den Dialog mit Otto Dix, einem der größten Zeichner des 20. Jahrhunderts. Mit ihren filigranen Papierschnitten stellt sich die israelische Künstlerin, die 2014 den Rheinischen Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises erhielt, der Zeichenkunst von Otto Dix und einigen ihrer Themen: Frauen, Kinder, Blumen, der Blick auf das eigene Ich. Zugleich erinnert die Ausstellung an den Geburtstag von Otto Dix, der sich am 2. Dezember zum 125. Mal jährt.

Für beide Künstler bildet die Zeichnung eine existentielle Grundlage ihrer Kunst, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. In motivischer Konzentration deckt die Ausstellung Gemeinsames wie auch Gegensätzliches auf – zwischen Künstler und Künstlerin und über eine zeitliche Distanz von 60 bis 100 Jahren.

Otto Dix, dem das Zeichnen des eigenen Spiegelbilds zeitlebens immer neu Anlass zur Befragung des eigenen Ichs war, stellt sich den wechselnden Lebensumständen – als junger Vater, ecce-homo-gleich als Kriegsgefangener, als alter Mann mit dem Enkelkind auf dem Arm bis hin zum Bezeugen der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des eigenen Lebens.

Bilder von Frauen im Garten Eden

Zipora Rafaelov zeigt die Frauen – und darin letztlich auch sich selbst – im großen Zusammenhang der Natur wie in einem unendlichen Ornament: eingebettet in die Vorstellung vom Garten Eden mit seinen Blumen und Vögeln und Motive aus den hymnischen Texten im Hohenlied Salomos. Otto Dix und Zipora Rafaelov verbindet der liebevolle Blick auf Blumen und Kinder, in denen sie dem Leben in seiner reinsten Form begegnen: ungeschützt, unverbildet und offen für alle Möglichkeiten der Entfaltung und des Erblühens.

Die Ausstellung zeigt 20 meist großformatige Cutouts von Zipora Rafaelov. In mehr als 30 Werken erscheint Otto Dix mit einer ganz anderen Facette seines Schaffens: im Blick auf Kinder und Blumen und 15 Selbstporträts aus fünf Jahrzehnten.

Bei der Eröffnung um 11 Uhr sprechen Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und Veronika Mertens, Leiterin des Kunstmuseums. Die musikalische Umrahmung übernimmt Berenike Birth aus Stuttgart mit ihrer Harfe. Die Künstlerin ist anwesend.

 Die Ausstellung ist bis 8. Januar geöffnet. Für Freitag, 2. Dezember, um 19.30 Uhr ist die Sonderveranstaltung ein Konzert zum 125. Geburtstag von Otto Dix mit dem Titel "Schwebende Riefen, bebende Tiefen" datiert. Spielen werden der Balinger Uli Johannes Kieckbusch, Klavier, und Günter Baby Sommer, Schlagzeug, aus Dresden. Öffentliche Führungen sind jeden Sonntag um 15 Uhr.

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