Unbefugte haben sich auf dem Gelände des ehemaligen Pflegeparks aufgehalten, auch wurde das Areal immer wieder trotz Zaun als Abkürzung benutzt. Doch das ist nicht der Grund dafür, dass die Häuser massiv beschädigt sind.
Seit Mitte Juni 2022 ist die Seniorenpflege am Ortsausgang in Richtung Ratshausen geschlossen. Gut anderthalb Jahre später sind die Gebäude heruntergekommen und an jedem der Häuschen sind Fenster eingeschlagen, Türen stehen sperrangelweit offen. Dass sich dort immer wieder Unbefugte herumgetrieben haben, zeigen die Graffiti an den Wänden, die auch im Inneren der Gebäude zu sehen sind.
Der Polizei ist die Situation bekannt. Laut eines Polizeisprechers hätten sich vor allem im vergangenen Jahr immer wieder unerlaubt Personen auf dem Areal aufgehalten. Anwohner riefen wiederholt die Polizei. „Seit Jahresbeginn ist es allerdings ruhiger geworden“, so die Polizei.
Auch bei der Stadtverwaltung ist die Situation bekannt. Laut Bürgermeister Karl-Josef Sprenger hätte der Gemeindevollzugsdienst in der Vergangenheit immer wieder Präsenz gezeigt. „Doch meines Wissens hat das Problem wieder deutlich nachgelassen“, meint der Bürgermeister.
Dass die leerstehenden Gebäude so aussehen, wie sie aussehen, kümmert die Eigentümerin, die DI Deutschland.Immobilien AG, wenig. Schließlich werden die Häuser allesamt abgerissen. Wann genau das sein wird, kann Geschäftsführer Marcus Räther nicht genau terminieren. Zunächst benötige es einen Generalunternehmer.
Der Hauptgrund, warum die Gebäude demoliert aussehen sind laut seinen Angaben nicht Randalierer, sondern die Freiwillige Feuerwehr. Diese habe von Räther, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, die Erlaubnis erhalten, auf dem Abrissgelände zu üben. „Da ist es egal, wenn etwas beschädigt wird, es wird sowieso abgerissen“, meint Räther.
Der Zaun um das Gelände ist wieder verschlossen
Vielmehr stört ihn allerdings, dass Passanten und Anwohner ihre Wege über das Gelände abkürzen, wie Räther selbst bei seinem Besuch vor drei Wochen erlebt hat. Seit geschätzt anderthalb Jahren ist das Areal eingezäunt. „Damit wir unserer Wegesicherungspflicht nachkommen“, betont der Geschäftsführer. Allerdings wurde der Bauzaun an der Zufahrt aus Richtung Frankenstraße aufgebrochen, sodass das Gelände sogar mit Autos frei passierbar war. Mittlerweile sei der Zaun wieder verschlossen.
Bürgermeister Karl-Josef Sprenger betont derweil, dass die Verwaltung darauf drängt, dass die verwaiste Seniorenpflege abgerissen wird. Nicht zuletzt um Platz für den neuen Seniorenpark zu schaffen. Erschlossen wird die Anlage durch den neuen Kreisverkehr, der auch das Baugebiet „Grund“ anbindet. Somit werde Verkehr aus dem Gebiet „Kochenwinkel“ herausgeleitet. Doch aktuell führt die Abzweigung in Richtung des neuen Pflegeparks noch ins Leere.
Die Pläne werden derzeit überarbeitet
Im Mai 2022, kurz bevor die letzten Bewohner ausgezogen sind, wurde die Baugenehmigung für den Neubau des Pflegeparks auf dem Grundstück des ehemaligen Seniorenheims erteilt. Seither ist das Gelände im Besitz der DI Deutschland.Immobilien AG. Doch weil sich in der Zwischenzeit die Bedingungen in der Baubranche verändert haben, seien die damaligen Pläne heute weder realisierbar noch vermarktbar. Derzeit wird laut Räther umgeplant. Die neuen Pläne sollen zeitnah in einer Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.
Betreiber des neuen Pflegeparks wird das Engstinger Servicehaus Sonnenhalde sein, das am Standort Schömberg – ähnlich wie in Stetten am kalten Markt und bald in Onstmettingen – sein „Viertel-4“-Konzept umsetzen möchte. Dieses setzt bei den betagten Bewohnern auf Pflege und Betreuung in dem Maße, wie es diese wünschen.