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Zollernalbkreis Volksbank Hohenzollern-Balingen schließt 13 Filialen

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Stellen das künftige Geschäftsstellennetz der Volksbank vor: die Vorstandsmitglieder Arndt Ständer (links), Franz Steinhart (sitzend) und Joachim Calmbach. Foto: Ungureanu

Zollernalbkreis - Die Volksbank Hohenzollern-Balingen schließt zum Jahresende 13 unrentable Filialen und baut fünf Geldautomaten ab. Dafür soll es in den verbleibenden Stellen einheitliche – und längere – Öffnungszeiten geben.

Die Vorstandsmitglieder Arndt Ständer, Franz Steinhart und Joachim Calmbach erklären, wie es zu den Einschnitten gekommen ist und warum die Entscheidung, die die Sparkasse Zollernalb bereits ein Jahr früher getroffen hat, nun auch bei der Volksbank zwingend erfolgen muss. Banken, sagt Calmbach, würden derzeit zunehmend unter Druck stehen. Nicht allein das niedrige Zinsniveau, das es unmöglich mache, mit Privatkunden Geld zu verdienen, sondern auch die demografische Entwicklung würde dabei eine Rolle spielen: "Weniger Menschen sind weniger Kunden."

Nicht zu vergessen die Überregulierung durch immer mehr Auflagen: Zu jedem Kredit über 25 000 Euro müssten 83 Einzelmerkmale gemeldet werden, und wenn ein Kunde eine Baufinanzierung mache, bekomme er 100 Seiten an Begleitmaterial mit, "die er gar nicht mehr lesen, geschweige denn verstehen kann". Durch "FinTechs" – Online-Anlagen – werde "der Bankberater ausgehebelt". Die Renditen seien seit 2014 "unter der Nulllinie", und im Jahr 2019 rechnet die Volksbank mit Wenigereinnahmen von 1,161 Millionen Euro. "Da können wir als Bank gar nicht gegensteuern."

"Der Kunde will alles überall sofort und zu jeder Zeit", bringt es Calmbach auf den Punkt. Das bedeute Onlinebanking. Insgesamt habe die Volksbank Hohenzollern-Balingen monatlich 110 000 Besuche auf der Online-Plattform; der Durchschnittskunde erledige zehn- bis 18-mal im Monat Bankgeschäfte am Computer, sieben- bis zwölfmal mit Hilfe des Smartphones, er gehe zwischen drei- und siebenmal im Monat an einen Geldautomaten, aber nur ein- bis sechsmal in eine Bankfiliale.

Mit der Analyse der bestehenden Zweigstellen habe man frühzeitig angefangen, erklärt Franz Steinhart. Unabhängig voneinander hätten ein Projektteam aus elf Mitarbeitern der Bank und eine externe Beratungsgesellschaft Faktoren wie Attraktivität, Marktanteil, Kundenvolumen, Verwaltungskosten pro Kunde, Verkehrsanbindung, Altersstruktur und Einkommen der Kunden bewertet und "Filialsteckbriefe" erstellt. Unter anderem sei als "kritisch" bewertet worden, wenn eine Filiale ein absolutes Ergebnis von weniger als 80 000 Euro im Jahr erzielt oder weniger als zwei Mitarbeiter hat. Geldautomaten seien nur rentabel ab 15.000 Buchungen im Jahr, fügt Arndt Ständer hinzu. Bei manchen seien es weniger als 10 000: "Dann ist der Automat nicht mehr tragbar."

Anhand der Bewertungen hätten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam entschieden, was bleibt und was geschlossen wird: "Wenn nur fünf Kunden am Tag in die Geschäftsstelle kommen, können wir diese nicht mehr aufrecht erhalten."

Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, betont Ständer. Durch die längeren Öffnungszeiten der verbleibenden Geschäftsstellen – täglich von 9 bis 12.30 Uhr und an drei Nachmittagen von 14 bis 18 Uhr, zudem freitags 14 bis 16 Uhr, werde zusätzliches Personal benötigt. Dieses werde "umgeschichtet".

Das Online-Angebot werde weiter ausgebaut; mit dem Browser "VR-Protect" biete die Bank ein "geschlossenes, betrugssicheres System" an. Und mittels einer speziellen Smartphone-App könne man in Zukunft einfach eine Rechnung abfotografieren, "und der Betrag wird überwiesen".

Die Angst vor Online-Betrügern sei unbegründet: "2014 und 2015 hatten wir keinen Betrugsversuch, in diesem Jahr musste ein Schaden von 800 Euro ausgeglichen werden." Eher versuchten Betrüger, mit Papierüberweisungen Geld zu ergaunern. "Aber unsere Mitarbeiter sind wachsam und schauen genau hin."

Diese Geschäftsstellen schließen: Endingen, Engstlatt, Erzingen, Ostdorf, Roßwangen, Gauselfingen, Hechingen-Obertorplatz, Heiligenzimmern, Hettingen, Isingen, Jungingen, Täbingen, Trillfingen.

Diese Geldautomaten verschwinden: Bad Imnau, Boll, Bittelbronn, Burladingen-Zol­lernstraße, Hart.

Diese Geschäftsstellen bleiben: Balingen, Heselwangen, Frommern, Weilstetten, Haigerloch, Rangendingen, Hechingen, Bisingen, Grosselfingen, Haigerloch, Gruol, Stetten, Owingen, Burladingen, Gammertingen, Melchingen, Neufra, Veringenstadt.

Diese Geldautomaten bleiben: Steinhofen, Hechingen (2).

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