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Zollernalbkreis Gewalt gegen Polizisten und Helfer nimmt zu

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Nur eine Übung: Polizisten versuchen einen Mann festzunehmen, der von einer Gruppe beschützt wird. Foto: Symbolfoto: Vennenbernd

Zollernalbkreis - 50 Prozent weniger Wohnungseinbrüche, die Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind rückläufig, die Aufklärungsquote ist hoch: Im Zollernalbkreis lebt man sicher. Aber es gibt auch Schattenseiten: Die Gewalt gegen Polizeibeamte, Feuerwehr und Rettungskräfte nimmt zu.

Polizeipräsident Gerhard Regele informierte in der Kreistagssitzung über die aktuelle Entwicklung. "Ausgerechnet die, die helfen wollen, werden angegriffen", sagte Regele. Insgesamt 51 Attacken auf Rettungskräfte wurden im vergangenen Jahr registriert, davon 29 unter Alkoholeinfluss. Tendenz: Seit Jahren steigend. Was die Angriffe auf Polizeibeamte angeht, ist die Zahl sogar noch höher: Bei 92 Attacken sind laut Regele 50 Polizeibeamte leicht und einer schwer verletzt worden.

Was ist zu tun? Durch den Einsatz von Bodycams verspreche man sich einen Rückgang der Gewalt, erklärte der Polizeipräsident: "Es wird ständig gefilmt, und die Aufzeichnung wird alle 60 Sekunden überschrieben." Im Notfall könne auch länger aufgezeichnet werden. Solche Aufzeichnungen könnten dann erst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft gelöscht werden. Die Polizisten selbst hätten keinen Zugriff darauf. Das sei wichtig, weil die Aufzeichnungen möglicherweise als Beweismaterial vor Gericht verwendet werden müssten, und weil auch ein etwaiges Fehlverhalten von Polizisten dokumentiert werde.

Als "relativ gering" bezeichnete Regele die Anzahl der Straftaten gegen das Leben: Insgesamt wurden im Jahr 2016 sieben Taten registriert, die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent. Allerdings sei bereits sein erster Arbeitstag als Polizeipräsident ein Sprung ins kalte Wasser gewesen: "Mir wurde mitgeteilt, dass in Hechingen jemand erschossen worden sei. Ich dachte bis dahin, dass so was nur in einer Großstadt passiert."

Nicht zuletzt durch den Online-Handel sei es zu einem starken Anstieg bei der Computerkriminalität gekommen. "Sie müssen sich vorstellen, Sie bestellen etwas online, zahlen vorab, und das Paket kommt nicht", sagte Regele zur Veranschaulichung. Um diese Art von Kriminalität besser in den Griff zu bekommen, sei beim Polizeipräsidium die Cybercrime-Abteilung K5 gegründet worden.

Einen Höchststand gebe es bei nichtdeutschen Tatverdächtigen und Straftaten durch Asylbewerber. Während es bei den Letzteren vor allem Vermögens- und Fälschungsdelikte seien – etwa würden Ausweispapiere gefälscht, um die Herkunft zu verschleiern –, seien es bei den Nichtdeutschen Körperverletzungen und Drogendelikte. Was die Herkunft der Straftäter angehe, seien die meisten Deutsche, gefolgt von Türken, Rumänen, Italienern, Syrern, Gambiern und Marokkanern. Vor allem bei Drogendelikten sei die Dunkelziffer hoch: "Niemand wird sagen, dass er Kokain oder Cannabis gekauft hat, und niemand wird sagen, dass er welches verkauft."

Personalmangel? Den gebe es, erklärte Regele. In den nächsten Jahren werde die Hälfte der Beamten des Polizeipräsidiums in den Ruhestand gehen. "Bis 2020 wird es eine Unterdeckung geben. Bereits im Jahr 2019 werden 300 bis 350 Polizisten weniger auf der Straße sein." Insgesamt sei Baden-Württemberg aber trotz Personalmangels das sicherste Bundesland, und das Polizeipräsidium Tuttlingen das sicherste Polizeipräsidium im Land. Gleich nach dem Landkreis Rottweil sei der Zollernalbkreis der zweitsicherste Kreis im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums.

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