Ob sich die beiden Kaninchen Biene und Hope schon überlegt haben, wo sie dieses Jahr ihre Ostereier verstecken sollen? Foto: Jessica Müller

Im Rottweiler Tierheim hoppeln im Moment fünf Kaninchen umher. Ob die wohl heute schon die Ostereier versteckt haben?

Munter hüpfen die beiden Langohren Biene und Hope durch ihr Gehege im Rottweiler Tierheim. Gerade hat es eine ganze Ladung frischen Löwenzahn gegeben. Das lassen sich die zwei keinesfalls entgehen. „Löwenzahn mögen sie besonders gerne“, meint Tierpflegerin Sabine Ruml. Eier finden die beiden aber eher nicht so interessant, auch nicht die bunten. Das könnte aber auch einfach daran liegen, dass es sich bei den beiden nicht um Hasen, sondern um Kaninchen handelt. Doch wo liegt da der Unterschied?

 

„Im Großen und Ganzen gibt es drei bedeutende Unterschiede zwischen Hasen und Kaninchen“, sagt Ruml. „Am offensichtlichsten erkennt man das an der Körperform. Kaninchen sind meistens deutlich schlanker und windschnittiger als Hasen.“

Wahre Buddelmeister

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gibt es in der Entwicklung der Tiere. „Kaninchen sind Nesthocker, Hasen sind Nestflüchter“, so Ruml. „Das bedeutet, dass Kaninchen länger bei ihrer Mutter bleiben und sich in ihrer Nähe aufhalten. Hasen hingegen verlassen schon früher das Nest und hoppeln dann ihre eigenen Wege.“

Und auch in ihren Verhaltensweise unterscheiden sich die Tiere. „Kaninchen buddeln gerne, während Hasen das gar nicht tun“, erzählt die Tierpflegerin. Aus diesem Grund sollte man bei der Haltung von Kaninchen auch darauf achten, dass sich unter dem Boden ein Gitter befindet. „Sonst graben sie sich unter dem Zaun in die Freiheit“, sagt die Expertin. Das liegt am hohen Bewegungsdrang der Tiere. Ein Kaninchengehege sollte deshalb groß genug zum Buddeln, Hoppeln und Spielen sein.

Kaninchen niemals alleine halten

All das macht den Tieren besonders Spaß. „Kaninchen sind sehr soziale Tiere und spielen gerne miteinander“, erklärt Ruml. „Deswegen sollte man immer mindestens zwei Kaninchen zusammen halten. Das ist auch für die gegenseitige Fellpflege wichtig.“

Solange die Tiere nicht alleine sind, ausreichend Platz haben und genug Stroh und Heu zum Fressen haben, sollten sie ein langes und glückliches Leben führen, meint die Tierpflegerin.

Keine Fans von Karotten

Dabei spielt auch die Ernährung eine Rolle. Auf Karotten stehen Kaninchen nämlich eher weniger. Sie bevorzugen Äpfel, Kräuter wie Petersilie und Dill, Haselnusszweige und kleine Bananenstücke. „Radischen, Kohl und Hülsenfrüchte sollte man den Nagern auf keinen Fall anbieten“, sagt Ruml. Auch von Futter aus den Tierhandlungen sollte man lieber die Pfoten lassen: „Pellets sind für Kaninchen ungesund und machen die Tiere nur übergewichtig und krank.“

Nicht für Kinder geeignet

Das ist auch einer der Gründe, warum Kaninchen irgendwann im Tierheim landen: „Besonders Tiere aus Zoohandlungen oder aus dem Internet landen irgendwann bei uns, weil sie krank sind.“ Auch der mit der Haltung verbundene Arbeitsaufwand wird häufig unterschätzt. „Die Kinder wünschen sich ein Haustier und bekommen dann ein Kaninchen.“ Diese sind aber eher ungeeignet. „Kinder wollen mit ihrem Haustier kuscheln, spielen und es anfassen. Kaninchen gefällt das aber nicht besonders.“ Besser wäre eine Katze oder ein Hund. Klar sollte aber sein: Die Verantwortung tragen letztlich die Eltern, nicht die Kinder. Wenn das alles berücksichtigt ist, steht einer Adoption nichts mehr im Weg. Die Kaninchen im Rottweiler Tierheim würden sich jedenfalls sehr darüber freuen, endlich in ihrem eigenen Zuhause buddeln und hoppeln zu dürfen. Und wer weiß, vielleicht verstecken sie ja doch das ein oder andere bunte Osterei.

Info

Eine Ostereiersuche
findet am 16. April um 14 Uhr im Tierheim Rottweil statt. Kinder können sich dann gemeinsam mit ihren Eltern auf die Suche nach den gut versteckten Eiern machen und gleichzeitig das Tierheim unterstützen. Derzeit sammelt das Tierheim Geld für den Bau des neuen Kleintierheims.