Der Nürburgring hält einen traurigen Rekord. Foto: imago /stock&people

Auf dem Nürburgring sind zwei Männer in einem Porsche ums Leben gekommen. Sie starben bei Testfahrten für den Reifenhersteller Goodyear.

Die schwarze Serie in der 96-jährigen Geschichte des Nürburgrings reißt nicht ab. Seit Mittwoch stehen nun 142 Todesopfer auf einer schicksalhaften Liste, nachdem zwei Männer bei einer Testfahrt auf der Eifel-Rennstrecke ums Leben gekommen sind.

 

Die Mitarbeiter des Reifenherstellers Goodyear, die aus Luxemburg stammen, starben bei einem Unfall auf der berühmt-berüchtigten Nordschleife im Hochgeschwindigkeitssektor Tiergarten, auch bekannt als „Grüne Hölle“. Sie verunglückten in einem Porsche aus dem Fahrzeugbestand der Goodyear Germany GmbH. „Wir sind zutiefst betroffen“, heißt es in einer Erklärung von dort. Die Behörden haben Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen, Goodyear hat die volle Unterstützung zugesagt.

Obwohl Rettungskräfte laut Angaben eines Nürburgring-Sprechers sofort am Unfallort gewesen seien, konnten die beiden Testfahrer im Alter von 39 und 44 Jahren nur tot geborgen werden. Das Unglück ereignete sich im Rahmen eines sogenannten Industriepools, den Hersteller und Zulieferer für Tests unter Extrembedingungen nutzen.

Beileidsbekundung aus Stuttgart

In einer Stellungnahme von Porsche heißt es aus Stuttgart: „Wir bedauern den tragischen Unfall im Rahmen von Testfahrten auf dem Nürburgring zutiefst und sind in Gedanken bei den Angehörigen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir lediglich bestätigen, dass es sich bei dem verunfallten Fahrzeug um ein Modell unserer Marke handelt. Die Erprobungsfahrten wurden nicht von uns durchgeführt, und wir sind weder im Besitz noch Besitzer dieses Fahrzeugs. Nähere Informationen zum Unfallhergang liegen uns aktuell nicht vor.“ Beim Unfallfahrzeug soll es es sich laut Berichten um einen Porsche 911 Carrera S handeln.

Die Berg-und Tal-Strecke in Rheinland-Pfalz war früher fester Bestandteil des Formel-1-Kalenders. Seit zehn Jahren macht die Motorsport-Königsklasse aber einen Bogen um den Nürburgring, der über viele Jahre hinweg im Wechsel mit dem Hockenheimring den Großen Preis von Deutschland ausgetragen hatte. Letzter Formel-1-Sieger am Nürburgring war Sebastian Vettel im Jahr 2013. 1976 hatte Niki Lauda auf der Nordschleife wie durch ein Wunder einen Unfall überlebt, bei dem er sich schwerste Verbrennungen zuzog, die ihn ein Leben lang gezeichnet haben.

Mit fünf tödlichen Formel-1-Unfällen hält der Nürburgring immer noch einen traurigen Rekord. In anderen Motorsportklassen, bei Test- oder Trainingsfahrten kamen viele weitere Menschen ums Leben. Nun sind es 142.