Untersuchungen haben ergeben, dass unter 1000 Personen sechs bis sieben sind, die eine Autismus-Störungen haben. Foto: stock.adobe.com/Lightfield Studios

Aktuell 55 Kinder und Jugendliche im Zollernalbkreis sind von einer Autismus-Art betroffen. Doch Therapieplätze gibt’s im Kreis keine, und die Familien sind verzweifelt. Das soll sich nun ändern.

Isabell Barth, Chefin der Kreis-Jugendamts, war in die Sitzung des Jugendhilfeausschusses gekommen, um vom Plan, im Zollernalbkreis Autismustherapie anzubieten, zu berichten. Immer wieder erlebe man verzweifelte Eltern, so Barth, die sich allein und im Stich gelassen fühlten. Ihre Kinder würden in Kindergarten und Schule als Sonderlinge abgestempelt – und die nächsten Therapiemöglichkeiten gebe es erst in Stuttgart oder Freudenstadt. Zudem gebe es dort Wartezeiten von bis zu zwei Jahren. „Doch je früher die Kids eine Therapie bekommen, desto besser entwickeln sie sich“, sagte die Jugendamts-Chefin.

 

Auch Landrat Günther-Martin Pauli hat Erfahrungen gemacht

Nachdem sie in die Thematik eingeführt hatte, stellte sich Zuzana Rosch von der Praxisgemeinschaft Heilpädagogischer Fachdienst Balingen vor. Rosch hat entsprechende Aus- und Weiterbildungen durchlaufen, um Autismustherapie anbieten zu können. Von sich aus war sie mit der Idee, diese Therapieform anzubieten, auf das Jugendamt zugekommen.

Zuzana Rosch schilderte die Situation der betroffenen Familien im Kreis auch aus ihrer Sicht, und sogar Landrat Günther-Martin Pauli konnte von seinen Erfahrungen mit einem betroffenen Kind in der Verwandtschaft berichten. Das Interesse im Ausschussgremium war groß, und und die Betroffenheit spürbar.

Das Jugendamt, so Barth weiter, sehe das Angebot von Zuzuana Rosch als „sehr zielführend“ an und erhoffe sich dadurch Erleichterung für die jungen Menschen im Alltag, im schulischen Kontext und auch in den Familien. Sie bat daher den Ausschuss um Zustimmung, die Therapie von Zuzana Rosch anbieten zu dürfen. Die Zustimmung der Gremiums fiel einstimmig aus.