Wie Vorsitzender Lothar Schropp zeigt, soll mit Stützbalken verhindert werden, dass das morsche und verfaulte Gebälk vom Vordach des Wolterdinger Tennisclub-Vereinsdomizils einbricht. Foto: Anita Reichart

Vor gravierenden Herausforderungen steht der Wolterdinger Tennisclub. Teure Reparaturen am Vereinsdomizil sind notwendig. Der Club hofft nun auf Unterstützung der Stadt.

Vor gravierenden Herausforderungen steht der Wolterdinger Tennisclub. Es wird sogar von einer Existenzbedrohung geredet. Grund dafür sind bauliche Mängel und weitere Schwierigkeiten mit dem Clubheim. Ohne finanzielle Unterstützung sieht sich der Verein nicht in der Lage, das Problem zu bewältigen.

 

Als das Hochwasserrückhaltebecken gebaut wurde, musste der Tennisclub Wolterdingen sein Vereinsdomizil an einem anderen Standort errichten. Die Einweihung fand 2005 statt. Nun, nach bereits 18 Jahren, ist eine umfassende Sanierung des Vordachs erforderlich. „Leider hat sich inzwischen als traurige und offensichtliche Gewissheit herausgestellt, dass erhebliche Baumängel- und Fehler beim Dachbau des Gebäudes vorhanden sind. Hinzugezogene Handwerker und Fachleute haben uns dies zweifelsfrei bestätigt“, erzählen Vorsitzender Lothar Schropp und Schriftführer Klaus Gutenkunst.

Handwerker bestätigen erhebliche Baumängel

Sie gehen auch ins Detail: So sei etwa bei einer bestehenden Dachneigung von zwölf Grad kein wasserdichtes Unterdach angebracht worden, was fachlicher Standard hätte sein sollen. Die verwendeten Ziegel hätten laut Herstellerangabe nicht auf diese Weise verbaut werden dürfen. Dadurch seien Balken und sonstige Holzkonstruktionen inzwischen verfault und morsch geworden, was sich bis in die Wirtschaftsräume ausbreitet.

Als wenn das nicht reichen würde, kommen noch weitere Sanierungsmaßnahmen hinzu. Auch die Solarthermie auf dem Dach mit der Warmwasseraufbereitung im Keller mache Probleme. Diese soll durch zwei neue Durchlauferhitzer ersetzt werden. Ferner will man einen effizienteren Kaminofen anschaffen und auch außen stünden Mauersanierungen an. „Laut Kostenvoranschlägen müssen wir für diese Maßnahmen rund 40 000 Euro einkalkulieren“, sagt Klaus Gutenkunst. „Trotz einer gewissen Förderung der Stadt und des Badischen Sportbundes müssen wir damit rechnen, dass wir fast auf den Kosten sitzen bleiben.“ Vorsitzender Lothar Schropp bezeichnet das als eine Tragödie. „Regressansprüche können wir keine geltend machen. Nun besteht die Gefahr, dass unser komplettes Vereinskapital aufgefressen wird.“

Gefahr für das komplette Vereinskapital

Ausgerechnet der defekte Bauteil sei gerade nicht als förderungsfähig eingestuft, stöhnt Lothar Schropp. Um die schwierige finanzielle Situation etwas zu entspannen, würden auf den Verein Eigenleistungen von rund 300 Stunden zukommen, die aufgebracht werden müssen. Aktuell hat der Tennisclub Wolterdingen 118 Mitglieder, davon 44 Aktive und elf Jugendliche.

Jugendwart Thomas Heizelmann zeigt beim Tag der offenen Tür Fiona Schropp und seiner Tochter Tilda spielerisch Anfänge des Tenniswettkampfs.

Die Situation sei insofern sehr bedauerlich, da das jetzige Vorstandsteam, welches seit 2021 im Amt ist, mit hohem Einsatz und Herzblut den Verein organisatorisch neu strukturiert habe, und sich inzwischen erste Erfolge einstellen. So etwa der Gewinn neuer Mitglieder sowie eine Ausweitung des Trainingsbetriebes im Jugend-und Erwachsenenbereich, erklärt der Vorsitzende.

Dies bestätigt auch der Jugendwart des Tennisclubs, Thomas Heizelmann. „16 Kinder und Jugendliche kommen aktuell regelmäßig zum Training“, resümiert er. Und 26 neue interessierte Tennisspieler nutzen das Schnuppertraining. Einige sind auch schon dem Verein beigetreten.

Hoffen auf Förderung

Auch die Stadt Donaueschingen wird in die Problemlösung eingebunden. Der Wolterdinger Tennisclub befindet sich im Kontakt mit der Stadtverwaltung. Ziel sei es, als „Härtefall“ anerkannt zu werden und somit über die reguläre Vereinsförderung hinaus eine Sonderförderung zu erhalten. "Diese stellt im Endeffekt den letzten Anker dar, welcher dem TCW in dieser verzweifelten Lage noch bleibt“, so Vorsitzender Lothar Schropp.