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Zollernalbkreis Grandt will Hitler-Geschichte neu schreiben

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Band eins der Hitler-Doku hält er in Händen. Warum er Morddrohungen bekommt, weiß Michael Grandt nicht. Jetzt hat er sich aus allen Adress- und Telefonverzeichnissen streichen lassen. Foto: Ungureanu

Zollernalbkreis - Er bezeichnet sich als "Enthüllungsjournalist der Vergangenheit". In einer umfangreichen Dokumentation versucht er, Licht in ein finsteres Kapitel deutscher Geschichte zu bringen. Anhand von gut 2000 Quellen rekonstruiert er, was in den Schulbüchern nicht steht. Daraufhin haben die sozialen Netzwerke seine Accounts gesperrt, er bekommt Morddrohungen.

Michael Grandt, Jahrgang 1963, ist überzeugt: "Man kann die Weltgeschichte nicht nur aus einem einzigen Blickwinkel heraus betrachten." Seine Familie war nach dem Zweiten Weltkrieg aus Danzig vertrieben worden, seine Großväter kamen in russische Gefangenschaft, seiner Großmutter, seinen beiden Onkel und einem Patenonkel gelang die Flucht. Ihnen widmet Grandt seine Dokumentation. Das sei er ihnen schuldig, sagt er.

Unter dem Titel "Adolf Hitler - Eine Korrektur" belegt Grandt die Mitschuld der Alliierten an den beiden Weltkriegen, am Aufstieg Hitlers und der Machtergreifung durch die NSDAP. Genannt werden ausländische Personen und Unternehmen, die die Nationalsozialisten unterstützt haben, obwohl diese sich bereits im Krieg mit den betreffenden Ländern befanden. Und er belegt, wer vom Holocaust gewusst, zugesehen und profitiert hat. Die gesamten Quellen und Zeitzeugen werden in Endnoten detailliert benannt. Zu manchen Quellen habe er keinen Zugang gehabt, sagt Grandt. Eine Vielzahl von Vermerken, Briefen, Redeentwürfen und geheimen Weisungen sei heute noch unter Verschluss.

Versuch, den "Menschen" Hitler zu begreifen

Anhand von weitgehend unbekannten Fakten aus Hitlers früher Kindheit und Jugend versucht Grandt, den "Menschen" Hitler zu begreifen. "Bei Mao und Stalin hat man das getan. Warum bei ihm nicht?" Und anhand von historischen Dokumenten versucht er zu belegen, dass Historiker wie Guido Knopp manches verschweigen. Etwa, dass der Erste Weltkrieg nicht allein von Deutschland ausgegangen sei und dass der Versailler Vertrag den Aufstieg der Nationalsozialisten mit verursacht habe. Und er benennt US-Kartelle und Scheinfirmen, die den nationalsozialistischen Staat finanziert und den Zweiten Weltkrieg überhaupt erst möglich gemacht haben.

Über die Reaktionen auf den mehr als 600 Seiten starken Band eins der geplanten achtbändigen Reihe ist er empört: "Ein einziger deutscher Verlag war bereit, mein Buch zu veröffentlichen – mit umfangreichen Kürzungen", sagt er. "Mein Facebook-Account ist gelöscht worden, mit Hunderten Kontakten und Freunden." Im Reval Buch Verlag in Estland ist es vor einigen Wochen erschienen, wird online vertrieben – und steht bereits auf Rang drei der Amazon-Bestsellerliste zum Dritten Reich. Hierzulande ist der Autor, der bereits mit Titeln wie "Schwarzbuch Satanismus", "Europa vor dem Crash" und "Schwarzbuch Waldorf" angeeckt ist, auf wenig Gegenliebe gestoßen. Aber warum? Die Fakten, die er in seiner Dokumentation zusammengetragen hat, seien "für manche unbequem", vermutet er. "Man will mich wirtschaftlich kaputt machen."

Revisionismus habe man ihm vorgeworfen, als Nazi sei er verunglimpft worden. Aber den Holocaust und die Gräueltaten des Kriegs verleugnet er nicht: Er verweist auf sein Buch "Unternehmen Wüste", in dem er die Konzentrationslager am Fuß der Alb dokumentiert hat, und für das er von Ministerpräsident Erwin Teufel mit der Staufermedaille ausgezeichnet worden war. "Ein Nazi", sagt er, "bin ich nicht. Aber ich habe etwas gegen Halbwahrheiten, ich will provozieren."

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