Viele kamen zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Wir lassen die Zukunft im Dorf“. Damit sollen die Gütenbacher selbst am aktiven Gemeindeleben mitwirken, denn: Die öffentliche Hand kann vieles nicht mehr leisten.
„Wir lassen die Zukunft im Dorf“ ist ein Projekt, in dem in mehreren Veranstaltungen im Dialog mit der Bevölkerung Möglichkeiten gesucht werden, wie man miteinander die Zukunft gestalten kann. Dies wird umso wichtiger, denn „die öffentliche Hand kann es künftig nicht mehr leisten, die steigenden Ansprüche zu befriedigen“, betonte Jürgen Stach vom Landratsamt. Daher sei es wichtig, dass im Dorf neue Strukturen geschaffen werden, um die verschiedenen Aufgaben gemeinsam meistern zu können.
Darum geht es Bürgermeisterin Lisa Hengstler zeigte sich bei der Begrüßung „überwältigt“. Man habe auf bis zu 30 Besucher gehofft, tatsächlich gekommen waren an diesem Abend 50. Sie sei froh, dass sich die Bürger angesprochen fühlen. Entsprechend dem Titel der Veranstaltung gebe es viele Aufgaben, die angegangen werden müssten, vom fehlenden Laden und Gastronomie bis zum Blick auf die demografische Entwicklung. Hier gebe es Beispiele aus vielen Gemeinden, wie mit Bürgerinitiativen verschiedene Aufgaben der Zukunft angegangen werden können. Dank der Förderung durch das Sozialministerium Stuttgart können nun mit insgesamt sechs Veranstaltungen verschiedene Themen bearbeitet werden.
Die Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung Bei diesem ersten Abend gab es Informationen über die aktuelle Situation und außerdem die Möglichkeit für die Bürger, die Themen einzubringen, die sie für die Zukunft Gütenbachs besonders beschäftigen.
Leitung und Moderation Geleitet und moderiert wird das Projekt durch Ute Noack aus Offenburg, die regelmäßig solche Projekte zur Entwicklung in Gemeinden begleitet. Unterstützt wird sie von der Pädagogin Selina Ehret.
Ute Noack machte deutlich, dass am Ende des Projekts aus den Vorschlägen der Bürger entwickelte Empfehlungen formuliert werden. Es gelte Wege aufzuzeigen, die Gemeinde besser zu vernetzen, Zuschüsse zu generieren und die Besonderheiten der Gemeinde wie das Dorfbild, die Natur oder die Menschen hervorzuheben.
Demografische Entwicklung
Demografische Entwicklung Jürgen Stach, Leiter des Sozialdezernats im Landratsamt, stellte die Zahlen zur demografischen Entwicklung vor. Als einer der ersten Landkreise habe man die verschiedenen statistischen Zahlen nicht nur für den Kreis, sondern auch für jede Gemeinde ermittelt. Denn in vielen Fragen könne man keine einheitliche Planung für den Kreis vornehmen, sondern müsse beachten, was in den Gemeinden konkret geschieht.
Bevölkerung bleibt stabil – trotz demografischem Wandel
Bevölkerung stabil Dabei sei festzustellen, dass in Gütenbach zwar der demografische Wandel spürbar sei, die Bevölkerung aber trotzdem ziemlich stabil bleibe. Dies sei eine gute Voraussetzung dafür, die Zukunft im Dorf zu gestalten. Und dies sei in vielen Bereichen nötig, denn „man kann sich hier nicht mehr auf den Staat verlassen“. Dafür fehle sowohl das Geld, als auch das notwendige Fachpersonal. So sei es beispielsweise im Bereich Pflege schon eine wichtige Chance, wenn man durch Engagement der Gemeinde die Vereinsamung der Senioren verhindert. Man müsse hier frühzeitig ein aktives Dorfleben initiieren, beispielsweise mit Bürgerinitiativen.
Großes Plus: die Vereine Ute Noack zeigte sich begeistert vom großen Engagement in den Gütenbacher Vereinen. Dies müsse man beibehalten, aber vielleicht in einzelnen Bereichen zusammenfassen, um auch diese Aufgaben leisten zu können. Die Power in den Gemeinden entstehe durch die Menschen, die dort leben. Im Anschluss an die Ausführungen hatten die Bürger in kleinen Gruppen die Gelegenheit, sich zu verschiedenen Themen auszutauschen und vor allem zu formulieren, welche Ideen und Fragen für sie im Blick auf die Zukunft in Gütenbach haben. Diese sollen in die fünf folgenden Workshops einfließen.
Weitere Termine
Die weiteren Termine Auch bei den nächsten Workshops hofft Bürgermeisterin Lisa Hengstler auf rege Beteiligung. Die Themen: 27. März, 18.30 Uhr: Einkaufen-Treffen-Essen, anschließend ab 20 Uhr: Kultur – für jeden was dabei?. 22. April, mittags: Jugendperspektive. 14. Mai, 15 Uhr: Seniorenangebote. 26. Juni, 18 Uhr: Vernetzung – Ideenbörse. Im September: Abschlussbericht